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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Mensch: Von Natur aus gut oder böse?


WCFreak
19.02.2010, 23:08
Lust auf ein bisschen Philosophie? Meine Frage an die Runde ist: Was glaubt ihr, ist der Mensch von Natur aus "gut" oder "böse"? Oder seid ihr gar der Meinung, dass das Eine nicht ohne das Andere geht? Kann man dies überhaupt strikt trennen?

Ich persönlich bin mir darüber nicht ganz sicher und bin gespannt, was ihr dazu sagt. Ich glaube, dass der Mensch von Natur aus eher "gut" als "böse" ist - wenn er allein auf der Welt ist und keinen anderen Menschen als Konkurrenten um sich hat. Welchen Grund hätte er dann, "böse" zu sein? Ich glaube, wenn niemand da ist, ihm die Werte im Leben zu lehren, ist ein friedliches Zusammenleben, wie wir es im Idealfall kennen, kaum möglich. Es wäre geprägt von Diebstahl, Missgunst, Gewalt und Neid.

Dabei ist natürlich zu klären, was GUT und was BÖSE ist.

Also, lasst euren Gedanken hierzu freien Lauf!! Ich bin gespannt auf eure Denkansätze.

Pikas
19.02.2010, 23:20
Ich denke, dass jedes Lebewesen von Natur aus auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Ist das jetzt böse ? Ich unterscheide da auch den Menschen nicht von anderen Säugetieren. Auch ein Verhalten für die Gemeinschaft ist egoistisch, weil man eben weiß, dass man selbst es nur mit dem Umfeld gemeinsam schaffen kann. "Gute" Menschen halten sich zwar auf gemeinschaftlich festgelegte Werte und Gesetzte, aber nur, weil man für sich selbst beschlossen hat, dass dieser Weg für die Gesellschaft und damit auch für sich selbst, der beste ist.

WCFreak
19.02.2010, 23:28
Ich denke, dass jedes Lebewesen von Natur aus auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Ist das jetzt böse ? Ich unterscheide da auch den Menschen nicht von anderen Säugetieren. Auch ein Verhalten für die Gemeinschaft ist egoistisch, weil man eben weiß, dass man selbst es nur mit dem Umfeld gemeinsam schaffen kann. "Gute" Menschen halten sich zwar auf gemeinschaftlich festgelegte Werte und Gesetzte, aber nur, weil man für sich selbst beschlossen hat, dass dieser Weg für die Gesellschaft und damit auch für sich selbst, der beste ist.

So ähnlich sehe ich das auch, zumindest was deinen ersten Satz angeht. Der Mensch ist von Natur aus auf den eigenen Vorteil bedacht, also egoistisch. Diesen Fakt ansich halte ich nicht für böse. Es geht wohl eher darum, zu welchen Handlungen es den Menschen antreibt. Man sieht es ja schon an kleinen, noch nicht erzogenen Kindern. Die klauen dem anderen Kind mal eben das Essen vom Teller oder braten ihm eins über.

Das kommt zwar auch bei manchen Erwachsenen vor, aber im Gegensatz zu 2-Jährigen wissen die gemeinhin, dass es falsch ist.

Das Leben ist auf jeden Fall einfacher, wenn man sich an die von der Gesellschaft auferlegten Werte hält - aber auch auf Kosten der eigenen Zufriedenheit. Man muss automatisch gewisse Kompromisse eingehen.

Der Mensch ist also lernfähig. Er hat während seiner ganzen Entwicklung gelernt, dass gewisse Normen und Werte, Richtlinien und Gesetze notwendig sind, damit ein einigermaßen friedliches Zusammenleben überhaupt möglich ist.

blackswan
20.02.2010, 00:06
oh jee :rolleyes:

Darf ich eure Aussagen für nen Essay benutzen??

:n8:

WCFreak
20.02.2010, 00:32
oh jee :rolleyes:

Darf ich eure Aussagen für nen Essay benutzen??

:n8:

Was möchtest du denn damit sagen? Ist es dir zu langweilig? Was für Aussagen hast du bei solch einem Thema denn erwartet?

Du kannst gerne deine Meinung dazu sagen und deine Aussagen ein bisschen anders gestalten, wenn du willst. Davon hält dich niemand ab. Aber wenn dich das Thema nicht interessiert, bleib einfach weg und spar dir solche Kommentare! Danke!

blackswan
20.02.2010, 00:44
Nein, das war nich so gemeint.

Ich studiere Philosophie und muss/darf/kann/soll mich täglich damit beschäftigen. Bin nur gerade genervt davon, weil ich noch nen Essay in die richtung schreiben muss.

Die Frage war deswegen auch ernst gemeint

Larry_Flinto
20.02.2010, 06:40
Interessant an der ganzen Geschichte ist doch erstmal die Definition von "Gut" und "Böse". Was macht einen "guten" Menschen aus und was einen "bösen/schlechten"? Und warum muss das Eine zwingend "besser" sein als das andere?

Das Leben ist auf jeden Fall einfacher, wenn man sich an die von der Gesellschaft auferlegten Werte hält - aber auch auf Kosten der eigenen Zufriedenheit. Man muss automatisch gewisse Kompromisse eingehen.

Der Mensch ist also lernfähig. Er hat während seiner ganzen Entwicklung gelernt, dass gewisse Normen und Werte, Richtlinien und Gesetze notwendig sind, damit ein einigermaßen friedliches Zusammenleben überhaupt möglich ist.

Richtig, aber führt das dann nicht zu einem verzerrten/verfälschtem Charakterbild eines Menschen, wenn er gezwungen wird so zu leben wie es ihm andere vorschreiben? Dann bräuchte man nur zwischen Menschen zu unterscheiden, die sich anpassen (mit dem Wissen der Konsequenzen wenn sie es nicht tun) oder die, die nicht einsehen sich dem Verhaltenskodex anzupassen. Erstere Gruppe ist wahrscheinlich vernünftiger, aber würden sie sich auch so verhalten, wenn es keine Gesetze gäbe? Würde sich dann immernoch das Vernünftige der erst genannten Gruppe von Menschen durchsetzen, oder gäbe es dies schlichtweg gar nicht, weil es keinen Zwang von außen mehr gibt anders bzw. vernünftig zu denken? Man kann nur spekulieren, aber wie viele Menschen würden ein Verbrechen begehen, wenn sie wüssten es gäbe keine Strafe dafür? Ist ein Mensch nur dann von grundauf "gut", wenn er im Wissen, dass es keine Konsequenzen gibt, sich dennoch gegen das Verbrechen entscheidet?

Ich finde es ist schwer gut und böse richtig zu definieren.

Man stelle sich vor ein Mensch findet in einem riesigen Wald, im Umkreis von 100 km kein weiterer Mensch, eine volle Brieftasche.

Typ A schnappt sich ohne nachzudenken das Geld um einen finanziellen Vorteil für sich zu ziehen. Ist er jetzt böse oder nach Darwin einfach nur klug seine Existenz finanziell besser zu sichern? Also nach Darwin: Der Stärkere gewinnt! In diesem Fall der finanziell besser gestellte.

Typ B denkt daran wie enttäuscht der Mensch sein muss, dass er seine Brieftasche verloren hat und beschließt es dem Besitzer zurückzugeben.
Ist er jetzt von grundauf "gut" oder einfach nur dämlich nicht einen Vorteil für sich zu ziehen? Denn letzten Endes, machen wir uns nix vor, geht es hauptsächlich darum a) die eigene Existenz und die seiner Nachkommen zu sichern. Kann man dann von Egoismus sprechen, wenn a) doch das Ziel des Lebens ist? Oder spukt bei uns allen immernoch der Spruch "Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen in die Hölle!" im Kopf herum?


Ich denke der Film/das Buch Clockwork Orange passt allgemein zu diesem Thema.
Man kann es nur empfehlen finde ich.

WCFreak
20.02.2010, 11:01
Nein, das war nich so gemeint.

Ich studiere Philosophie und muss/darf/kann/soll mich täglich damit beschäftigen. Bin nur gerade genervt davon, weil ich noch nen Essay in die richtung schreiben muss.

Die Frage war deswegen auch ernst gemeint

Moin! Oh Gott, entschuldige! Ich dachte, du würdest dich über uns lustig machen. Sorry... *verbeug* :schaem:

Klar kannst du die verwenden, wenn du willst! :) Wenn dir das hier nicht irgendwann zu schräg wird! :hihi: Auch das noch, dann bist du ja sozusagen ein Experte in Philosophie! Ich hab das immer nur in der Schule gehabt und bin regelmäßig fast eingepennt, weil der Lehrer so einschläfernd war...

Sorry noch mal! :knuddel:

WCFreak
20.02.2010, 11:06
@Larry Flinto: Bevor ich dir darauf antworte, brauche ich erstmal n Käffchen - is ja noch früüh! :D: Bei nem Käffchen grübelt's sich am besten! Bis später also...

WCFreak
20.02.2010, 12:21
@Larry_Flinto

Ich stimme dir zu, wenn du sagst, dass es das Charakterbild verzerren würde, wenn sich der Mensch anpasst. Aber nur solange, wie er selbst anders denkt - sprich: die Regeln etc. nicht akzeptiert und sich am liebsten anders verhalten möchte. Sobald er diese aber akzeptiert bzw. genauso denkt und "böse" Verhaltensweisen kategorisch für sich ausschließt, weil sie in seinen Augen schlichtweg falsch sind, bildet sich ein Charakter, der gefestigt ist und nicht verzerrt ist.

Die Frage, ob die sich anpassenden Menschen sich auch so verhalten würden, wenn es keine Gesetze oder Strafen gäbe, ist nicht so leicht zu beantworten. Jeder denkt mal "Dem würde ich gerne mal eine reinhauen". Aber die meisten machen es nicht. Selbst, wenn es keine Gesetze und Strafen in dem Sinne gäbe, würde es auf diese Aktion aber eine gewisse Reaktion geben. Derjenige würde zurückschlagen (wenn er denn kann) oder würde seine Freunde holen, um sich an mir zu rächen. Könnte ich dieses Echo vertragen?

In einer Welt ohne Gesetze und Regeln gäbe es nur die Starken und die Schwachen. Die Schwachen würden nur überleben können, indem sie sich den Starken anschließen. Sie, die Schwachen, müssten sich dann wiederum anpassen und jegliche Ecken und Kanten verschwinden lassen.

Was dein Beispiel mit der Brieftaschen angeht: Ich denke, es hängt davon ab, wie gut oder schlecht es demjenigen gerade geht, der die volle Brieftasche gefunden hat. Ist er kurz vor dem verhungern, wird man eher einen Typ A finden, der das Geld nimmt, ohne darüber nachzudenken. Ein von Grund auf guter Mensch, der vom Guten im Menschen vollends überzeugt ist, wird selbst in seiner überaus schlechten Lage versuchen, die Brieftasche zurückzugeben, also ein Typ B zu sein. Ist die Frage: Geht es ihm womöglich noch nicht schlecht genug, wenn er immer noch so denkt? Oder ist er tatsächlich so gut oder einfach nur dämlich?

Selbst, wenn er durch diese Handlung verhungern würde, bräuchte er zumindest kein schlechtes Gewissen haben und zufrieden mit sich selbst aus dem Leben scheiden. Oder ist ein schlechtes Gewissen in so einer Situation einfach nur fehl am Platz?

Geht es dem Findenden finanziell prächtig, wird man vermutlich häufiger den Typ B vorfinden, der die Brieftasche zurückgibt. Andererseits kriegen solche Leute den Hals oft nicht voll genug. Da hätten wir dann wieder Typ A.