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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Finanzkrise in Dtl. und ihre Folgen


nilo
17.11.2008, 14:52
Soll die Bundesregierung OPEL vor dem Bankrott retten ?

Ich finde wir haben Marktwirtschaft jeder sollte auf sich selbst schauen.

wenn irgendwo ein kleiner Baubetrieb pleite macht fragt auch keiner danach.

senryu
17.11.2008, 15:01
Ich bin selten so gespalten wie bei dem Thema Opel, weil Opel Deutschland ist ein Riesen-Arbeitgeber in Deutschland (im Gegensatz zum kleinen Baubetrieb) und wirtschaftet eigentlich auch nicht schlecht, als dass man ihn so drauf gehen lassen sollte. Aber GM hintendran steht kurz vorm Bankrott und der wird auch mit einer Finanzspritze der deutschen Regierung nicht aufzuhalten sein.

Und ob die gerade herumgeisternde Idee, Opel Deutschland aus dem GM-Konzern herauszulösen, so umsetzbar ist, weiss ich auch nicht so recht...

gromich
17.11.2008, 15:49
Warum werden denn nicht die Finanzjongleure an den Ei... gepackt für die Schei.. die sie verzapfthaben ? Ganz einfach weil die größten Hasardeure in staatlichen Instituten und Einrichtungen sitzen, auch wenn die Politik jetzt so tut als könnten sie nichts dafür. Wer braucht denn an dringensten Kohle aus dem Rettungsfonds, Landesbanken usw. Alles Verarsche, hier zahlt am Ende wieder der Kleine die Zeche, durch höhere Kosten für Kredite, höhere Steuern, Verlust von Arbeitsplätzen usw. :aetsch:

senryu
19.11.2008, 16:30
mich wundert, dass das Thema hier so wenig interessiert....


Neues zu Opel: SolarWorld AG bietet an Opel zu übernehmen. "Grüne" Autos zu bauen ist sicherlich löblich, aber irgendwie klingt das Ganze doch wie ein Aprilscherz. GM hat sich schon zu geäussert und ist gegen einen Rauskauf von Opel aus dem Konzern. Das war aber auch schon vorher klar...

Nadl
19.11.2008, 16:34
na mich regts eh nur auf ich seh das mit den kleinen betrieben denen keiner hilft auch ähnlich wenn man 200 kleine betriebe zusammenfasst (und soviele gehen sicher jedes jahr bankrott) kommt man auhc auf eine hohe mitarbeiterzahl...
aber man muss natürlich auhc bedenken das opel ja nihct schlecht gewirtschaftet hat sondern dieser mist wirklich von amerika rüberkommt... eigentlich sollte man die amis grad in ihrem selbstgeschaufelten grab verrecken lassen...

senryu
19.11.2008, 16:38
Eben drum und wenn dann eine Traditionsmarke wie Opel (samt Zulieferer, die gern mal vergessen werden, weil was baut denn Opel wirklicht noch selbst) deswegen draufgeht, könnte ich kotzen. Und wenn dann obendrein ein Rick Wagoner da drüben tönt, die Auto-Industrie darf nicht draufgehen, dann frag ich mich doch, warum fällt ihm das erst heute ein? GM steht schon lange beschissen da!

gromich
20.11.2008, 12:03
mich wundert, dass das Thema hier so wenig interessiert....

Vielleicht sind sie einfach satt.
Ständige Horrormeldungen in den Medien, keinerlei Konsequenzen für die Verantwortlichen, sich profilierende Politiker.:irre:

Kaethe
20.11.2008, 13:13
Erstens: warum braucht Opel Hilfe, andere Autokonzerne nicht? Die Probleme von Opel haengen direkt mit den Problemen der Mutter GM zusammen, da sich GM aufgrund der eigenen Probleme weigert Schulden zu begleichen. Insofern ist es vielleicht sinnvoll, Opel staatliche Hilfen zu gewaehren. Das sollte aber defintiv unter der Bedingung stehen, dass Opel einen Bankrott der Mutter ueberlebt, also so gut dasteht, dass Opel sich allein traegt. Es besteht kein Grund zur kuenstlichen Lebenserhaltung eines nicht lebensfaehigen Betriebes, man denke nur an das staatliche Geld, das bei Philipp Holzmann verbrannt wurde. Ausserdem sollte bedacht werden, dass Opel europaweit taetig ist und deswegen europaeische Hilfen vermutlich sinnvoller waeren.

Zweitens: Die Finanzkrise ist nicht aequivalent mit dem Problem von Opel und andersrum. Die Finanzkrise hat grosse Auswirkungen auf mehr Bereiche als nur auf die Autobauer. Die merken vielleicht als erstes, dass wegen der Einstellung der Kreditvergabe in den USA weniger Autos verkauft werden. Aber die Einstellung der Kreditvergabe ist das groessere Problem. Ohne Kredite kann kaum eine Firma ueberleben, weil wichtige Investitionen nicht gemacht werden koennen oder Auftraege mangels Einkaufsvolumen nicht abgewickelt werden koennen.
Ausserdem werden weniger Konsumentenkredite vergeben. Das fuehrt z.B. dazu, dass ein Konsument sich nicht den Flachbildschirm neuester Generation leisten kann. Damit werden weniger Waren verkauft. Das trifft wieder die produzierenden Betriebe, die somit insgesamt weniger kreditwuerdig erscheinen, weil der Umsatz sich verkleinert usw. Weniger Konsum bedeutet auch, dass weniger Waren produziert werden, das fuehrt zu mehr Arbeitslosigkeit. Allerdings nicht nur bezogen auf Opel, sondern auf alle.
Opel wird mit Sicherheit nicht das letzte Problemkind sein, sondern wahrscheinlich erst das erste.

Eine Loesung fuer dieses Problem ist allerdings nicht in Sicht, wir muessen da durch, mit allen negativen Konsequenzen, da es nunmal ein weltweites Problem ist. Die Wirtschaft muss sich erst auf die allgemeine Lage anpassen, um dann wieder vernuenftig zu laufen. Insofern stellt sich die Frage, ob das alles nichte ine normale Reaktion auf eine Rezession ist.

senryu
20.11.2008, 13:43
Erstens: warum braucht Opel Hilfe, andere Autokonzerne nicht?

noch nicht... ;) Da rollt noch ein bisschen was auf uns zu, um einmal im Bild zu bleiben.

Zweitens: Die Finanzkrise ist nicht aequivalent mit dem Problem von Opel und andersrum.
Absolut richtig, hat aber auch niemand behauptet.

Eine Loesung fuer dieses Problem ist allerdings nicht in Sicht, wir muessen da durch, mit allen negativen Konsequenzen, da es nunmal ein weltweites Problem ist.
Absolut einverstanden.

Vielleicht sind sie einfach satt.
Ständige Horrormeldungen in den Medien, keinerlei Konsequenzen für die Verantwortlichen, sich profilierende Politiker.:irre:
Auf der einen Seite vielleicht verständlich, auf der anderen... nein. Vor allem was das Thema sich profilierende Politiker angeht. Die hatten wir nun wirklich schon immer. ;)

Kaethe
20.11.2008, 19:21
Nun, ich hab Nilos Beitrag so verstanden, weil er als Ueberschrift die Finanzkrise gewaehlt hat und dann 'nur' fragt, ob die Bundesregierung Opel retten soll.

Die Finanzkrise ist mit Sicherheit kein Fehler der Politiker, sondern eher ein genereller Fehler, den die Banken in den USA gemacht haben. Wie kann man die komplette Produktion auslagern, den Konsumenten hoehre Kreditlinien einraeumen als sie bedienen koennen und als Konsument mehr Geld ausgeben als man hat? Dass das System einfach irgendwann zusammenbricht, war durchaus vorhersehbar, zumal eine Kontrolle offensichtlich nicht gewollt war. Der Zusammenbruch hat doch nur die amerikanische Wirtschaft auf den Wert zurueckstuft, den es wahrscheinlich wirklich hat.

Ich denke, dass keiner antwortet, liegt zum Teil daran, dass das ganze Problem eher ein abstrakt ist und das ganze Problem so gross ist, dass man es nur sehr schlecht allgemein erfassen kann. Zum anderen scheint es zunaechst erstmal andere zu treffen und nicht uns.

klingedooler
24.11.2008, 10:17
Ich hab mir schon gedacht, dass es schlimmer ist, als vermutet:
http://wirtschaft.t-online.de/c/16/95/22/50/16952250.html

...aber die schlimmste Krise seit Ende des II.WK überrascht mich dann doch!

gromich
24.11.2008, 11:26
Wir werden alle noch überrascht sein, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Kreisel dreht sich schon, zwar langsam aber aufzuhalten ist er nicht mehr. Und die Richtung zeigt ganz deutlich nach unten. Prost (und) Mahlzeit.

Kaethe
24.11.2008, 14:36
Dass es die schlimmste Krise seit 1945 ist, ueberrascht mich nicht. So einen Zusammensturz, dass weltweit viele Banken pleite gehen, hat es schon lange nicht mehr gegeben. Unter Umstænden ist es sogar genauso schlimm wie der schwarze Freitag von 1929.

Benjamin
24.11.2008, 16:59
Das sind genau die Vergleiche, die mich stören: Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise gab es zwischen sechs und sieben Millionen Arbeitslose, die aufgrund der kaum vorhandenen staatlichen Unterstützung noch nicht mal wussten, was sie am nächsten Tag essen sollten. Von solchen Zuständen sind wir glücklicherweise noch deutlich entfernt.

Mal ein paar positive Nachrichten zwischendurch: Die Arbeitslosenzahl ist im Oktober auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen - unter drei Millionen (mir ist schon klar, dass sie in den nächsten Monaten wieder steigen werden und dass von der Statistik nicht alles erfasst wird; das war aber vor ein paar Jahren, als es offiziell fünfeinhalb Millionen waren, auch nicht anders).

[/URL][URL]http://www.crosswater-systems.com/ej_news_2008_11_0970_jobscout24_at200811.htm (http://www.crosswater-systems.com/ej_news_2008_11_0970_jobscout24_at200811.htm)

Kaethe
24.11.2008, 17:15
Hmm, die Krise zeigt sich erst im næchsten oder uebernæchsten Jahr, vermute ich, weil erst dann klar sein wird, welche Anforderungen die Banken an Kredite stellen werden.

klingedooler
27.11.2008, 07:52
Opel Bochum "braucht" 420 Mio:
http://wirtschaft.t-online.de/c/16/98/67/88/16986788.html

Oh Gott!! und dabei bin ich Heide...

Kaethe
27.11.2008, 10:11
Hm, also vom Bund ne Milliarde, nur von NRW noch mal ca. ne halbe Milliarde. Dem Bund reichen allerdings einige Nachweise nicht. Warten wir mal ab, ob Opel tatsæchlich die Buergschaften vom Staat bekommt.

klingedooler
27.11.2008, 15:11
Mein Nachbar hatte ne Fliesenfirma. Der ist jetzt pleite. Er hatte keine Bürgschaft erhalten...

Kaethe
28.11.2008, 11:03
Och, sollen wir (Steuerzahler) jedes Geschæft am Leben, das nicht læuft? Opel will das Geld, aber Opel an Opel allein hængen schon ein paar tausend Arbeitsplætze. So ohne weiteres ist das nicht mit einem Kleinbetrieb zu vergleichen. Nur das Werk in Bochum hat 6.000 Arbeitsplætze plus nochmal die angeblich 25.000 Arbeitsplætze in der Zuliefererindustrie. Wichtig ist dabei folgende Gleichung: Bochum = Ruhrpott = Ehemaliges Kohlegebiet NRW = Besonders førderungswuerding aus Sicht der NRW-Landesregierung.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: als Siemens/Benq das Werk in Bocholt, das nur 50 km nørdlicher liegt, aber nicht zum Ruhrpott zæhlt, dichtgemacht haben, war das den Politikern egal. Als Nokia in Bochum das Werk zugemacht hat, das ungefæhr dieselbe Zahl an Beschæftigten hatte, gabs das grosse Geschrei.

Soll Opel Geld bekommen: von mir aus nicht.

Franka
28.11.2008, 11:29
Man muss aber auch bedenken, dass z.B. 6.000 Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren, dem Steuerzahler ebenfalls auf der Tasche liegen, während sie als Beschäftigte und Steuerzahler dem Fiskus Geld in die Kassen spülen würden. Und wenn das Unternehmen mit Hilfe des Staates die Krise übersteht, wird das Geld ja dann auch irgendwann an den Staat zurückfließen. Opel Pleite gehen zu lassen, würde auch den Verlust z. B. der Gewerbesteuer etc. bedeuten.

Kaethe
28.11.2008, 12:33
Die Gewerbesteuer, die nur der Stadt Bochum zu Gute kommt, falls Opel sich da nicht rausrechnen kann. Wenn Bochum Opel behalten will, muss Bochum das Bochumer Werk retten. Das hilft aber nicht, weil das Bochumer Werk ja nur eins von vielen ist und allein sowieso nicht ueberleben kann. Eine europæische Hilfe finde ich fuer Opel sinnvoller, weil das Problem der GMPleite/Zerschlagung usw. stellt sich ja nicht nur in NRW, sondern auch in den anderen europæischen Lændern, z.B. dem Werk in Bruessel.

Es macht nur Sinn Opel zu retten, wenn Opel in der Lage wære allein ohne GM auf dem Weltmarkt zu bestehen. Geld in ein Unternehmen zu stecken, dass allein nicht bestehen kann, hiesse Geld zu verbrennen, weil dann der Staat mit seiner Buergschaft einspringen muss. Kann Opel von allein die Kredite zurueckzahlen, dann entstuende dem Steuerzahler nur ein geringer Schaden auf eine begrenzte Zeit, weil der Betrag der Buergschaft dem Haushalt nicht zur Verfuegung stuende.

Kaethe
11.12.2008, 14:14
Ein sehr interessanter Artikel darueber, ob die ganzen Programme, die teilweise durchgefuehrt werden, um die Rezession abzuwenden, helfen oder nun wahrscheinlich nicht.
http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/politik/479/451194/text/

gromich
11.12.2008, 22:20
Eine schalende Ohrfeige für unsere Regierung gibt der Nobelpreisträger Krugmann. :neinnein:

Guckst du hier
http://nachrichten.t-online.de/c/17/12/28/38/17122838.html

Wickie
12.12.2008, 10:20
Tja und wer hat jetzt Recht?

Kaethe
12.12.2008, 13:14
Ich halte Steinbruecks Vorgehen fuer vernuenftiger. Wenn der Verbraucher jetzt noch keine Hilfe braucht, weil es ihm jetzt noch nicht schlecht geht, kann man besser warten, bis es ihm schlecht geht und dann helfen.
By the way: hier (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/335/451050/text/) das Original von Krugmanns Antwort. Da geht es eigentlich nur darum, dass die Deutschen bøse sind, weil sie sich weigern, zu helfen und dass das den ganzen Abschwung nur verschlimmern wuerde. Substanz finde ich in den Argumenten nicht. Hier (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/335/451050/text/) findet man eine bessere Analyse, warum Deutschland betrofffen ist, obwohl die deutsche Wirtschaft eine andere Struktur hat als die britischen bzw. US-amerikanische.

Wer Recht hat? Das musst du fuer dich entscheiden. Auf mich wirken fast alle Experten eher ratlos als das sie die Patentløsung gegen die Rezession haben. Ich glaube, an der Rezession fuehrt kein Weg dran vorbei, wir muessen da durch. Man kann nur beten, dass es nicht so schlimm wird.

gromich
12.12.2008, 16:35
..Auf mich wirken fast alle Experten eher ratlos als das sie die Patentløsung gegen die Rezession haben. ....

Das trifft die Beurteilung der Situation wohl am besten.

Kaethe
14.12.2008, 13:12
Und deswegen muss man nicht gerade in blinden Aktionismus verfallen und sehenden Auges Geld verbrennen. Eine Bürgschaft für Opel halte ich im Moment eher für falsch, wenn das Geld in die Insolvenzmasse von GM fließt. Das hilft Opel dann ja gar nicht.

Edith meint: Das hier (http://www.faz.net/s/Rub1C361F33FC404444A08B1CFAE205D3E4/Doc~E2E0453B9E70E45F0A2994D3DAD44DEA5~ATpl~Ecommon ~Scontent.html) ist mal eine wesentlich interessantere Løsung fuer Opel.

vränschn
16.01.2009, 17:43
Was haltet ihr eigentlich vom Konjunkturpaket?
Ich steh dem ganzen mal sehr kritisch gegenüber. Selbst wenn es was bringen sollte, sobald die Wirtschaft wieder aufgebaut ist, und sei es erst in Jahrzehten, werden wir die 50 Mrd. Euro durch massig Steuererhöhungen nachzahlen dürfen.

Kaethe
17.01.2009, 16:36
Man müsste gegen die 50 mrd. Euro Neuverschuldung mal die finanzielle Bürde gegenrechnen, die durch erhöhte Arbeitslosigkeit verbunden mit einer Erhöhung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags, Steuerausfall wegen Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und geschwächter Kaufkraft entstehen. 50 mrd. sind das sicherlich, die Frage ist nur, ob durch das Konjunkturpaket der Schaden um mehr als 50 mrd. abgemildert werden kann.

vränschn
17.01.2009, 16:38
Ich frage mich halt teilweise, was es bringen soll. Diese Einmalzahlung von 100 Euro pro Kind beispielsweise, da hat ne Familie doch kaum was von. Da kannste dann 2 Monate Windeln von kaufen wenn überhaupt und schon ist es weg. Oder einen Kinderwagen...

Kaethe
17.01.2009, 17:29
Die Menschen sollen ihr Geld ausgeben, damit die Firmen mehr Geld bekommen, um Arbeitsplätze zu halten. Jedes verkaufte Teil ist gut, um den Schaden zu verringern.

vränschn
17.01.2009, 17:30
schon klar, aber Kann auch schief gehen, sodass jeder sagt, ich spare lieber, wer weiß, wie lange ich noch geld hab ^^

Kaethe
17.01.2009, 17:35
Nun, aber das ist ein generelles Problem, was man mit dem Geld macht. Fragt sich nur, ob einige 100 Euro sparen können. Bei einigen Familien dürfte das Geld hochwillkommen sein, um Essen, Schuhe oder sonst noch notwendige Dinge kaufen zu können. Da sind die hundert Euro schon sinnvoll.

harzteufel
28.03.2009, 09:44
Der kleine Mann bangt um Job und sein Erspartes, doch die Gier geht weiter...

Es ist einfach unfassbar: Die Dresdner Bank macht Milliarden-Verlust, der neue Besitzer Commerzbank musste bei der Übernahme ihretwegen vom Steuerzahler gestützt werden – und die eigenen Manager kassieren ab wie noch nie!

Das Geld wurde gezahlt, obwohl die Dresdner Bank ein katastrophales Ergebnis vorgelegt hat. 2008 verbuchte das Frankfurter Institut 6,3 Milliarden Euro Verlust – Rekord!

http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/03/28/kanzlerin-angela-merkel/kg-geldsaecke__11868466-1238184285.jpg
Quelle: bild.de

Ich könnte kotzen und hoffe Ihr erstickt daran! :mad1:

Kaethe
28.03.2009, 11:13
Och, überrascht das? Überrascht das wirklich? Erstens muss man schön auseinanderhalten, wer da soviel Geld abkassiert. Die Vorstände der Dresdner Bank sind nicht die Vorstände die der Commerzbank, die weniger Geld erhalten haben. Da einige Manager langfristige Verträge hatten, die vorzeitig aufgelöst werden, frage ich mich, ob da nicht doch eventuell gerechtfertigte Abfindungen gezahlt werden mussten. Zumal ein Teil des Verlustes der Dresdner Bank auch diese gezahlten Boni und Abfindungen sind.
Hier sind noch einige Artikel zu dem Thema: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,615845,00.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,615996,00.html

harzteufel
28.03.2009, 17:39
ich finde einfach die höhe der abfindungen unglaublich... ebenso wie es einen mindestlohn gibt, so sollte auch ein maximales gehalt eingeführt werden. die leute verdienen so viele geld und streichen dann noch millionen an abfindungen ein? wofür? ebenso sollten von den monatsgehälter auch die manager private altersvorsorge betreiben und pensionen in millionenhöhe kassieren...

...und die politiker schreien immer nur auf und schlagen die hände über den kopf zusammen. letztlich tun sich aber nichts, weil wohl zuviel von ihrem eigene geld daran hängt. nun ja...

Kaethe
28.03.2009, 18:50
Tja, wenn das mal so einfach wäre.

Wie setzen sich denn diese 6,4 Mill., die jeder angeblich im Schnitt bekommen soll zusammen? Ein Teil ist ein Grundgehalt, dass mit Sicherheit schonmal hoch ist. Ein Teil dürfte ein Boni sein, der für erbrachte Leistungen gewährt wird. Nur weil eine Sparte der Dresdner Bank schlecht gewirtschaftet hat, heißt das nicht, dass derjenige, der solide gearbeitet hat, keinen Boni bekommen soll. Zusammengekracht ist nur der Immobilienmarkt in den USA, nicht in Deutschland. Und wer einen 10 Jahresvertrag hat, aber nach 2 Jahren gehen soll, der hat Anspruch auf eine Abfindung. Das ist ganz einfach.
Und der dritte Teil ist der, das Gehalt dieser Menschen setzt sich unglaublich kompliziert zusammen. Da ist ja nicht nur das Grundgehalt plus Bonus vorhanden, sondern noch irgendwelche Unternehmensanteile, die dann ausgezahlt werden müssen, etc. Das summiert sich dann prächtig.

Pensionen bekommen Manager nicht, sondern nur Rente. Sie sind keine Beamten.

Warum die Politiker nichts machen? Was sollen sie denn machen? Ich fände es erschreckend, wenn ein Politiker plötzlich in und an meinem Arbeitsvertrag rumpfuscht. Was ich da aushandele geht nur den Arbeitgeber und die Parteien etwas an. Das einfach eine Ausprägung von Freiheit.

Nun, der 'kleine' Arbeitnehmer der Commerzbank/Dresdner Bank verdient auch so schlecht, dass er später zu wenig Rente bekommt. Das ist doch nur aufgeblasenes Wahlkampfgerede und Stimmungsmache.

senryu
30.03.2009, 12:39
Da ist ja nicht nur das Grundgehalt plus Bonus vorhanden, sondern noch irgendwelche Unternehmensanteile, die dann ausgezahlt werden müssen, etc. Das summiert sich dann prächtig.

Mal ganz generell und nicht branchenspezifisch.

Managergehälter setzen sich üblicherweise aus 80% Fixgehalt plus 20% Bonus zusammen (gern auch mal 70/30, Vertrieb sogar eher 60/40 je nach Branche. Bonus wird üblicherweise unterteilt in Persöniche Performance, Unternehmensperformance gesamt, Business Unit Performance (kann wesentlicher Unterschied zu Unternehmensperformance sein!), zusätzlich kommen darauf noch stock options oder shares (wesentlich mehr Wert), dazu Altersvorsoge, Firmenwagen, Zusatzkrankenversicherung etc. aber keine - wie Käthe richtig sagte - Pension. Das nur mal ganz generalistisch, weil real wirds schon mal komplizierer.

Und wer einen 10 Jahresvertrag hat, aber nach 2 Jahren gehen soll, der hat Anspruch auf eine Abfindung.
gut, so lange Verträge sind mir jetzt nicht bekannt ;) aber üblicherweise werden bspw. Geschäftsführer-Verträge zwischen 3-5 Jahren abgeschlossen. Wer jetzt nach bspw. 1,5 Jahren wegen Misswirtschaft fliegt, bekommt üblicherweise noch sein Geld, ja. Darüber kann man jetzt geteilter Meinung sein, aber was im Vertrag steht, muss üblicherweise auch eingehalten werden. Ist nun mal leider so.

Kaethe
30.03.2009, 14:47
War ja auch nur ein Bsp., um das Problem sehr zu verdeutlichen. Allein diese generelle Beschreibung hat die Bild nicht richtig verstanden. Und um das zu verændern, muesste die 'Politik', wie sie so schøn genannt wird, in die Vertræge eingreifen. Das heisst ja nichts anderes, dass der Bundestag die Regierung ermæchtigt, in die Vertræge zwischen Managern und Firmen oder Angestellten und Firmen einzugreifen. Wer will das denn?

senryu
30.03.2009, 14:56
das war kein Angriff auf dich, sondern eine allgemeine Erklärung, weil die meisten nicht wissen, wie sich sowas zusammensetzt und das vielleicht auch mal interessant wäre das zu erfahren...

Kaethe
30.03.2009, 15:15
Klarstellen darf ich auch, oder? Ich hatte jetzt gedacht, meine Intention mit dem 10 Jahren wære unklar gewesen. ;)

Und das andere ist meine Meinung zu einem staatlichen Eingriff in Vertræge, wie die Bild sie vorschlægt. Da gruesst Erich HOnecker und keiner regt sich auf? Das finde ich sehr seltsam und bedenklich.

Ich frage mich, ob Opel ueberhaupt gerettet werden soll, wenn das wertvollste, die ganzen Patente, bei GM liegen. Und um GM schaut es ja immer noch nicht gut aus.