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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Völlige-Lösung-Des-Gaza-Konfliktes


Mario
06.02.2009, 21:14
Der Krieg ist offiziel beendet, aber jeden Tag mehren sich die Meldungen : Hamas beschießt Israel, Israel bombardiert Gaza, Schiffe mit Hilfsgütern beschossen, Politiker beraten den Krieg wieder aufzunehmen...

Nun wollte ich eine Umfrage machen, in dem ich ein paar Punkte gebe über die ihr Abstimmen und Diskutieren könnt.

Mario
06.02.2009, 21:23
Klasse meine Umfrage fehlt ^^

Mach ich es einfach mal so :


Vernichtung der Hamas



Besetzung des Gaza´s Streifen



Den Palästinensern wieder ihr eigenes Land geben



Andere

NDjokovic
06.02.2009, 23:37
Wir hatten das Thema vor kurzem in Geographie...
Eine dauerhafte Lösung ist wohl, dass jeder wieder sein Gebiet von früher bekommt.

Benjamin
07.02.2009, 01:26
Und von wieviel früher? So wie es vor 45 Jahren war? Oder vor 60 Jahren? Wollen wir vielleicht sogar 90 oder 150 Jahre zurück gehen? In jedem Fall wäre das Ergebnis ein anderes.

Jens
07.02.2009, 01:47
"Früher" würde unter Umständen sogar implizieren, dass du etwa dreitausend Jahre zurückgehen müsstest; zudem dürfte eine Einigung in Grenzfragen utopisch sein.

@ Mario: "Vernichtung der Hamas"? Wie genau sähe die aus?

Kaethe
07.02.2009, 02:49
Ich finde, das ist eine ganz schwierige Frage. Dazu müsste man erstmal alle Gründe des Krieges eruieren. Einer davon ist mit Sicherheit die Siedlungspolitik der Israelis, die allerdings bereits zurückgefahren wird. Schließlich hat das israelische Militär bereits einige Siedlungen geräumt.
Ein anderes Problem ist Wasser. Die Palästinenser sind mit der Wasserversorgung von den Israelis abhängig und sind wohl auch schlechter mit Wasser versorgt als die Israelis. Dann darf die Wasserversorgung der Palästinenser nicht dazu führen, dass Syrien oder der Libanon Probleme mit ihrer Wasserversorgung bekommen, etc. Nur diese Frage ist schon hochkompliziert und ein Pulverfaß.
Drittens müssten die Hardliner auf beiden Seiten anerkennen, dass dort zwei verschieden Nationen agieren und die Palästinenser genause wie die Israelis ein Recht darauf haben, in der Region zu leben und Zugang zu den jeweiligen heiligen Stätten zu haben.

klingedooler
07.02.2009, 09:33
Seit wann gibt es nochmal Israel?^^

Mario
07.02.2009, 14:54
Seit 1948. Naya die Vernichtung der Hamas sähe so aus, solange Krieg zu führen bis die Hamas vollkommen geschlagen ist. Was aber wohl auch nicht durchzuführen ist.

Kaethe
07.02.2009, 15:13
Der Staat Israel ist seit seiner Entstehung umstritten. Vorher nannte sich das Gebiet Westpalästina, das seit 1917 unter britischer Verwaltung stand. Juden durften sich ab 1922 nur in bestimmten Gebieten ansiedeln. Die UNO hat dann einen Teilungsplan ausgearbeitet, der zwei Staaten vorsah, einen jüdischen und einen palästinensischen. Israel wurde von seinen Nachbarn zunächst nicht anerkannt, entsprechend musste es sich verteidigen. Es hat dann etwas 30 Jahre gedauert, bis Ägypten Israel als Staat anerkannt hat.

Die einzige, vermutlich auf Dauer tragfähige Lösung könnte ein israelisch-palästinensischer Staat sein. Beide Gruppen leben dort immer schon und haben Ansprüche in diesem Landstrich zu leben. Aber dafür müssten beide Bevölkerungsgruppen miteinander leben können. Und das scheint mir momentan unmöglich.

Benjamin
07.02.2009, 16:55
Ich bezweifle, dass das für die Israelis eine akzeptable Lösung wäre... denn dann wären sie wahrscheinlich über kurz oder lang im eigenen Staat wieder in der Minderheit. Viel sinnvoller wäre es meiner Meinung nach, die Palästinenser auf die umliegenden arabischen Staaten zu verteilen; dort ist erstens wesentlich mehr Platz, und zweitens passen sie dort von der Kultur her viel besser hin.

Kaethe
07.02.2009, 17:00
Was ihnen das Recht nimmt, was Israel für sich einnimmt, ein Existenzrecht als eigener Staat. Wenn man das Israel einräumt, muss man das auch Palästinensern zugestehen. Schließlich leben die Palästinenser auch schon lange dort und man kann sie nicht mit Syrern, Ägyptern oder Libanesen vergleichen. Sie haben auch eine eigene Kultur und ein Recht darauf diese Kultur auszuleben. Einige von denen sind von den Israelis Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre vertrieben worden.

Benjamin
07.02.2009, 19:08
Wobei sich da für mich die Frage stellt, inwiefern die Palästinenser überhaupt ein Volk im eigentlichen Sinne sind. Soweit ich weiß, war es vor der Staatsgründung Israels noch nicht üblich, von einem palästinensischen Volk zu sprechen. Das waren eben einfach die Araber, die im Gebiet des heutigen Staats Israels gelebt haben. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl hat sich erst in den letzten Jahrzehnten gebildet.
Ich würde sie eher mit der der Sudetendeutschen, Pommern und Ostpreußen nach dem zweiten Weltkrieg vergleichen. Die wurden nach dem verlorenen Krieg auch aus ihrer Heimat vertrieben - nur wurden sie eben nicht 60 Jahre lang in Flüchtlingslagern an der Grenze gelassen, sondern sie wurden in die übrige deutsche Bevölkerung integriert - und heutzutage gibt es nur noch vereinzelt Stimmen, die noch Anspüche auf Gebiete im heutigen Polen bzw. Tschechien anmelden.
Hätten das die Araber damals mit den Bewohnern Palästinas genauso gehandhabt, gäbe es - davon bin ich überzeugt - wesentlich weniger Probleme. Hinzu kommt ja, dass es ursprünglich ja auch geplant war, sowohl einen Staat Israel als auch einen arabischen Staat auf dem dortigen Territorium zu gründen - bloß wollten sich die arabischen Länder damit ja nicht zufrieden geben; sie haben stattdessen Israel gleich nach der Staatsgründung den Krieg erklärt, der dann aber bekanntermaßen anders lief als gedacht: Sie haben ihn verloren, und das hat Israel ein paar weitere Gebiete eingebracht.

Ich bin ja auch nicht gegen einen Palästinenserstaat und finde insbesondere die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland auch nicht in Ordnung, weil dadurch die Gründung eines solchen Staats erschwert wird - aber solange die Palästinenser das Existenzrecht Israels nicht anerkennen, sollten sie auch keinen eigenen Staat bekommen, denn der befände sich dann ja quasi von Beginn an im Kriegszustand mit Israel.

Kaethe
07.02.2009, 20:32
Vor der Gründung Israels hieß das Gebiet Westpalästina. im übrigen wurde das Gebiet von den Römer (http://de.wikipedia.org/wiki/Palaestina)n Palästina genannt. Insofern ist das nichts Neues.Allerdings nennen sich die Araber dort erst seit 30 Jahren Palästinenser (http://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4stina_(Region)).

Außerdem erkennen auch nicht alle Palästinenser den Israelis ein Existenzrecht ab, sondern nur die Hamas nicht. Die PLO und die Fatah haben sich da inzwischen gewandelt. Außerdem ist es den Zivilisten ziemlich egal, solange sie leben können und nicht bombardiert werden u.ä. Es gibt außer der Siedlungspolitik auch einige andere politische Entscheidungen Israels, die nicht in Ordnung sind. Eine davon ist die Mauer, die um den Gazastreifen gebaut wird.

Jens
07.02.2009, 20:37
Wobei die Sudetendeutschen, Ostpreußen usw. ja nie Unabhängigkeitsbestrebungen innerhalb des damaligen Deutschen Reichs hatten, im Gegensatz zu den Palästinensern, da sollte man schon einen Unterschied machen, denke ich.
Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Benjamin und Kaethe.

Naya die Vernichtung der Hamas sähe so aus, solange Krieg zu führen bis die Hamas vollkommen geschlagen ist. Was aber wohl auch nicht durchzuführen ist.
Es ist einfach faktisch nicht möglich. Man sollte dabei vielleicht nicht vergessen, dass "die Hamas" nicht irgendeine nicht näher zu definierende "Masse" ist, sondern Menschen, Männer, Frauen, Kinder. Ganz egal, was man von ihrer politischen Ansicht hält und ganz egal, wie falsch diese sein mag. Und "so lange Krieg zu führen, bis die Hamas vollkommen geschlagen ist" heißt für mich im Umkehrschluss, so lange Krieg zu führen, bis Hunderttausende von Menschen abgeschlachtet wurden. Und das Ganze unter der Prämisse, dass keiner "nachkommt". Kurz: Es ist 1. unmöglich, 2. unmenschlich und 3. hatten wir das schon mal, es ist Gott sei Dank 1945 beendet worden. Genau so könnte man sagen, "wir vernichten den Katholizismus".

Was diesen Konflikt betrifft, bin ich inzwischen Pessimist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es eine langfristig erfolgreiche Lösung gibt; vor allem, weil die Zahl der Fanatiker auf beiden Seiten zu hoch ist. Und so lange auf beiden Seiten immer wieder neue Fanatiker nachkommen.

Kaethe
07.02.2009, 20:42
Bitte, nicht alle Palästinenser sind Mitglieder der Hamas. Es gibt da noch die PLO und ihre Fatah, die aber über die Hamas keine Macht haben.

Auf der anderen Seite gibt es wunderschöne Projekte, in denen Israelis und Palästinenser zusammenarbeiten. Ein Beispiel: Das West-Eastern Diva Orchestra (http://de.wikipedia.org/wiki/West-Eastern_Divan_Orchestra) unter Leitung von Daniel Barenboim.

Für einen dauerhaften stabilen Frieden seh ich tatsächlich nur die Möglichkeit eines friedlichen Miteinanders von Palästinensern und Juden. Und wenn ich ehrlich bin: Islamische Araber leben dort seit 638, wieso sollten sie umgesiedelt werden? Es ist schon eine eher seltsame Forderung, einen vor über 1.500 Jahren zerstörten Staat wiederherstellen zu wollen. Mal ganz abgesehen davon, war es unter osmanischer Herrschaft den Juden und Christen möglich, friedlich mit Moslems zusammenzuleben. Warum kann man sich an diese Zeit nicht zurückerinnern und diese Zeit zum Vorbild nehmen?

Jens
07.02.2009, 20:56
Bitte, nicht alle Palästinenser sind Mitglieder der Hamas.
Das wollte ich damit auch nicht sagen. Ich wollte nur verdeutlichen, dass wir hier nicht von einer Institution reden, sondern von Menschen.

Kaethe
07.02.2009, 21:07
Ich habe hier (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,603650,00.html) ein aufschlussreiches Interview mit einem Vertreter der Hamas.

Und diese Nachricht (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,606048,00.html) lässt mich daran zweifeln, dass die Hamas den großen Rückhalt in der palästinensischen Bevölkerung haben.

Benjamin
08.02.2009, 01:37
Was heißt umgesiedelt - umgesiedelt würden sie ja gerade, wenn man sie nach Israel zurückkehren ließe... wie gesagt, zwei Völker, die sich spinnefeind sind, in einen Staat zu stecken, halte ich für die schlechtestmögliche Lösung. Da sind doch Unruhen vorprogrammiert.

Kaethe
08.02.2009, 02:04
Wieso sollten diejenigen, die jetzt im Gazastreifen oder im Westjordanland leben, diese Gebiete verlassen und in andere Staaten ziehen? Offiziell gehören diese Bereiche zu Israel. Und was ist mit den Landstrichen, die sich Israel durch Kriege unter den Nagel gerissen hat, wie z.B. die Golanhöhen? Und Flüchtlinge, die noch im Libanon oder in Ägypten in den Flüchtlingslagern leben, sollen dort bleiben? Diejenigen, die in den 50er Jahren von den Israelis vertrieben worden sind, haben kein Recht auf Rückkehr?

Benjamin
08.02.2009, 02:47
Dann haben wir uns missverstanden; ich hatte das Westjordanland und den Gazastreifen nicht direkt als israelisches Staatsgebiet betrachtet. Natürlich sollen die Bewohner dieser Gebiete dort bleiben... das ist ja gerade die Region, die sich für einen palästinensischen Staat anbietet. Wieviel Platz dort für die Bewohner der Flüchtlingslager noch wäre, weiß ich nicht - aber die würden auf jeden Fall eher dorthin passen als nach Israel selbst.

Die Golanhöhen sind natürlich wieder ein anderes Thema: Vor der Besetzung der Golanhöhen durch Israel hat Syrien von dort aus regelmäßig Nordisrael mit Artillerie beschossen - Israel hat sich gewehrt, Syrien hat den Krieg verloren - und es ist ja bei weitem nicht das erste Mal, dass der Verlierer eines Krieges im Anschluss Gebiete abtreten musste.

Sprungbärchen
08.02.2009, 03:01
Es wird noch ewige Zeiten dauern, bis dort einmal Frieden herrschen wird, wenn überhaupt. Aber es kann nur eine Lösung geben, und die hat Kaethe schon genannt. Ein gemeinsames Miteinander in einem Staat. Oftmals haben kriegierische Auseinandersetzungen zu mehreren Staaten geführt, wie z.B. auf dem Balkan. Von daher hat auch Benjamin nicht so ganz unrecht, wenn er sagt, dass ein Staat für beide Völker nicht funktionieren kann.

Nur kann man die Palästinenser weder in andere Länder schicken, noch die Israelis dazu zwingen, Gebietsansprüche völlig abzutreten. Beide Völker müssen akzeptieren, dass in ihrem Gebiet beide Gruppen ihr zu Hause haben. Zwangsläufig müssen sie es friedlich miteinander teilen. Nur wann und ob diese Erkenntnis kommt....

Kaethe
12.02.2009, 22:01
Naja, und wie soll ein palästinensischer Staat wirtschaftlich überleben? Viele Palästinenser haben keine Arbeit, weil sie vorher in Israel gearbeitet haben. Vermutlich dürfte das so ähnlich sein, wenn es zwei Staaten gibt. Ein palästinensischer Staat müsste auch die Möglichkeit haben, Israel zu durchqueren, um Warenaustausch vom Westjordanland zum Gazasteifen und zurück zu gewährleisten. Genauso wie gewährleistet sein muss, dass den Gazastreifen Schiffe erreichen. Auch bei zwei Staaten müssen beide Gruppen miteinander leben.

Kaethe
25.02.2009, 15:00
Hier (http://www.youtube.com/watch?v=xp_4zkuwozI&feature=related) findet man ein relativ interessantes Video über einen Teil der Entstehung des Gaza-Konflikts.