Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das KO-System - Fluch oder Segen?
Benjamin
27.12.2008, 23:06
Da dieses Thema jedes Jahr zur Tournee wieder auftaucht - spätestens dann, wenn der eigene Lieblingsspringer den zweiten Durchgang verpasst, obwohl er von den Leistungen her eigentlich 25. gewesen wäre, lohnt sich dafür bestimmt ein eigenes Thread.
Bis zur Saison 1995/96, also bis zum vierten Tourneesieg des großen Jens Weißflog, wurde bei der Vierschanzentournee derselbe Modus gesprungen wie bei allen anderen Weltcups auch. Erstmals eingeführt wurde das KO-System also in der Saison 1996/97, als Primoz Peterka die Vierschanzentournee gewann - und seitdem wird es bei der Tournee in unveränderter Form eingesetzt.
Die 50 qualifizierten Springer springen dabei in 25 Duellen gegeneinander, wobei der Beste gegen den Schlechtesten antritt, der Zweitbeste gegen den Zweitbesten, usw. Die 25 Sieger ziehen direkt ins Finale ein - und um die übliche Zahl von 30 Athleten zu erreichen, kommen außerdem die fünf besten Verlierer, die sogenannten "Lucky Looser" in den zweiten Durchgang.
Was haltet ihr eigentlich von diesem Modus? Bringt er zusätzliche Spannung in die Wettkämpfe, oder wird dadurch eher das "eigentliche" Ergebnis verfälscht? Wie verträgt sich die Regelung mit den vorqualifizierten Springern mit dem KO-System?
Die Regelung ist hammer, und sollte bleiben, da sie das ganze nochmals viel Spannender macht :)
Sprungbärchen
27.12.2008, 23:35
Irgendwo hat sie sich doch gehalten, trotz all der Regeländerungen. Und dies spricht doch eigentlich für sie. Sie macht die Tournee noch zusätzlich zu etwas ganz besonderem. Sicherlich, die pure Gerechtigkeit war diese Regel nie, aber welche Regel kann dies schon von sich behaupten?
AlleluiaGirl
27.12.2008, 23:46
:D: haha, ich wusste daß der Thread kommt.
Grundsätzlich finde ich den K.O. Modus super, spannender gehts ja nicht. Gibt zwar immer welche, die dem zum Opfer fallen, aber das ist dann halt Pech.
für die tournee find ich den modus gut, macht das ganze noch interessanter.
das finde ich auch,ich freu mich immer wieder auf den modus weil dadurch der erste durchgand,was wie ich finde wichtig ist,doch spannender wird.
Bei der Tournee ist der Modus ok. Gehört auch zu dieser einzigartigen Veranstaltung.
Wenn alles normal geht, kommen die richtigen durch. das heißt aus den KO-Duellen 25/26, 24/27, usw, bei denen der Favorit nicht so deutlich hervorsticht, geht ja einer auf die LL-Liste. Da gibts 5 Plätze und da können sich bekanntlich die noch retten, die in der Kwali bissle daneben lagen mit ihrem Sprung, aber dennoch in den 2. Durchgang gehören.
Das ganze wird noch gesteigert, wenn Vorkwalifizierte die Kwali sausen lassen und es dann zu Hammer-1/50, 2/49,-Duellen kommt. :brauen:
Da wirds dann eng auf der LL-Liste.
Aber eine Startpflicht bei der VST-Kwali einführen? NEVER.
Das ist gut so und soll alles so bleiben.
KO-Modus:up:
VST:up::up:
AlleluiaGirl
28.12.2008, 14:48
Aber eine Startpflicht bei der VST-Kwali einführen? NEVER.
Finde ich auch. Das ist eben das Privileg wenn man unter den besten im Weltcup ist. Das war auch n Vorteil für Hannawald damals, weil der so ein paar Sprünge einsparen und Kraft sparen konnte.
der Zweitbeste gegen den Zweitbesten
Interessantes Duell. :D:
K.O.-Modus gefällt mir persönlich sehr gut. Macht die VST halt noch zusätzlich zu was besonderem.
Benjamin
29.12.2008, 01:46
Ach verflixt. Blöder Verschreiber. :D:
Wenn es so läuft wie heute in Oberstdorf, dann funktioniert der Modus in der Regel auch recht gut. Aber wehe, es lassen mal gleich mehrere der Vorqualifizierten ihren Qualifikationssprung weg (bis zu drei Springer haben das schon mal getan). Dann sind auf einmal gleich mehrere Lucky-Looser-Plätze mehr oder weniger blockiert - und es wird für alle anderen deutlich schwerer, den zweiten Durchgang zu erreichen.
Ich fände es daher gut, wenn man die Vorqualifizierten bei der Tournee dazu verpflichten würde zu springen, um solche Szenarien eben auszuschließen.
Fluch! Zum Teufel mit diesem Modus. :evil:
(Falls es Malysz nicht schaffen soltte)
mal ne frage:
es kannnja passieren das bei der quali 2 springer den 50. platz belegen weil sie punktgleich sind. wie läuft das dann wegen dem k.o.springen?
mal ne frage:
es kannnja passieren das bei der quali 2 springer den 50. platz belegen weil sie punktgleich sind. wie läuft das dann wegen dem k.o.springen?
Ich glaube dann entscheidet die Startnummer.
the eagle
29.12.2008, 18:11
Schafft das Ko-Springen ab!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Johan war so ordentlich unterwegs. Besser wie Bardal, Küttel, Hocke,.... und dann ist ein Wank mit 115m weiter!!
Schafft das Ko-Springen ab!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Johan war so ordentlich unterwegs. Besser wie Bardal, Küttel, Hocke,.... und dann ist ein Wank mit 115m weiter!!
Gäbe es nicht dieses Ko-System, wäre Johan nicht so weit hinten gestartet und hätte nicht von diesem Aufwind profitiert. Ägerlich ist es aber schon.
AlleluiaGirl
29.12.2008, 18:16
Irgendwen trifft es immer, ist Pech.
Für Wank ein Segen. Wie kann man nur so Schwein haben.
Benjamin
29.12.2008, 20:48
Das ist richtig - wenn zwei Springer in der Quali punktgleich sind, dann wird der mit der höheren Startnummer auf den besseren Platz gesetzt. Auch gibt es in der Quali zum KO-Modus nicht die sonst übliche 95%-Regel, d.h. ein gestürzter Springer, der nicht unter die ersten 40 kommt, aber 95 % der Höchstweite erreicht hat, darf - anders als im Weltcup üblich - nicht am Wettkampf teilnehmen.
Ich habe mich heute auch etwas geärgert, dass zum Beispiel Felix Schoft, der einen recht ordentlichen Sprung gezeigt hat, nicht in den zweiten Durchgang gekommen ist - er war sechstbester Verlierer mit gerade mal 0,4 Punkten Rückstand auf den letzten der Lucky Looser.
Andererseits muss man halt Wettkampf und Qualifikation auch ein bisschen als Einheit sehen... wäre eben dieser Felix Schoft gestern in der Quali besser gesprungen, hätte er vermutlich einen leichteren Gegner bekommen - und dann hätte sein Wettkampfsprung wohl gereicht. Wobei man natürlich mit dem Gegner trotzdem Pech haben kann... oder eben Glück wie Andreas Wank, der ja zum zweiten Durchgang heute wirklich kam wie die Jungfrau zum Kinde.
Paulinsche
29.12.2008, 23:19
ich glaube, die frage zielte darauf ab, was passieren würde, wenn es 51 theoretisch qualifizierte Springer gäbe...
und zum Thema KO-Modus: Nur Vorteile bringt wohl keine Regel und für den Zuschauer wird es dadurch nochmal spannender. Dass es die jeweils Betroffenen nicht so toll finden, ist schon klar.
Benjamin
29.12.2008, 23:24
Ja, und die Frage ist doch damit beantwortet. Wenn es zwei punktgleiche Fünfzigste gibt, wird derjenige, der die höhere Startnummer hat, auf den 50. Platz gesetzt (und ist damit qualifiziert), und der andere wird auf den 51. Platz gesetzt (und fliegt damit raus).
Paulinsche
29.12.2008, 23:32
aha... da ich diesen Gedanken aber dann doch ziemlich unfair fand, dachte ich, es bezieht sich auf alle anderen Plätze... Ich bedanke mich für diese Information.
Benjamin
29.12.2008, 23:41
Ja, bei allen anderen Plätzen wird auf die Weise nur der genaue KO-Gegner bestimmt - auf dem fünfzigsten Platz geht es um die Teilnahme am Wettkampf. Besonders ärgerlich ist das für die Springer, die noch keine Weltcuppunkte gesammelt haben, da bei denen die Startnummer ja vor der Quali ausgelost wird.
(ist übrigens Regel 4.2.2.2 bzw. 4.2.2.2.4 des Weltcup-Reglements).
Es gibt übrigens noch eine weitere solche Ungerechtigkeit: Wenn im KO-Duell die beiden Springer punktgleich sind, gilt derjenige als Sieger, der in der Quali besser war (war heute ja in Oberstdorf zwischen Koudelka und Malysz der Fall). Wäre Malysz nicht wenigstens ein Lucky Looser gewesen, wäre er ausgeschieden.
Aber: Teilen sich mehrere Springer den fünften Platz bei den Lucky Loosers, dann kommen beide in den Finaldurchgang; auch die 95%-Regel gilt im ersten Durchgang wieder.
Der K.O. Modus könnte bleiben, wenn die VST keine Weltcupspringen wären. So bekommen Springer Weltcuppunkte, die sie nicht verdienen und andere keine. Insofern ist der K.O. Modus nicht fair. Die Plätze 25 bis 35 hätten nach dem normalen Modus folgendermaßen ausgesehen:
[LIST]
25. Ville Larinto
26. Vincent Descombes Sevoie
27. Felix Schoft
28. Stephan Hocke
29. Johan Erikson
30. Robert Kranjec
31. Piotr Zyla
32. Andreas Küttel
33. Yuta Watase
34. Markus Eggenhofer
35. Ondrej Vaculik
Andreas Wank wäre nur auf Platz 48 gelandet. Außer Stephan Hocke hätte es keiner derjenigen, die nach dem ersten Durchgang die Plätze 28. bis 30 belegt hätten, in den zweiten Durchgang geschafft. Das ist ein 1/10 derjenigen, die im zweiten Durchgang springen. Die Fehlerquote finde ich zu hoch, um das in ein Weltcup einfließen lassen zu können.
Benjamin
30.12.2008, 20:44
Naja, aber wie schon gesagt - abgesehen von dem Ausrutscher von Andreas Wank muss man in dem Fall eben Quali und Wettkampf als eine Einheit sehen - wäre Schoft in der Quali besser gesprungen, dann hätte er einen leichteren Gegner gehabt - und sein Sprung hätte vielleicht gereicht. Umgekehrt hat z.B. Andreas Küttel sich eben durch einen guten Qualisprung einen leichteren Gegner ersprungen.
Problematisch wird es daher meiner Meinung nach vor allem dann, wenn Springer, die eigentlich gut in Form sind, die Quali verhauen oder gar auslassen - weil dann im Prinzip ihre Gegner bestraft werden.
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