PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zentrale Abschlussprüfungen in der Schule - Pro und Contra


*Verena*
21.04.2009, 17:03
Hehe, das ist nett - für die Lehrer insgesamt weniger Mehrarbeit - aber dafür sind die Schüler doppelt bestraft. :hihi:

Die haben echt blöde Ideen *kopfschüttel*
Wenn jetzt die Zentralmatura auch noch kommt... :irre:

Benjamin
21.04.2009, 17:07
Die haben echt blöde Ideen *kopfschüttel*
Wenn jetzt die Zentralmatura auch noch kommt... :irre:
So was habt ihr auch nicht? :irre:
Oder meinst du bundesweit?

*Verena*
21.04.2009, 17:09
So was habt ihr auch nicht? :irre:
Oder meinst du bundesweit?

Nein, wir haben das von schule zu schule verschieden bzw. die Lehrer suchen die Fragen aus, bei einer Zentralmatura hätten die Lehrer gar keinen Einfluss auf die Fragen, was ich persönlich einfach nur besch***** finde. :irre:

Benjamin
21.04.2009, 17:14
Nein, wir haben das von schule zu schule verschieden bzw. die Lehrer suchen die Fragen aus, bei einer Zentralmatura hätten die Lehrer gar keinen Einfluss auf die Fragen, was ich persönlich einfach nur besch***** finde. :irre:
Naja, ich finde ein Zentralabi bzw. Matura insgesamt eben gerechter, gerade weil die Lehrer da keinen Einfluss drauf haben. Sonst sind doch die, die 'nen strengen Lehrer haben, doppelt gestraft.

*Verena*
21.04.2009, 17:18
Naja, ich finde ein Zentralabi bzw. Matura insgesamt eben gerechter, gerade weil die Lehrer da keinen Einfluss drauf haben. Sonst sind doch die, die 'nen strengen Lehrer haben, doppelt gestraft.

Naja, aber wenn man jetzt ein Thema ned so genau durchgemacht hat (der Lehrplan in Ö lässt den Lehrern da ja anscheinend ein bissl einen Freiraum) und man bekommt dann die Frage dazu, ist das ein bissl blöd :hmpf:
Wenn der Lehrer die Fragen stellt, dann kann man sich zumindest sicher sein, dass der Stoff im Unterricht durch genommen wurde.
Außerdem ist das Niveau unter den Schulen hier (weiß das jetzt nur von AHS Schulen) sehr unterschiedlich...

Kerstin
21.04.2009, 17:21
Naja, ich finde ein Zentralabi bzw. Matura insgesamt eben gerechter, gerade weil die Lehrer da keinen Einfluss drauf haben. Sonst sind doch die, die 'nen strengen Lehrer haben, doppelt gestraft.

Also, ich finde, beides hat seine Vor- und Nachteile. Wenn ich mir die durchschnittlichen Abinoten an meiner Schule heute anschaue, hätt ich auch gern Zentralabi gehabt, das scheint deutlich einfacher zu sein (oder die jungen Menschen sind heute alle schlauer als wir).

Aber ich finde, die Art zu lernen ist beim Zentralabi irgendwie nicht so schön, weil es viel stärker darum geht, Wissen anzuhäufen, das man dann ausspucken kann. Ich habe an der Uni schon den Eindruck, dass es man es Studierenden heute anmerkt, dass die viel mehr Prüfungen dieser Art schon in der Schule und jetzt mit den BAs auch an der Uni haben. Die wollen am liebsten nur noch fertige Wissensbrocken, die sie auswendig lernen können. In einer Geisteswissenschaft geht so wirklich was verloren.

Benjamin
21.04.2009, 17:24
Naja, aber wenn man jetzt ein Thema ned so genau durchgemacht hat (der Lehrplan in Ö lässt den Lehrern da ja anscheinend ein bissl einen Freiraum) und man bekommt dann die Frage dazu, ist das ein bissl blöd :hmpf:
Wenn der Lehrer die Fragen stellt, dann kann man sich zumindest sicher sein, dass der Stoff im Unterricht durch genommen wurde.
Außerdem ist das Niveau unter den Schulen hier (weiß das jetzt nur von AHS Schulen) sehr unterschiedlich...
Ein weiterer Vorteil: Die Lehrer können nicht einfach Stoff weglassen, wie es ohnen passt.
Und das mit dem Niveau ist ja grad ein Grund, der fürs Zentralabi spricht: Der Unterschied zwischen "leichten" und "schweren" Schulen wird abgemildert.

Eine gewisse Wahlmöglichkeit gibt es bei uns ja trotzdem noch: So kann in Mathe der Lehrer, in Deutsch der Schüler zwischen verschiedenen Aufgabensätzen wählen.

*Verena*
21.04.2009, 17:24
Also, ich finde, beides hat seine Vor- und Nachteile. Wenn ich mir die durchschnittlichen Abinoten an meiner Schule heute anschaue, hätt ich auch gern Zentralabi gehabt, das scheint deutlich einfacher zu sein (oder die jungen Menschen sind heute alle schlauer als wir).

Aber ich finde, die Art zu lernen ist beim Zentralabi irgendwie nicht so schön, weil es viel stärker darum geht, Wissen anzuhäufen, das man dann ausspucken kann. Ich habe an der Uni schon den Eindruck, dass es man es Studierenden heute anmerkt, dass die viel mehr Prüfungen dieser Art schon in der Schule und jetzt mit den BAs auch an der Uni haben. Die wollen am liebsten nur noch fertige Wissensbrocken, die sie auswendig lernen können. In einer Geisteswissenschaft geht so wirklich was verloren.

Alles hat Vor und Nachteile... die Lehrer an meiner Schule wehren sich aber vehement gegen die Zentralmatura und ich finde auch, dass es genügend andere Dinge im österreichischen Bildungssystem gibt, die eine Verbesserung eher nötig haben.

*Verena*
21.04.2009, 17:29
Ein weiterer Vorteil: Die Lehrer können nicht einfach Stoff weglassen, wie es ohnen passt.
Und das mit dem Niveau ist ja grad ein Grund, der fürs Zentralabi spricht: Der Unterschied zwischen "leichten" und "schweren" Schulen wird abgemildert.

Eine gewisse Wahlmöglichkeit gibt es bei uns ja trotzdem noch: So kann in Mathe der Lehrer, in Deutsch der Schüler zwischen verschiedenen Aufgabensätzen wählen.

Nein, sie müssen eh den Stoff, der im Lehrplan angegeben ist unterrichten. Sie können aber (meist in Absprache mit den schülern) Themen ausführlicher oder weniger ausführlich machen und das wirkt sich dann auch bei den Maturafragen aus. Bei der Zentralmatura muss aber der Stoff (und zwar jedes Thema) ziemlich detailliert gemacht werden, weil es könnte ja zur Matura eine Frage darüber gegeben werden. Und das stell ich mir ned so toll vor :hmpf:

Aber es gibt zwischen einigen Schulen einen Niveau-unterschied... da kann man doch ned alle in einen Topf werfen :brauen::irre:

Benjamin
21.04.2009, 17:29
Also, ich finde, beides hat seine Vor- und Nachteile. Wenn ich mir die durchschnittlichen Abinoten an meiner Schule heute anschaue, hätt ich auch gern Zentralabi gehabt, das scheint deutlich einfacher zu sein (oder die jungen Menschen sind heute alle schlauer als wir).
Wobei das immer abhängig vom Jahr ist - und zwischen den einzelnen Jahren teilweise erschreckend schwankt. :irre:
Wer das mal etwas genauer nachlesen möchte, dem empfehle ich hierzu die NIMBUS-Studie, die sehr genau die Abiturprüfungsergebnisse Baden-Württembergs hauptsächlich in Mathe analysiert. http://zinser.comt.de/NIMBUS.html

Aber ich finde, die Art zu lernen ist beim Zentralabi irgendwie nicht so schön, weil es viel stärker darum geht, Wissen anzuhäufen, das man dann ausspucken kann. Ich habe an der Uni schon den Eindruck, dass es man es Studierenden heute anmerkt, dass die viel mehr Prüfungen dieser Art schon in der Schule und jetzt mit den BAs auch an der Uni haben. Die wollen am liebsten nur noch fertige Wissensbrocken, die sie auswendig lernen können. In einer Geisteswissenschaft geht so wirklich was verloren.
Das wiederum halte ich für keinen so großen Nachteil speziell des Zentralabiturs - ich denke, das Problem besteht bei jeder schriftlichen Prüfung, und auch nicht nur in den Geisteswissenschaften.

Mondfalke
21.04.2009, 17:30
Hier wurde der Lehrplan doch angepasst als das Zentralabi eingeführt wurde???

Ich war aber ganz dankbar, keins zu haben. Gerade im Geschichts-LK hat uns das viele Freiheiten gegeben, da dort nur die Epochen vorgeschrieben waren ;)

So, jetzt gehe ich wieder ins Labor :hihi:

Kückn
21.04.2009, 17:31
Nein, sie müssen eh den Stoff, der im Lehrplan angegeben ist unterrichten. Sie können aber (meist in Absprache mit den schülern) Themen ausführlicher oder weniger ausführlich machen und das wirkt sich dann auch bei den Maturafragen aus. Bei der Zentralmatura muss aber der Stoff (und zwar jedes Thema) ziemlich detailliert gemacht werden, weil es könnte ja zur Matura eine Frage darüber gegeben werden. Und das stell ich mir ned so toll vor :hmpf:

Aber es gibt zwischen einigen Schulen einen Niveau-unterschied... da kann man doch ned alle in einen Topf werfen :brauen::irre:

Ob man dann aber alles so macht, was man können müsste, ist auch fraglich. Während meiner Ausbildung haben wir bestimmte Themen gar nicht behandelt und in der Prüfung kamen sie dran. Tolle Schule, sag ich da dann nur.

*Verena*
21.04.2009, 17:34
Ob man dann aber alles so macht, was man können müsste, ist auch fraglich. Während meiner Ausbildung haben wir bestimmte Themen gar nicht behandelt und in der Prüfung kamen sie dran. Tolle Schule, sag ich da dann nur.

Ja, das hängt dann wahrscheinlich von der Schule und den Lehrern ab. Hab mal mit ein paar Absolventinnen meiner Schule geredet und die haben gemeint, dass die Fragen bei der Matura allesamt über Themen waren, die durchgemacht wurden.

Nika
21.04.2009, 17:34
....
Aber es gibt zwischen einigen Schulen einen Niveau-unterschied... da kann man doch ned alle in einen Topf werfen :brauen::irre:

auch die Schüler sind unterschiedlich und man wirft sie in einen Topf. :rolleyes:

Es ist nichts passiert, es nichts passiert.

*Verena*
21.04.2009, 17:37
auch die Schüler sind unterschiedlich und man wirft sie in einen Topf. :rolleyes:

Es ist nichts passiert, es nichts passiert.

Man kann halt ned für jeden Schüler individuell eine eigene Matura machen.. das würde den rahmen doch ziemlich sprengen. Aber mit der Zentralmatura müssen halt alle das gleiche können, das heißt dass das Niveau auf der einen Seite angehoben und auf der anderen gesenkt wird. Ob das so gut ist wage ich zu bezweifeln, aber ich kann mich auch täuschen ;)

Kerstin
21.04.2009, 17:43
Wobei das immer abhängig vom Jahr ist - und zwischen den einzelnen Jahren teilweise erschreckend schwankt. :irre:
Wer das mal etwas genauer nachlesen möchte, dem empfehle ich hierzu die NIMBUS-Studie, die sehr genau die Abiturprüfungsergebnisse Baden-Württembergs hauptsächlich in Mathe analysiert. http://zinser.comt.de/NIMBUS.html


Das wiederum halte ich für keinen so großen Nachteil speziell des Zentralabiturs - ich denke, das Problem besteht bei jeder schriftlichen Prüfung, und auch nicht nur in den Geisteswissenschaften.

Ich kann das nur auf meine Schule beziehen, in der der Abischnitt nach der Einführung des Zentralabiturs in jedem Jahr deutlich besser war als vor dem Zentralabi. Das spricht vermutlich für das Niveau meiner Schule.

Nein, es spricht natürlich nicht speziell gegen das Zentralabi. Dieses ist nur ein Baustein unter vielen. Aber ich habe einfach den Eindruck, dass seit der ersten PISA-Studie das Bestreben nach solchen vergleichbaren Leistungstests, ob nun im Abi oder nach der Sek I oder wann auch immer, stetig wächst. Und dass es so immer mehr darum geht, ein bestimmtes Volumen abfragbares, nützliches Wissen in die Schüler zu stopfen. Dabei bleiben andere Bildungsziele, wie Problembewusstsein oder der Umgang mit nicht eindeutig zu beantwortenden Fragen auf der Strecke. Und diese Tendenz sehe ich inzwischen auch an der Uni, was ich ziemlich schade finde. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es eine ziemliche Herausforderung ist, Prüfungen so zu gestalten, dass man Problembewusstsein abtesten kann. Ich finde nur, es gehört zur Bildung dazu und man muss sich schon überlegen, wie man Bildung so gestalten kann, dass sie mehr als bloße Wissensvermittlung ist.

Benjamin
21.04.2009, 17:44
Naja, schon - aber der Sinn der Abschlussprüfung ist ja auch, dass man einen einigermaßen objektiven Vergleich der Leistungsfähigkeit der einzelnen Schüler erhält. Deswegen finde ich es eben unfair, wenn zwei Schüler, die verschiedene Schulen besuchen und bei denen der eine deutlich besser ist als der andere, am Ende die gleiche Note haben, weil der andere halt das Glück hatte auf einer Schule mit einer "leichten" Abschlussprüfung zu sein.
Und wie gesagt, ganz das Gleiche lernen müssen sie nicht... es stehen immer noch mehrere Aufgabensätze zur Auswahl, unter denen dann der Lehrer oder der Schüler auswählen und Schwerpunkte bilden kann.
Außerdem setzt der Schüler ja auch schon bei der Kurswahl Schwerpunkte.

Nadl
21.04.2009, 17:57
also ihc bin pro zentral abi ich finde auhc das es fairer ist und das abi würde allgemein mehr zählen... sieht man ja shcon momentan in den bundesländern wo es das gibt... das ist echt net so schlimm und mit glück habt ihr vielleihct sogar eine frage die ein lehrer vone uch eingesandt hat wie bei meiner bio prüfung... also ich hab das zentralabi geschafft dann packts jeder ;-)

*Verena*
21.04.2009, 18:04
Ich bin dagegen - zumindest in der Form, in der es die österreichische Bildungsministerin einführen will :rolleyes:

Benjamin
21.04.2009, 18:08
Wie soll denn diese Form genau aussehen?

Im Übrigen: Falls du der erste Jahrgang wärst, in dem es eingeführt wird, wäre ich an deiner Stelle absolut dafür - denn die Erfahrung zeigt, dass bei solchen Neuerungen die Schnitte zunächst wesentlich besser ausfallen, da die Politiker auf keinen Fall ein Debakel erleben möchten.

@Nadl: Wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese, wäre ich nicht drauf gekommen, dass du Abi hast. :D:

Kerstin
21.04.2009, 18:10
Mich stört auch, wie stark die Inhalte in den Fächern dann eingeschränkt sind. Zu meiner Zeit war es zum Beispiel in Deutsch so, dass nur die Epochen vorgegeben waren und dann konnte jeder Kurs selbst entscheiden, welche Bücher er liest. Da konnte man gut eigene Schwerpunkte legen und verschiedene Epochen zu interessanten Überthemen zusammenlegen. Aber wenn ich heute meinen Volleyballmädels zuhöre, dann ist denen in Deutsch bis ins Letzte vorgeschrieben, welche Bücher zu lesen sind. Und in den anderen Fächern wird es wahrscheinlich nicht besser sein. Es ist natürlich möglich, dass Hessen das besonders schlecht gelöst hat, vielleicht gehen andere Länder da andere Wege. Aber ich finde schon, dass der Oberstufe etwas verloren geht, wenn die Lehrpläne zu eng werden.

*Verena*
21.04.2009, 18:14
Wie soll denn diese Form genau aussehen?

Im Übrigen: Falls du der erste Jahrgang wärst, in dem es eingeführt wird, wäre ich an deiner Stelle absolut dafür - denn die Erfahrung zeigt, dass bei solchen Neuerungen die Schnitte zunächst wesentlich besser ausfallen, da die Politiker auf keinen Fall ein Debakel erleben möchten.

@Nadl: Wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese, wäre ich nicht drauf gekommen, dass du Abi hast. :D:

Hm nein mich würde das ned mehr betreffen, wär erst ab 2014.

Das würde dann so aussehen, dass es bundesweit einheitliche Termine für die schriftliche Matura geben würd und zentral vorgegebene Aufgaben.
Anscheinend soll das vorerst nur AHS betreffen, erst später die anderen Schulen.
Ziel ist es, die Reifeprüfungen objektiver als bisher zu gestalten.
Es wird dann auch andere Veränderungen geben, bin da ned so auf dem neuesten Stand :ueberleg:

Benjamin
21.04.2009, 18:15
Bei uns in Baden-Württemberg ist es in Deutsch so, dass man ein paar literarische Werke verpflichtend lesen muss (zu meiner Zeit waren es "Das Leben des Galilei" von Bertolt Brecht und "Gestern war heute" von Ingeborg Drewitz"); und nur die können dann im Abitur auch drankommen - neben anderen Themen wie Gedichtinterpretation oder Texterörterung.
Die restliche Zeit kann also dennoch relativ frei eingeteilt werden.

Kerstin
21.04.2009, 18:24
Wenn es solche Freiräume noch gibt, dann finde ich das schon ok. Ganz ohne Vorgaben ging es bei uns auch nicht, in Mathe war zum Beispiel Pflicht, dass in der Abiklausur Analysis drankommt. Schade fände ich nur, wenn am Ende alles vorgegeben und reguliert ist.

Aber wenn du weiter oben schreibst, dass die Ergebnisse teilweise von Jahrgang zu Jahrgang stark schwanken, dann finde ich das auch bedenklich, weil das schon dafür spricht, dass auch beim Zentralabitur nicht ein einheitliches Niveau gewährleistet ist. Und darauf können sich Schüler und Lehrer ja gar nicht vorbereiten. Bei einem dezentralen Abi weiß der Lehrer, wie seine Schüler ticken, und die Schüler wissen, wie ihr Lehrer aufgaben stellt. Das kann in der Vorbereitung auch die Sicherheit geben, dass man nicht völlig auf dem falschen Fuß erwischt wird.

Albatros
21.04.2009, 18:27
Die haben echt blöde Ideen *kopfschüttel*
Wenn jetzt die Zentralmatura auch noch kommt... :irre:

zentralmatura kann ich mir im österreichischen schulwesen nicht vorstellen, denn willst du die selbe englischmatura in ahs, hak, htl?

ich war in der hak (der wirtschafskram hat mich null komma null interessiert) und wir hatten in englisch immer wirtschaftsthemen, gelesen haben wir fast nichts (vielleicht auch deshalb weil unsere englischprofessorin selbst hak-matura hatte), denn die nachbarklasse hatte immer auch ein literarisches thema zur auswahl.

*Verena*
21.04.2009, 18:30
zentralmatura kann ich mir im österreichischen schulwesen nicht vorstellen, denn willst du die selbe englischmatura in ahs, hak, htl?

ich war in der hak (der wirtschafskram hat mich null komma null interessiert) und wir hatten in englisch immer wirtschaftsthemen, gelesen haben wir fast nichts (vielleicht auch deshalb weil unsere englischprofessorin selbst hak-matura hatte), denn die nachbarklasse hatte immer auch ein literarisches thema zur auswahl.

Kanns mir auch ned vorstellen... :irre:

Kerstin
21.04.2009, 18:35
Kanns mir auch ned vorstellen... :irre:

Man kann das auch aufteilen. Also für jede Schulform eigene Prüfungen. So läuft das glaube ich hier in einigen Bundesländern. Oder man vereinheitlicht die Lehrpläne.

Albatros
21.04.2009, 18:39
Kanns mir auch ned vorstellen... :irre:

ich würde auch nicht verstehen, wie in österreich so eine art "numerus clausus" wie bei den meisten studienfächer in deutschland (hoffe ich bin da richtig informiert) eingeführt wird.

denn in einer htl lernt man wohl mehr mathematik als in der schule für kindergartenpädagogik (keine ahnung wie die aktuell heißt) und zur zeit ist man ja mit jeder matura studienberechtigt (außer bei medizin muss man einen aufnahmetest machen, wobei uns da ja die deutschen (die wohlgemerkt zu hause keinen studienplatz bekommen) überlegen sind - finde das gibt auch zu denken. nur mit einer hak-matura ist man wohl auch bei den naturwissenschaftlichen fächern nicht wirklich konkurenzfähig.

sagt halt auch nicht, ich habe nach meiner hak-matura auch die ausbildung zur medizinisch-technischen analytikerin beschafft (jetzt ist das ein fachhochschulstudium und dann nennt man sich jetzt bioanalytiker) - irgendwie finde ich schon, dass das österreichische schulsystem reformiert gehört.

Albatros
21.04.2009, 18:40
Man kann das auch aufteilen. Also für jede Schulform eigene Prüfungen. So läuft das glaube ich hier in einigen Bundesländern. Oder man vereinheitlicht die Lehrpläne.

vereinheitlichte lehrpläne - wozu dann verschiedene schultypen mit unterschiedlichen ausbildungsschwerpunkten???

Albatros
21.04.2009, 18:40
@verena:

in welche schule gehst du denn, was hast nachher vor???

*Verena*
21.04.2009, 18:41
Man kann das auch aufteilen. Also für jede Schulform eigene Prüfungen. So läuft das glaube ich hier in einigen Bundesländern. Oder man vereinheitlicht die Lehrpläne.

Ja, aber selbst in den AHS gibt es Unterschiede.. zB ein Wirtschaftskundliches Realgymnasium und ein Bundesrealgymnasium - da gibt es schon wesentliche Unterschiede und es sind beides AHS = dieselbe Matura?! Ich frage mich schon, wie das gehen soll...
Wir haben jetzt in der Schule ein ORG (Oberstufenrealgymnasium), das sind dann SchülerInnen aus der Hauptschule, die nach 4 Jahren Oberstufe (mit eigenem Lehrplan) mit AHS Matura abschließen. Wie sollen denn die die gleiche Matura machen wie die anderen? :ueberleg:

*Verena*
21.04.2009, 18:42
@verena:

in welche schule gehst du denn, was hast nachher vor???

Ich geh in ein Wirtschaftskundliches Realgymnasium (mit AHS Matura). Hab nächstes Jahr Matura, aber noch keine Ahnung, was ich nachher mache :ueberleg:

Albatros
21.04.2009, 18:44
Ja, aber selbst in den AHS gibt es Unterschiede.. zB ein Wirtschaftskundliches Realgymnasium und ein Bundesrealgymnasium - da gibt es schon wesentliche Unterschiede und es sind beides AHS = dieselbe Matura?! Ich frage mich schon, wie das gehen soll...
Wir haben jetzt in der Schule ein ORG (Oberstufenrealgymnasium), das sind dann SchülerInnen aus der Hauptschule, die nach 4 Jahren Oberstufe (mit eigenem Lehrplan) mit AHS Matura abschließen. Wie sollen denn die die gleiche Matura machen wie die anderen? :ueberleg:

das würde ja noch gehen - aber nehmen wir mal chemie:

in der hak (deutsche klassen 9 - 13) glaube ich hatte ich das nur 2 jahre für zwei stunden.

dann gibt es einen htl-zweig mit schwerpunkt chemie - wie soll da eine gleiche matura zusammenkommen.

für jeden schultyp eine eigene matura: glaube die htl mit schwerpunkt chemie gibts vielleicht 3 mal in österreich - in wien sicher nur einmal!

Albatros
21.04.2009, 18:46
Ich geh in ein Wirtschaftskundliches Realgymnasium (mit AHS Matura). Hab nächstes Jahr Matura, aber noch keine Ahnung, was ich nachher mache :ueberleg:

lernt man dort auch so was wie rechnungswesen, betriebswirtschaft?

was ist dann der unterschied zur hbla für wirtschaftliche berufe? sags ja in unseren schulwesen hat keiner mehr den überblick - soviel ich weiß auch viele firmenchefs nicht, die einfach keine noten vergleichen können!

Kerstin
21.04.2009, 18:46
vereinheitlichte lehrpläne - wozu dann verschiedene schultypen mit unterschiedlichen ausbildungsschwerpunkten???

Tja, das ist die Frage. Aber zumindest in allgemeinbildenden Fächer kann man eine gewisse Vereinheitlichung vielleicht erreichen. Die Alternative sind halt je eigene Prüfungen. Man kann dann aber auch fragen, ob so ein Abschluss dann nur noch als Studienzugangsberechtigung für bestimmte Fächer gilt. Also bei einem wirtschaftlichen Schwerpunkt für BWL, Mathe und verwandte Fächer. Ist aber in Deutschland auch nicht der Fall, wenn ich das richtig weiß.

Annie
21.04.2009, 18:47
Ich meld mich hier auch mal zu Wort (auch wenn ich sonst mehr mitlese als selbst schreibe :D:), weil ich das ein recht interessantes Thema finde.

Ich habe letztes Jahr Abi in Niedersachsen gemacht, drittes Jahr mit Zentralabi und erstes Jahr mit der neuen Oberstufenreform. Das bedeutet, dass wir drei Leistungskurse hatten und 2 Grundkurse und eines davon halt mündlich. Wir mussten dann einen Block wählen, zum Beispiel den naturwissenschaftlichen und aus diesem mussten dann schon mal zwei LKs sein. Dann gab es noch weitere Blocks aus denen man ebenfalls jeweils ein Fach haben musste und dann musste man noch mindestens 2 der 3 Kernfächer haben, also Deutsch, Fremdsprache und Mathe. Das wurde dann alles irgendwie verrechnet mit den Prüfungen am Ende und da kam dann ne Note raus. Das ganze war so kompliziert, dass selbst die, die das ganze an der Schule verwalten sollten ab einem gewissen Punkt keine Ahnung mehr hatten, weil das während wir in der Oberstufe waren noch mehrmals verändert wurde.
Mit dem Zentralabi habe ich generell kein Problem, weil uns die Themen vorgegeben wurden für drei Semester und im vierten konnte dann vom Lehrer noch was gewählt werden. Außerdem haben die Lehrer ja, so lange die Korrekturen von ihnen selbst durchgeführt werden, immer noch einen gewissen Einfluss auf die Noten.

Aber etwas anderes was mich stört sind die Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern. Ich studiere nun in Bayern und mir wird immer vorgehalten, dass das bayrische Abi so viel besser und schwerer ist. Die meisten Unis wollen aber nur die Abinote haben und davon wird dann abhängig gemacht ob man einen Studienplatz bekommt oder nicht und wenn dann zwischen den Bundesländern solche Unterschiede bestehen, im System und auch im Niveau, dann ist das irgendwie ein wenig schwierig.

Und dann noch zu dem stumpf auswendig lernen. Das ist etwas was mich in der Uni momentan sehr stört. Ich versteh ja, dass gewisse Fachbegriffe und auch Regeln auswendig gelernt werden müssen, aber ich habe das Gefühl, dass eigenes Denken gar nicht erwünscht ist. Ich lerne nur Seitenweise Skripte auswendig um mich dann eine bis zwei Stunden in die Uni zu setzen um dann Einwort-Antworten auf Fragen aufzuschreiben. Ich hoffe, das ändert sich im Laufe der Zeit noch.

So, nun hab ich meinen Senf dazu abgegeben :D:

Albatros
21.04.2009, 18:48
Tja, das ist die Frage. Aber zumindest in allgemeinbildenden Fächer kann man eine gewisse Vereinheitlichung vielleicht erreichen. Die Alternative sind halt je eigene Prüfungen. Man kann dann aber auch fragen, ob so ein Abschluss dann nur noch als Studienzugangsberechtigung für bestimmte Fächer gilt. Also bei einem wirtschaftlichen Schwerpunkt für BWL, Mathe und verwandte Fächer. Ist aber in Deutschland auch nicht der Fall, wenn ich das richtig weiß.

allgemeine fächer ist gut - bei uns haben die es in geschichte geschafft, dass die die römerzeit eher wirtschaftlich gesehen haben!!!

Benjamin
21.04.2009, 18:49
Jetzt muss ich als Deutscher aber doch noch mal nachfragen: Was sind HAK, AHS, HTL, ORG usw.? Ist das eventuell vergleichbar mit den Unterschieden in Deutschland zwischen Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium usw.?
Gymnasien in Wirtschaftsgymnasien haben bei uns ja auch nicht das gleiche Abitur - das wäre ja auch nicht sinnvoll, weil die Schulen unterschiedlich ausgerichtet sind.
Aber alle Gymnasien haben in Baden-Württemberg das gleiche Abitur.

Kerstin
21.04.2009, 18:50
Oh Gott, ich kriege immer mehr den Eindruck, dass ihr in Östereich ein noch komplizierteres Schulsystem habt als wir.

Aber das einzelne Fächer in unterschiedlichem Umfang unterrichtet werden, ist nicht so das Problem. Das kann man bei den Prüfungen einbeziehen. Gibt es in Deutschland mit Grund- und Leistungskursen im Prinzip auch. Das steht dann auf dem Zeugnis drauf, dann weiß jeder, ob man viel oder wenig Chemie gemacht hat. Und Grundkurse haben halt eine andere Prüfung als Leistungskurse, weil sie weniger Stoff gemacht haben.

Albatros
21.04.2009, 18:52
Ich meld mich hier auch mal zu Wort (auch wenn ich sonst mehr mitlese als selbst schreibe :D:), weil ich das ein recht interessantes Thema finde.

Ich habe letztes Jahr Abi in Niedersachsen gemacht, drittes Jahr mit Zentralabi und erstes Jahr mit der neuen Oberstufenreform. Das bedeutet, dass wir drei Leistungskurse hatten und 2 Grundkurse und eines davon halt mündlich. Wir mussten dann einen Block wählen, zum Beispiel den naturwissenschaftlichen und aus diesem mussten dann schon mal zwei LKs sein. Dann gab es noch weitere Blocks aus denen man ebenfalls jeweils ein Fach haben musste und dann musste man noch mindestens 2 der 3 Kernfächer haben, also Deutsch, Fremdsprache und Mathe. Das wurde dann alles irgendwie verrechnet mit den Prüfungen am Ende und da kam dann ne Note raus. Das ganze war so kompliziert, dass selbst die, die das ganze an der Schule verwalten sollten ab einem gewissen Punkt keine Ahnung mehr hatten, weil das während wir in der Oberstufe waren noch mehrmals verändert wurde.
Mit dem Zentralabi habe ich generell kein Problem, weil uns die Themen vorgegeben wurden für drei Semester und im vierten konnte dann vom Lehrer noch was gewählt werden. Außerdem haben die Lehrer ja, so lange die Korrekturen von ihnen selbst durchgeführt werden, immer noch einen gewissen Einfluss auf die Noten.

Aber etwas anderes was mich stört sind die Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern. Ich studiere nun in Bayern und mir wird immer vorgehalten, dass das bayrische Abi so viel besser und schwerer ist. Die meisten Unis wollen aber nur die Abinote haben und davon wird dann abhängig gemacht ob man einen Studienplatz bekommt oder nicht und wenn dann zwischen den Bundesländern solche Unterschiede bestehen, im System und auch im Niveau, dann ist das irgendwie ein wenig schwierig.

Und dann noch zu dem stumpf auswendig lernen. Das ist etwas was mich in der Uni momentan sehr stört. Ich versteh ja, dass gewisse Fachbegriffe und auch Regeln auswendig gelernt werden müssen, aber ich habe das Gefühl, dass eigenes Denken gar nicht erwünscht ist. Ich lerne nur Seitenweise Skripte auswendig um mich dann eine bis zwei Stunden in die Uni zu setzen um dann Einwort-Antworten auf Fragen aufzuschreiben. Ich hoffe, das ändert sich im Laufe der Zeit noch.

So, nun hab ich meinen Senf dazu abgegeben :D:

bei mir wars ganz super in der hak: ich war in einer japanisch-klasse (heißt zu meiner zeit ab der zweiten klasse japanisch als zweite fremdsprache). doch wir blieben in der ganzen schulgeschichte, die einzige klasse mit japanisch (ich dürfte das nicht sagen, aber gelernt haben wir fast nichts, es gab einfach keine vergleichsmöglichkeiten, haben eher auf deutsch japanische firmenpsychologie gemacht). das einzige war, wenn jemand die vierte klasse nicht geschafft hätte, und er hätte wiederholen müssen, hätte er drei jahre eine andere fremdsprache (glaube die klassen unter mir hatten alle einheitlich französisch) nachzulernen.

ich finde, es gehört bei uns in österreich eine schulreform her, aber die gründlich überlegt und vielleicht die schulformen und schulzweige reduziert - was denkt ihr darüber (vor allem noch aktuelle schüler aus österreich)?

Benjamin
21.04.2009, 18:53
Gibt es in Deutschland mit Grund- und Leistungskursen im Prinzip auch.
Das ist wiederum das, was mir nicht gefällt: Die sind in Baden-Württemberg nämlich größtenteils abgeschafft. Gerade in Mathe und Deutsch gibt es nämlich keine Wahl mehr - jeder muss diese beiden Fächer in der Oberstufe vierstündig belegen.

bei mir wars ganz super in der hak: ich war in einer japanisch-klasse (heißt zu meiner zeit ab der zweiten klasse japanisch als zweite fremdsprache)
Und bevor es hier Missverständnisse gibt, frage ich lieber auch nochmal nach: Ihr fangt in Lsterreich bei der Zählung der Klassen im Gymnasium von vorn an, oder?

Albatros
21.04.2009, 18:55
Oh Gott, ich kriege immer mehr den Eindruck, dass ihr in Östereich ein noch komplizierteres Schulsystem habt als wir.

Aber das einzelne Fächer in unterschiedlichem Umfang unterrichtet werden, ist nicht so das Problem. Das kann man bei den Prüfungen einbeziehen. Gibt es in Deutschland mit Grund- und Leistungskursen im Prinzip auch. Das steht dann auf dem Zeugnis drauf, dann weiß jeder, ob man viel oder wenig Chemie gemacht hat. Und Grundkurse haben halt eine andere Prüfung als Leistungskurse, weil sie weniger Stoff gemacht haben.

das schon, aber bei uns kann man nicht gut kominieren - meine eltern wollten nicht, dass ich eine ahs-matura mache (denn dann muss man studieren, sonst bekommt man fast nichts - bei uns ist es nicht üblich wie bei euch in deutschland mit matura eine lehre zu machen), und irgendwie hat mich halt die naturwissenschaft mehr interessiert, doch das war bei mir in der hak überhaupt nicht gefragt.

Kerstin
21.04.2009, 18:57
Ich meld mich hier auch mal zu Wort (auch wenn ich sonst mehr mitlese als selbst schreibe :D:), weil ich das ein recht interessantes Thema finde.

Ich habe letztes Jahr Abi in Niedersachsen gemacht, drittes Jahr mit Zentralabi und erstes Jahr mit der neuen Oberstufenreform. Das bedeutet, dass wir drei Leistungskurse hatten und 2 Grundkurse und eines davon halt mündlich. Wir mussten dann einen Block wählen, zum Beispiel den naturwissenschaftlichen und aus diesem mussten dann schon mal zwei LKs sein. Dann gab es noch weitere Blocks aus denen man ebenfalls jeweils ein Fach haben musste und dann musste man noch mindestens 2 der 3 Kernfächer haben, also Deutsch, Fremdsprache und Mathe. Das wurde dann alles irgendwie verrechnet mit den Prüfungen am Ende und da kam dann ne Note raus. Das ganze war so kompliziert, dass selbst die, die das ganze an der Schule verwalten sollten ab einem gewissen Punkt keine Ahnung mehr hatten, weil das während wir in der Oberstufe waren noch mehrmals verändert wurde.
Mit dem Zentralabi habe ich generell kein Problem, weil uns die Themen vorgegeben wurden für drei Semester und im vierten konnte dann vom Lehrer noch was gewählt werden. Außerdem haben die Lehrer ja, so lange die Korrekturen von ihnen selbst durchgeführt werden, immer noch einen gewissen Einfluss auf die Noten.

Aber etwas anderes was mich stört sind die Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern. Ich studiere nun in Bayern und mir wird immer vorgehalten, dass das bayrische Abi so viel besser und schwerer ist. Die meisten Unis wollen aber nur die Abinote haben und davon wird dann abhängig gemacht ob man einen Studienplatz bekommt oder nicht und wenn dann zwischen den Bundesländern solche Unterschiede bestehen, im System und auch im Niveau, dann ist das irgendwie ein wenig schwierig.

Und dann noch zu dem stumpf auswendig lernen. Das ist etwas was mich in der Uni momentan sehr stört. Ich versteh ja, dass gewisse Fachbegriffe und auch Regeln auswendig gelernt werden müssen, aber ich habe das Gefühl, dass eigenes Denken gar nicht erwünscht ist. Ich lerne nur Seitenweise Skripte auswendig um mich dann eine bis zwei Stunden in die Uni zu setzen um dann Einwort-Antworten auf Fragen aufzuschreiben. Ich hoffe, das ändert sich im Laufe der Zeit noch.

So, nun hab ich meinen Senf dazu abgegeben :D:

Die wievielte Oberstufenreform das wohl in Niedersachsen war, seit ich Abi gemacht habe? :neinnein: Das ist wirklich ziemlich kompliziert geworden seitdem.

Ich fand immer, dass ich mit meinem niedersächsischen Abi nicht dümmer war als die Bayern, die mir begegnet sind, aber das leigt vielleicht auch mehr an mir als am niedersächsischen Abi.

Und ja, die Uni hat sich vor allem mit dem ganzen Bologna-Prozess auch sehr zum Nachteil verändert. So macht studieren wenig Spaß und ich bin froh, selber noch vorher studiert zu haben. Ich fand die Uni sehr befreiend im Vergleich zur Schule, weil dort das eigene Denken gefragt war und es eben gerade keine fertigen Antworten zum Auswendiglernen mehr gab. Aber es besteht die Gefahr, dass das bald nicht mehr so sein wird.

Albatros
21.04.2009, 18:57
Das ist wiederum das, was mir nicht gefällt: Die sind in Baden-Württemberg nämlich größtenteils abgeschafft. Gerade in Mathe und Deutsch gibt es nämlich keine Wahl mehr - jeder muss diese beiden Fächer in der Oberstufe vierstündig belegen.


Und bevor es hier Missverständnisse gibt, frage ich lieber auch nochmal nach: Ihr fangt in Lsterreich bei der Zählung der Klassen im Gymnasium von vorn an, oder?

ja und wenn man nach der vierten gymnasium in eine bhs (berufsbildende höhere schule - die bekanntesten sind hak, htl wechselt) beginnt man nochmals von vorne zu zählen.

meine schullaufbahn:

1. bis 4. klasse volksschule
1. bis 4. klasse realgymnasium
1. bis 5. klasse hak

das ist interessant, oder???

*Verena*
21.04.2009, 18:58
Jetzt muss ich als Deutscher aber doch noch mal nachfragen: Was sind HAK, AHS, HTL, ORG usw.? Ist das eventuell vergleichbar mit den Unterschieden in Deutschland zwischen Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium usw.?
Gymnasien in Wirtschaftsgymnasien haben bei uns ja auch nicht das gleiche Abitur - das wäre ja auch nicht sinnvoll, weil die Schulen unterschiedlich ausgerichtet sind.
Aber alle Gymnasien haben in Baden-Württemberg das gleiche Abitur.

AHS = Allgemein bildende höhere Schule (zum Beispiel ein Realgymnasium, Wirtschaftskundliches Realgymnasium etc.)
HAK und HTL gehören zur BHS = Berufsbildende höhere Schule, wobei bei einer HTL der Fokus auf Technik liegt.
ORG= Oberstufen realgymnasium, das ist für Leute, die eine Hauptschule gemacht haben, aber dann in ein Gymnasium (mit AHS Matura) einsteigen, um eben die Matura zu machen.
Es gibt noch einige andere Schultypen, aber das würd wohl zu sehr ausarten, das hier alles zu beschreiben :irre:

Ich glaube, das schulsystem in Ö ist etwas komplizierter als in Dtld - gerade wegen der unterschiedlichen Richtungen (AHS, BHS,etc)

Kerstin
21.04.2009, 19:00
Das ist wiederum das, was mir nicht gefällt: Die sind in Baden-Württemberg nämlich größtenteils abgeschafft. Gerade in Mathe und Deutsch gibt es nämlich keine Wahl mehr - jeder muss diese beiden Fächer in der Oberstufe vierstündig belegen.


Das ist nicht schön, in Deutsch hat mir der Grundkurs völlig gereicht. Langsam bin ich froh, dass ich nicht Lehramt studiert habe, nach dem Studium hätte ich die Schule ja nicht mehr wiedererkannt. Wie kommt man da als Lehrer noch mit?

*Verena*
21.04.2009, 19:02
lernt man dort auch so was wie rechnungswesen, betriebswirtschaft?

was ist dann der unterschied zur hbla für wirtschaftliche berufe? sags ja in unseren schulwesen hat keiner mehr den überblick - soviel ich weiß auch viele firmenchefs nicht, die einfach keine noten vergleichen können!

Nein, das lernt man da nicht. Wir haben einen Schwerpunkt in Geographie und Wirtschaftskunde, aber das ist ned mit Rechnungswesen oder BWL vergleichbar... auch wenn wir so Dinge wie "Budgetpolitik" haben.
Das sehe ich auch so - die Matura ist noch ein kleines Problem... man sollte endlich einmal dieses Gewirr von Schultypen ordnen, aber ned die Vielfalt wegnehmen, nur eine Übersicht schaffen und ev. auch Schultypen zusammen fassen.

Albatros
21.04.2009, 19:02
Jetzt muss ich als Deutscher aber doch noch mal nachfragen: Was sind HAK, AHS, HTL, ORG usw.? Ist das eventuell vergleichbar mit den Unterschieden in Deutschland zwischen Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium usw.?
Gymnasien in Wirtschaftsgymnasien haben bei uns ja auch nicht das gleiche Abitur - das wäre ja auch nicht sinnvoll, weil die Schulen unterschiedlich ausgerichtet sind.
Aber alle Gymnasien haben in Baden-Württemberg das gleiche Abitur.

hak ist handelsakademie - wirtschaft, viel rechnungswesen, betriebswirtschaft zwei fremdsprachen (wirtschaftlich orientiert) 5 jahre oberstufe

ahs - allgemeinbildende höhere schule (euer gymnasium), wir haben da auch verschiedene zweige 4 jahre oberstue

htl - höhere technische lehranstalt - nur eine fremdsprache, die ist technisch orientiert, ein freund von mir übersetzte dort hauptsächlich bedienungsanleitungen, dort gibt es unzählige zweige, edv, chemie, maschinenbau, hochbau, tiefbau, .... - 5 jahre oberstufe

org - oberstufenrealgymnasium - schüler waren in der hauptschule (wir haben in österreich keine realschule, die fällt weg)

dann haben wir noch höhere bundeslehranstalten - sind auch betriebswirtschaftlich, oft für tourismus ausgerichtet, mit kochen und so - 5 jahre oberstufe

dann haben wir noch eine fünfjährige ausbildung für kindergartenpädagogik - 5 jahre oberstufe.

Annie
21.04.2009, 19:04
Die wievielte Oberstufenreform das wohl in Niedersachsen war, seit ich Abi gemacht habe? :neinnein: Das ist wirklich ziemlich kompliziert geworden seitdem.

Ich fand immer, dass ich mit meinem niedersächsischen Abi nicht dümmer war als die Bayern, die mir begegnet sind, aber das leigt vielleicht auch mehr an mir als am niedersächsischen Abi.

Und ja, die Uni hat sich vor allem mit dem ganzen Bologna-Prozess auch sehr zum Nachteil verändert. So macht studieren wenig Spaß und ich bin froh, selber noch vorher studiert zu haben. Ich fand die Uni sehr befreiend im Vergleich zur Schule, weil dort das eigene Denken gefragt war und es eben gerade keine fertigen Antworten zum Auswendiglernen mehr gab. Aber es besteht die Gefahr, dass das bald nicht mehr so sein wird.

Ohja, kompliziert auf jeden Fall. Vor allem, wirklich was gebracht hat es nicht meiner Meinung nach. Man hat pro LK eine Wochenstunde weniger, aber trotzdem gleiche Stoffmengen. Meiner Meinung nach unsinnig.

Dümmer fühle ich mich auch nicht unbedingt dümmer, aber ich habe mal das Bio-Abi verglichen und ich fand das aus Bayern schon anspruchsvoller als das was ich gemacht habe. Es liegt natürlich immer an den Personen selber was sie daraus machen, aber trotzdem finde ich den Vergleich schwierig, allein schon wenn die Systeme so unterschiedlich sind und daran dann entschieden werden soll wer wo studiert.

Ich war nie ein Mensch der gerne auswendiggelernt hat, hab in der Schule meist mit den Aufgaben gepunktet, wo es um das Verständnis oder halt das Übertragen des Sachverhalts ging. Daher fällt mir das ganze noch viel schwerer. Aber ich bin auch erst im zweiten Semester jetzt und habe noch die Hoffnung, dass das noch besser wird :)

Albatros
21.04.2009, 19:10
nachtrag:

htl: gibts auch noch für gartenbau, forstwirtschaft, landwirtschaft, elektrotechnik, systemsteuerung, mode- und bekleidungstechnik (die "modeschule hetzendorf" ist angeblich international bekannt)

außerdem gibts noch eine 3-jährige handelsschule (schlechte jobaussichten) und 4-jährige technische fachschulen (schlechte jobaussichten), keine matura, ersetzen lehrabschlüsse.

Kerstin
21.04.2009, 19:13
Ohja, kompliziert auf jeden Fall. Vor allem, wirklich was gebracht hat es nicht meiner Meinung nach. Man hat pro LK eine Wochenstunde weniger, aber trotzdem gleiche Stoffmengen. Meiner Meinung nach unsinnig.

Dümmer fühle ich mich auch nicht unbedingt dümmer, aber ich habe mal das Bio-Abi verglichen und ich fand das aus Bayern schon anspruchsvoller als das was ich gemacht habe. Es liegt natürlich immer an den Personen selber was sie daraus machen, aber trotzdem finde ich den Vergleich schwierig, allein schon wenn die Systeme so unterschiedlich sind und daran dann entschieden werden soll wer wo studiert.

Ich war nie ein Mensch der gerne auswendiggelernt hat, hab in der Schule meist mit den Aufgaben gepunktet, wo es um das Verständnis oder halt das Übertragen des Sachverhalts ging. Daher fällt mir das ganze noch viel schwerer. Aber ich bin auch erst im zweiten Semester jetzt und habe noch die Hoffnung, dass das noch besser wird :)

Gleicher Stoff in weniger Zeit, ach das klingt toll. Ich nehme mir mal meine ironischen Fünfminuten und sage: wie schön, dann ist es wenigstens endlich nicht mehr so langweilig mit dem wenigen Stoff in den vielen Stunden ;)

Was studierst du denn, dass es mit dem Auswendiglernen so schlimm ist? Vor allem, dass man einzelne Wörter als Antwort geben kann. Ich überlege gerade, wie ich Fragen formulieren müsste, damit das bei mir möglich wäre...

Annie
21.04.2009, 19:21
Gleicher Stoff in weniger Zeit, ach das klingt toll. Ich nehme mir mal meine ironischen Fünfminuten und sage: wie schön, dann ist es wenigstens endlich nicht mehr so langweilig mit dem wenigen Stoff in den vielen Stunden ;)

Was studierst du denn, dass es mit dem Auswendiglernen so schlimm ist? Vor allem, dass man einzelne Wörter als Antwort geben kann. Ich überlege gerade, wie ich Fragen formulieren müsste, damit das bei mir möglich wäre...

Also langweilig war es nicht unbedingt ;-) Das lag dann höchstens am Stoff ;-)

Ich studier Biologie, da geht das schon mit den Einwort-Antworten. Und ich mein, ich versteh, dass man da auch viele Sachen auswendiglernen muss, aber so ein wenig Denken wäre bei dem ganzen doch ganz nett. Gerade in Chemie hat es mich am meisten genervt, wo dann alle wirklich Reaktionsgleichungen auswendiggelernt haben und dann mit 1,3 bestanden haben. Das ist für mich nicht der Sinn der Chemie solche Dinge auswendig zu lernen.

Kerstin
21.04.2009, 19:25
Also langweilig war es nicht unbedingt ;-) Das lag dann höchstens am Stoff ;-)

Ich studier Biologie, da geht das schon mit den Einwort-Antworten. Und ich mein, ich versteh, dass man da auch viele Sachen auswendiglernen muss, aber so ein wenig Denken wäre bei dem ganzen doch ganz nett. Gerade in Chemie hat es mich am meisten genervt, wo dann alle wirklich Reaktionsgleichungen auswendiggelernt haben und dann mit 1,3 bestanden haben. Das ist für mich nicht der Sinn der Chemie solche Dinge auswendig zu lernen.

Reaktionsgleichungen auswendig zu lernen ist doch in den meisten Fällen sinnfrei. Ich hatte Chemie-LK und kann mich nicht erinnern, jemals eine einzige Reaktionsgleichung auswendig gelernt zu haben. Es ist doch viel wichtiger, die Mechanismen zu verstehen, die dahinter stehen. Dann kann ich es wenigstens später auf andere Reaktionen übertragen.

Kerstin
21.04.2009, 19:28
nachtrag:

htl: gibts auch noch für gartenbau, forstwirtschaft, landwirtschaft, elektrotechnik, systemsteuerung, mode- und bekleidungstechnik (die "modeschule hetzendorf" ist angeblich international bekannt)

außerdem gibts noch eine 3-jährige handelsschule (schlechte jobaussichten) und 4-jährige technische fachschulen (schlechte jobaussichten), keine matura, ersetzen lehrabschlüsse.

Oh Hilfe, hör auf. Wie behält man da den Überblick? Und wie entscheidet man sich da, was man machen will?

Kückn
21.04.2009, 19:30
Oh Hilfe, hör auf. Wie behält man da den Überblick? Und wie entscheidet man sich da, was man machen will?

Bei uns ist das aber auch ganz schön kompliziert, wenn man mal dran denkt, was es noch alles für Berufsfachschulen und so gibt. Ich hab nach der Realschule 'ne schulische Berufsausbildung gemacht, wo die jetzt noch nicht mal beim Arbeitsamt wissen, was das ist. Dabei ist das eine staatlich anerkannte Ausbildung.

Annie
21.04.2009, 19:30
Reaktionsgleichungen auswendig zu lernen ist doch in den meisten Fällen sinnfrei. Ich hatte Chemie-LK und kann mich nicht erinnern, jemals eine einzige Reaktionsgleichung auswendig gelernt zu haben. Es ist doch viel wichtiger, die Mechanismen zu verstehen, die dahinter stehen. Dann kann ich es wenigstens später auf andere Reaktionen übertragen.

Seh ich ganz genauso. Hatte auch Chemie-LK und habe auch noch nie was auswendiggelernt. Habe mich dann auch geweigert das in der Uni zu tun, was sich aber als nicht sonderlich schlauf herausgestellt hat. Hab dann probiert das ganze zu verstehen, aber in der Prüfung gab es dann viel zu wenig Zeit um dann wirklich sich mit dem ganzen zu beschäftigen und die Gleichungen aufzustellen. Das Ende der Geschichte: durchgefallen und im Herbst werde ich die Gleichungen wohl dann auch auswendig lernen müssen. :neinnein:

Kerstin
21.04.2009, 19:40
Bei uns ist das aber auch ganz schön kompliziert, wenn man mal dran denkt, was es noch alles für Berufsfachschulen und so gibt. Ich hab nach der Realschule 'ne schulische Berufsausbildung gemacht, wo die jetzt noch nicht mal beim Arbeitsamt wissen, was das ist. Dabei ist das eine staatlich anerkannte Ausbildung.

Klar, wenn man kein Abi macht, dann wird es auch richtig umständlich. Aber der Weg zum Abitur ist doch recht übersichtlich, find ich. Entweder man geht auf eine normale gymnasiale Oberstufe oder auf ein Fachgymnasium (das kann in anderen Bundesländern vermutlich auch anders heißen). Und beim Fachgymnasium gibt es dann verschiedene Richtungen wie Wirtschaft, Hauswirtschaft, Technik oder so.
Wenn man dagegen Mittlere Reife oder Hauptschulabschluss macht, dann durchschaue ich auch nicht, wie viele hundert Möglichkeiten es da gibt an Lehre, betrieblicher Ausbildung, schulischer Ausbildung... Ich hab ne Freundin, die an einem Berufkolleg in NRW unterrichtet und ich verstehe nie wovon sie spricht, wenn sie die ganzen Bildungsgänge erwähnt, in denen sie unterrichtet.

Kerstin
21.04.2009, 19:41
Seh ich ganz genauso. Hatte auch Chemie-LK und habe auch noch nie was auswendiggelernt. Habe mich dann auch geweigert das in der Uni zu tun, was sich aber als nicht sonderlich schlauf herausgestellt hat. Hab dann probiert das ganze zu verstehen, aber in der Prüfung gab es dann viel zu wenig Zeit um dann wirklich sich mit dem ganzen zu beschäftigen und die Gleichungen aufzustellen. Das Ende der Geschichte: durchgefallen und im Herbst werde ich die Gleichungen wohl dann auch auswendig lernen müssen. :neinnein:

Ich drück die Daumen, das wird sicher fürchterlich langweilig :(

*Verena*
21.04.2009, 19:44
Oh Hilfe, hör auf. Wie behält man da den Überblick? Und wie entscheidet man sich da, was man machen will?

Den Überblick verliert man da leicht und die Entscheidung kann echt schwierig sein... es ist zwar positiv, dass man aus so vielen Sachen wählen kann, aber ein bisschen mehr Überblick würd ned schaden :hmpf:

Kerstin
21.04.2009, 19:50
Den Überblick verliert man da leicht und die Entscheidung kann echt schwierig sein... es ist zwar positiv, dass man aus so vielen Sachen wählen kann, aber ein bisschen mehr Überblick würd ned schaden :hmpf:

Und man macht dann überall die Matura und mit der kann man alles studieren? Oder gibt es Einschränkungen, was man studieren darf, wenn man an einer bestimmten Schule war?
Ich hab mich schon zu meiner Schulzeit immer gefragt, warum man am Fachgymnasium ein ganz normales Abi kriegt, mit dem man an jeder Uni alles studieren kann, obwohl es dort viel einfacher ist als am normalen Gymnasium. Aber wer weiß, ob es dort heute noch ein normales Abi gibt. Ich bin zu lange aus der Schule raus, um noch einen Überblick zu haben. Und bestimmt ist das auch wieder in jedem Bundesland anders :hmpf:

Annie
21.04.2009, 19:53
Ich drück die Daumen, das wird sicher fürchterlich langweilig :(

Danke! Fürchterlich langweilig auf jeden Fall, aber da muss ich wohl durch.

*Verena*
21.04.2009, 19:54
Und man macht dann überall die Matura und mit der kann man alles studieren? Oder gibt es Einschränkungen, was man studieren darf, wenn man an einer bestimmten Schule war?
Ich hab mich schon zu meiner Schulzeit immer gefragt, warum man am Fachgymnasium ein ganz normales Abi kriegt, mit dem man an jeder Uni alles studieren kann, obwohl es dort viel einfacher ist als am normalen Gymnasium. Aber wer weiß, ob es dort heute noch ein normales Abi gibt. Ich bin zu lange aus der Schule raus, um noch einen Überblick zu haben. Und bestimmt ist das auch wieder in jedem Bundesland anders :hmpf:

Ja, man hat dann eine Matura (AHS od. BHS)... mit der BHS hast du (v.a. wenn du eine HTL gemacht hast) den Vorzug bei technischen Berufen/Studienrichtungen... in AHS lernt man meist mehr Sprachen und hat (wie der Name schon sagt) eine höhere Allgemeinbildung.. da liegt dann der Fokus auf Berufen/Studienrichtungen, wo das verlangt wird. Es ist natürlich auch möglich, mit einer AHS Matura einen technischen Beruf auszuüben, aber das nötige Vorwissen dafür bekommt man eher in einer HTL.

Kückn
21.04.2009, 19:56
Und man macht dann überall die Matura und mit der kann man alles studieren? Oder gibt es Einschränkungen, was man studieren darf, wenn man an einer bestimmten Schule war?
Ich hab mich schon zu meiner Schulzeit immer gefragt, warum man am Fachgymnasium ein ganz normales Abi kriegt, mit dem man an jeder Uni alles studieren kann, obwohl es dort viel einfacher ist als am normalen Gymnasium. Aber wer weiß, ob es dort heute noch ein normales Abi gibt. Ich bin zu lange aus der Schule raus, um noch einen Überblick zu haben. Und bestimmt ist das auch wieder in jedem Bundesland anders :hmpf:

Da gibt es noch ein normales Abi, an den Fachgymnasien. Aber ob das so viel einfacher ist? Die müssen sich teilweise auch mit ganz schön fiesen Fächern rumschlagen.

Kerstin
21.04.2009, 19:59
@ Verena
Also sollte man eigentlich, wenn man den Schultyp wählt, schon ungefähr wissen, was man mal machen will? Das wäre nichts für mich gewesen. So früh im Leben hatte ich noch keine Ahnung, was ich mal studieren will. Außerdem habe ich in der Schule meine Fächer nach Kriterien ausgewählt, die für die Berufswahl ziemlich ungeeignet sind.

Kerstin
21.04.2009, 20:05
Da gibt es noch ein normales Abi, an den Fachgymnasien. Aber ob das so viel einfacher ist? Die müssen sich teilweise auch mit ganz schön fiesen Fächern rumschlagen.

Ich weiß nur, dass bei uns damals bevorzugt die aufs Fachgymnasium gegangen sind, die die Sek I nur mit Ach und Krach geschafft haben, oder die von der Realschule kamen. Und die waren dann schon deutlich besser, also gehe ich mal davon aus, dass es dort leichter ist.
Das mit den fiesen Fächern stimmt auch. Mir hätte diese Einschränkung auf bestimmte Pflichtfächer nicht behagt, darum wäre ich nie ans Fachgymnasium gegangen. Haben die eigentlich heute das gleiche Zentralabi wie an den normalen Gynasien oder gibt es wie in Ba-Wü eigene Prüfungen? Aber aus Ba-Wü habe ich zum Beispiel mal gehört, dass sich dort über das Zentralabi schon zeigen lässt, dass das Niveau an den Fachgymnasien (oder wie immer die da heißen) niedriger ist als am normalen Gymi.

*Verena*
21.04.2009, 20:05
Also sollte man eigentlich, wenn man den Schultyp wählt, schon ungefähr wissen, was man mal machen will? Das wäre nichts für mich gewesen. So früh im Leben hatte ich noch keine Ahnung, was ich mal studieren will. Außerdem habe ich in der Schule meine Fächer nach Kriterien ausgewählt, die für die Berufswahl ziemlich ungeeignet sind.

Naja, ungefähr sollte man es schon wissen... es ist halt blöd, wenn man in eine HAK geht und danach drauf kommt, dass man Arzt werden will... es geht natürlich, aber dafür wäre dann die AHS Matura besser gewesen. Wenn man aber i-was in Richtung Manager werden will, sollte man dafür schon in eine HAK gehen.

Albatros
21.04.2009, 20:16
Und man macht dann überall die Matura und mit der kann man alles studieren? Oder gibt es Einschränkungen, was man studieren darf, wenn man an einer bestimmten Schule war?
Ich hab mich schon zu meiner Schulzeit immer gefragt, warum man am Fachgymnasium ein ganz normales Abi kriegt, mit dem man an jeder Uni alles studieren kann, obwohl es dort viel einfacher ist als am normalen Gymnasium. Aber wer weiß, ob es dort heute noch ein normales Abi gibt. Ich bin zu lange aus der Schule raus, um noch einen Überblick zu haben. Und bestimmt ist das auch wieder in jedem Bundesland anders :hmpf:

hauptsache matura, dann kann man alles studieren, außer medizin, da gibt es einen aufnahmetest

Kückn
21.04.2009, 20:17
Ich weiß nur, dass bei uns damals bevorzugt die aufs Fachgymnasium gegangen sind, die die Sek I nur mit Ach und Krach geschafft haben, oder die von der Realschule kamen. Und die waren dann schon deutlich besser, also gehe ich mal davon aus, dass es dort leichter ist.
Das mit den fiesen Fächern stimmt auch. Mir hätte diese Einschränkung auf bestimmte Pflichtfächer nicht behagt, darum wäre ich nie ans Fachgymnasium gegangen. Haben die eigentlich heute das gleiche Zentralabi wie an den normalen Gynasien oder gibt es wie in Ba-Wü eigene Prüfungen? Aber aus Ba-Wü habe ich zum Beispiel mal gehört, dass sich dort über das Zentralabi schon zeigen lässt, dass das Niveau an den Fachgymnasien (oder wie immer die da heißen) niedriger ist als am normalen Gymi.

Keine Ahnung. Diejenigen, die ich kenne, die auf'm Fachgym waren, haben ihr Abi schon vor der ganze Zentralabigeschichte gemacht.

Wickie
21.04.2009, 20:20
Oh mein Gott das österreichische Schulsystem hört sich ja noch viel schlimmer an als das Deutsche. Ich hätte mich so früh auch noch nicht entscheiden können was ich mal machen will.
Ich muss sagen ich war mit dem bayerischen Zenralabi ganz zufrieden. Es ist auf jedenfall viel gerechter wenn alle die gleiche Prüfung machen müssen. Und wie schon mal gesagt hatten ja auch entweder die Schüler oder die Leherer gewisse Wahlmöglichkeiten. Dann ist es auch nicht ganz so schlimm wenn man ein Thema mal nicht so genau gemacht hat. Außerdem gibt es ja auch die Aufgaben der letzten Jahre und mit denen kann man sich ganz gut vorbereiten, da die Fragen immer ähnlich aufgebaut sind. Ich glaube auch nicht dass das Zentralabi an dem Trend zum Auswendiglernen, den ich auch überhaupt nicht gut finde, schuld ist. Zumindest in Bayern könnte man in keinem Fach mit reinem Auswendiglernen mehr als ein 4 schreiben.

Paulinsche
21.04.2009, 20:21
Ich gebe dann auch noch meinen Senf dazu:

Thema Zentralabi:
Grundsätzlich bin ich dafür, allerdings muss dann auch sichergestellt werden, dass a) auch wirklich das behandelt wird, was der Rahmenplan ausdrücklich vorschreibt und das b) in den Prüfungen dann auch wirklich nur das ausdrücklich Vorgeschriebene gefragt wird. (Beispiel Bio: Das Thema konnte behandelt werden, musste aber nicht, der Lehrer entschied sich dagegen und dann kam es dran...)
Desweiteren muss auch sichergestellt werden, dass in den Prüfungen keine utopischen Standards gefordert werden bzw. das Niveau dem Rahmenplan angepasst wird. (Beispiel Mathe: Der Durchschnitt lag im Grundkurs bei 5,irgendwas Punkten, mehrere Jahre lang (weiß gar nicht, wie das bei uns letztes Jahr war))
Und ich finde auch, dass den Lehrern noch genügend Wahlmöglichkeiten bleiben, gerade in Fächern wie Deutsch (wir haben im LK zig nicht ausdrücklich relevante Bücher gelesen, ist natürlich eine Frage der Organisation.) Und in naturwissenschaftlichen Fächern kann doch gar nicht so viel geändert werden, denn einen Rahmenplan wird es ja definitiv geben...
Ich gehe jetzt vom Zentralabi in Brandenburg aus...

Thema bundeseinheitliches Abi:
Zumindest die ZVS berücksichtigt das angebliche schwerere Abitur in manchen Bundesländern, da es ein bundeslandinternes und ein bundesinternes Ranking gibt.
Generell würde ich allerdings ein einheitliches Abi in allen Bundesländern bevorzugen, denn wie gesagt, wo wirklich vergleichbar ist es nicht, wenn jeder ein eigenes Süppchen kocht...

Thema Bologna-Prozess:
Auch hier ging es doch eigentlich mal um ne EU-interne Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse? Dass die Umsetzung zu wünschen übrig lässt, ist dann wohl mal wieder eine nicht durchdachte Konsequenz...

Thema stures Auswendiglernen im Studium:
Reaktionsgleichungen müssen wir wohl nicht auswendig lernen, dafür anscheinend Stukturformeln von großen organischen Molekülen... :irre:
Und in Bio läuft es wohl auch aufs Auswendiglernen hinaus; ich finds auch furchtbar, in der Schule waren die Fragen auf Verstehen und Anwenden ausgerichtet, aber jetzt hier?

Annie
21.04.2009, 21:10
Thema Bologna-Prozess:
Auch hier ging es doch eigentlich mal um ne EU-interne Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse? Dass die Umsetzung zu wünschen übrig lässt, ist dann wohl mal wieder eine nicht durchdachte Konsequenz...

Das Problem bei dem ganzen ist ja auch, dass der Bachelor mit 4 Jahren recht knapp bemessen ist. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass das ganze auch dem amerikanischen Standard ein wenig angepasst werden sollte. Die haben 12 Jahre Schule, dann 4 Jahre Grundstudium, insgesamt also 16 Jahre. Darauf wollte man das hier dann auch bringen, mit 13 Jahren Schule und dann 3 Jahren Bachelor. Was natürlich auch alles wieder keinen Sinn mehr macht, wenn man nun auf 12 Jahre Schule geht, denn dann ist es 1 Jahr weniger und angeblich soll das von den Amerikanern auch nicht als äquivalent angesehen wird. Wo ich das nun gelesen habe, fragt mich nicht.


Thema stures Auswendiglernen im Studium:
Reaktionsgleichungen müssen wir wohl nicht auswendig lernen, dafür anscheinend Stukturformeln von großen organischen Molekülen... :irre:
Und in Bio läuft es wohl auch aufs Auswendiglernen hinaus; ich finds auch furchtbar, in der Schule waren die Fragen auf Verstehen und Anwenden ausgerichtet, aber jetzt hier?

Ich muss auch sagen, dass ich es als einen Schritt zurück emfinde mit dem Lernen im Vergleich zur Schule. Moleküle musste ich noch nicht wirklich auswendiglernen, aber organische Chemie kommt jetzt auch bei mir erst noch.
Das mit den Strukturformeln, der Professor meinte immer wir sollen alles herleiten, aber dazu hatte man echt keine Zeit und die Fragen waren auch nicht darauf ausgelegt, dass man irgendwas herleiten soll, geschweige denn irgendwas erklären können müssen.

Wickie
21.04.2009, 21:22
Also da muss ich mal wieder sagen dass ich gerade noch rechtzeitig angefangen hab das richtige zu studieren. Ich konnte gerade noch Magister machen und musste für meine Geschichtezwischenprüfung nicht eine einzige Jahreszahl auswendiglerenen. Da gings wirklich nur um Verstehen und Interpretieren.

Paulinsche
21.04.2009, 21:24
@ Annie: Ich sag ja, nicht durchdacht, Hauptsache erstmal alles geändert - Aktionismus pur ohne Sinn und Verstand.

In der Anorganik mussten wir schon noch erklären, in der Organik - hm, da bin ich mir nicht sicher, aber in Bio?
Mit Herleitung kommt man bei uns auch nicht weit - Multiple Choice heißt die Devise vor allem dann im Staatsexamen... :rolleyes:

Annie
21.04.2009, 21:33
@ Paulinsche

Ja, total unsinnig.:neinnein:

Multiple Choice hatten wir bis jetzt noch gar nicht. Meist sind es Auflistungen, irgendwelche Merkmale oder solche Sachen. Aber dieses Semester scheint es viel mehr Multiple Choice zu sein. In BWL müssen wir sogar dann herleiten, in einem Fach, in dem ich die Verbindung zu Bio bis jetzt noch nicht erkannt habe, da dürfen wir dann denken.
Naja, ärgern bringt nichts, ich werd einfach erstmal weiter auswendiglernen ;)

**Lui**
21.04.2009, 22:48
da möchte ich auch noch mal was zu sagen, weil es mich direkt betrifft. schreibe am freitag deutsch-abi.
im allgemeinen finde ich die einführung des zentralabiturs sinnvoll, weil es vergleichsmöglichkeiten gibt für alle schulen im bundesland. bei uns ist es so, dass wir über den bildungsserver brandenburg die prüfungsschwerpunkte gegeben haben, nach denen sich auch der rahmenplan richtete. diese schwerpunkte beinhalten, wie schon erwähnt, bestimmte autoren und werke, die behandelt wurden. und ich bin der meinung/hoffnung, dass man sich darauf verlassen kann, dass nicht surprisemäßig irgendwas anderes drankommt.

einen kritikpunkt habe ich allerdings: ich plädiere für ein richtiges zentralabitur, das bundesweit in deutschland gilt. das problem ist wirklich, dass ich mich mit einem brandenburger abitur nicht in münchen oder sonst wo im "westen" bewerben muss, weil ich wenig chancen habe mit einem 1,7-1,9 schnitt. wenn ich mir beispielsweise eine abituraufgabe mathe aus dem vergangenen jahr von bayern angucke, dann rätsel ich nur rum und das geht nicht nur mir so. sogar der fachlehrer gibt uns solche aufgaben, um uns sozusagen auf das schlimmste vorzubereiten. das brandenburger abitur ist im vergleich zu bayern oder baden-württemberg einfacher. und diese unterschiede sollte es meiner meinung nach nicht geben.

gut, ich hoffe ich hab jetzt nicht irgendwas vergessen ;)

Paulinsche
21.04.2009, 23:04
Mein Beileid zum Deutsch-Abi in BRB in diesem Jahr... Wie viele Themen sinds? :irre:
Aber ich kann dich insofern beruhigen, dass die Themen bei uns so gestellt waren, dass sie sich größtenteils auf das schwerpunktmäßig behandelte buch bezogen. Die Frage ist dann eben nur, zu welchem die Analyse und zu welchem die Erörterung ist... Ich gehe mal davon aus, dass das auch in diesem Jahr so sein wird?

Kaethe
22.04.2009, 00:28
Hier wird ja einiges durcheinandergemischt.

Erstens:
Die Wege zur Matura in Österreich klingen genauso kompliziert wie das deutsche System. Ich habe schon mal versucht einer Ukrainerin das deutsche Schulsystem und die Wege zum (Fach-)Abi zu erklären. Das ist mindestens genauso kompliziert.


Zweitens: Einheitliches Abitur
Ich habe mein Abi in NRW gemacht, da haben einige von euch noch in der Grundschule gespielt. Und das ganze war auch lange vor Pisa. Wir konnten viel wählen und an irgendwelche Standards hat damals keiner gedacht. Es gab zwar solche Vorgaben, dass man eine Naturwisschenschaft, eine Sprache und ein gesellschaftwissenschaftliches Fach im Abi haben musste und das so Kurse wie Mathe und Deutsch 4 Halbjahre lang und Sowi und Geschi 2 Halbjahre mind. belegt werden mussten, also mindestens bis Ende der 12, genauso wie Musik/Kunst, Religion und ich glaube Sport. Aber es war nicht so vorgeschrieben, dass man jetzt 4 Std. die Woche Mathe und Deutsch haben musste. Es gibt einige, die Deutsch bzw. Mathe nach der 12 nur noch mündlich bzw. abgewählt hatten. Ansonsten musste man bis zum Ende der 13 eine bestimmte Anzahl von Kursen belegen. Wahlfreiheit und eigene Schwerpunktsetzung klingt zwar toll, aber so ganz toll frei war das nicht. Durch die vielen Pflichtkurse konnte man sich nicht so gut spezialisieren oder riesig frei wählen. Und kompliziert war das ganze auch.

Ich meine auch nicht, dass das die Aufgabe der Schule ist, die Schüler zu spezialisieren. Die Schule soll Allgemeinwissen sowie die Fähigkeiten zu lernen, kritsch zu denken und ein demokratisches Verständnis vermitteln. Dafür braucht aber einen breiten Fächerkanon.
Außerdem halte ich einige Fächer für grundsätzlich so wichtig, dass sie nicht abwählbar sein dürfen. Dazu zählen vor allen Dingen Mathe und Deutsch. Diese Fähigkeiten, die man in beiden Fächern erlernt, sind für später wichtig. Analyse von Texten braucht man später im Studium eigentlich ständig, weil man zum Lernen einen Text analysieren können muss. Mathe taucht in den meisten Unifächern wieder auf und da stellen die allermeisten fest, dass das bisschen Mathe, was sie an der Schule gelernt haben, nicht ausreicht, um an der Uni zu bestehen. In bspw. BWL, VWL, Informatik, Kommunikationswissenschaften und Sport braucht man Mathe. Die einzige Ausnahme, die ich kenne ist Jura, wo das Schulmathe an sich vollkommen ausreicht.

Das Zentralabitur an sich finde ich gut, da an unterschiedlichen Schulen unterschiedliche Standards herrschen. Meine Schule hat in der Oberstufe mit einer anderen Schule kooperiert und wir wussten alle, dass die Kurse an unserer Koopschule einfacher waren. Das schlug sich auch in den Noten wieder.
Einen Rahmen, was durchzunehmen war, hat es immer schon gegeben. Das war auch bei uns nicht so, dass die Lehrer lustig wählen konnten, was sie mit uns machten. Es war vielleicht möglich die Themen der Halbjahre zu vertauschen, aber wir mussten die Themen machen. Ein Bsp. in Geschichte mussten die verschiedenen Verfassung und Staatsformen quer durch alle Zeiten durchgenommen werden, es musste die Industrialisierung, das letzte Kaiserreich, die Weimarer Republik, das dritte Reich und deutsche Nachkriegsgeschichte durchgenommen werden. Genauso war das in Deutsch. Und bei mehr als einem Kurs war es notwendig, dass sie Fachlehrer sich auf bestimmte Lektüren einigen mussten, weil ansonsten das Zusammenlegen von Kursen sehr kompliziert geworden wäre. Z.B. waren in meiner Stufe in der 12 (ich meine) 3 Mathe-, 3 Deutsch- und 3 Englischgrundkurse. In der 13 hatten da soviele abgewählt, dass aus den 3 Grundkursen in jedem Fach 2 Kurse gemacht werden mussten.
Es wird zwar viel gejammert, dass da soviel Freiheit den armen Lehrern genommen worden ist, aber im Prinzip hat sich eigentlich nichts geändert. Diese Zwänge, bestimmte Dinge durchzunehmen, hat es vorher auch schon gegeben. Die Lehrer bestimmen das nur nicht mehr so sehr pro Schule, sondern ein Ministerium macht mehr diese Arbeit. Ein großer Unterschied besteht da nicht und für die Schüler schon mal gar nicht.

Leider werden die Aufgaben schlecht vorbereitet und enthalten Fehler. Dass soll nun durch entsprechende Experten verhindert werden, was den Steuerzahler viel Geld kostet. Das ärgert mich, weil ich von einem Schulministerium erwarte, dass sie die entsprechenden Fachleute dort sitzen hat und nicht irgendwelche Gewerkschaftler im Ministerium sitzen, die keine Ahnung haben.

Und noch was zum Pensum in der Schule: Ich habe während meiner Schulzeit eher zu wenig gelernt und zu gute Noten bekommen, dafür dass ich nicht wirklich viel getan habe. Man hätte viel mehr machen können und das finde ich sehr schade. Mein persönliches Fazit nach 13 Jahren Schulen war, dass ich in der Schule nicht gelernt habe zu Lernen.

Drittens: Lernweisen im Studium
Stures Auswendiglernen geht überwiegend ins Kurzzeitgedächtnis und hilft ab einem bestimmten Stoffumfang und einer bestimmten Vorbereitungszeit nicht mehr. Multiple Choice gab und gibt es bei uns nicht, genausowenig wie online Klausuren schreiben.
Der Bolognaprozess ist in Jura nicht umgesetzt. Insofern kann ich dazu gar nichts sagen. Was ich von außen beobachte, ist großese Chaos mit Akkreditierungsproblemen für Bachelor und Masterstudiengängen, Diskussionen um den Sinn eines Masters und um eine Verschulung der Studiengänge.

Nadl
22.04.2009, 10:14
@Nadl: Wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese, wäre ich nicht drauf gekommen, dass du Abi hast. :D:

ihc denke schneller als ich tippe das ist mein problem:aetsch:

Nadl
22.04.2009, 10:16
Bei uns in Baden-Württemberg ist es in Deutsch so, dass man ein paar literarische Werke verpflichtend lesen muss (zu meiner Zeit waren es "Das Leben des Galilei" von Bertolt Brecht und "Gestern war heute" von Ingeborg Drewitz"); und nur die können dann im Abitur auch drankommen - neben anderen Themen wie Gedichtinterpretation oder Texterörterung.
Die restliche Zeit kann also dennoch relativ frei eingeteilt werden.

benjamin du hast 2001 abi gemacht oder? bei mir wars (auch in bawü) faust *brech* und das parfum... wir hatten das glück das unser lehrer vorher mit uns abgestimmt hat welches er nehmen soll... udn wir waren alle für parfum... so viel auswahl haben die lehrer dann nämlich shcon noch das sie zwischen 2 oder 3 abiturprüfungen wählen können bzw einzelne themen wählen können...

kirsten
22.04.2009, 10:34
Hmm, zentrales Abi is für mich so n zwiegespaltenes Ding. Eigentlich ne gute Sache, leider für die Schüler, die nicht von der 5. Klasse an drauf vorbereitet worden, oft dann doch ne Stolperfalle, weil eben doch nicht aller Stoff besprochen wurde...

Schlimmer finde ich allerdings die Prüfungen nach der 10. Klasse, die eben für alle Schulformen gleich sein soll. Klar, somit ist dann ein hauptschulabschluss genauso viel wert wie ein Realschulabschluss, aber de facto ist es für Hauptschüler kaum schaffbar.
Die sind nunmal auf der Hauptschule, weil sie nicht so schnell und gut lernen wie andere Schüler, aber trotzdem sollen sie in der selben zeit den selben Stoff durchnehmen, klingt für mich etwas unrealistisch.

Das peinlichste an der Sache sind allerdings die Fehler in den Abiprüfungen, die sich hier einschleichen, egal ob falsche Zeilen im Gedicht, falsch beschriftete Atome in Chemie, etc. Sowas darf net passieren...


Und zur Wahlfreiheit, mein Abi und die Wahl der Fächer in der Oberstufe klingen ziemlich so wie Kaethes, und ich stimme ihr zu, manche Fächer sind schon wichtig, dass man sie bis zum Abi haben sollte, egal ob deutsch, englisch oder Mathe. Ist es nicht so, dass man jetzt ne 2. Fremdsprache haben muss? Wenn ja, gute idee, englisch ist mittlerweile ne Standartvorraussetzung, da ist ne 2. Sprache sehr hilfreich.

Allerdings überlegt man jetzt, bald Mathe, Deutsch und 1 Fremdsprache zu Pflichtfächern im Abi zu machen, das find ich doch etwas suboptimal. das 4. Fach muss ja dann ne Gesellschaftswissenschaft sein. Was mach ich also, wenn ich später mal irgend ne Naturwissenschaft studieren will, oder vielleicht Geschi/Erdkunde oder so, dann kann ich nichtmal darin Abi machen... Hoffe, das überlegen sie sich nochmal

Arwen
22.04.2009, 11:47
also ich halte nix von zentralen prüfungen

1. jede schule hat andere schüler, auch wenn es die gleiche schulform ist. die alle mit dem gleichen maß (sprich klausur) zu messen, halte ich für schwierig

2. an der erstellung der klausuren sind viel zu viele leute beteiligt. in nrw gibt es jetzt eine kommsion von über 100 personen, die die klausuren auf fehler überprüfen sollen. wie war das mit den vielen köchen...?

3. die fächerwahl: klar, es ist gut, dass bestimmte fächer pflicht sind. andererseits: vieles , was man in der oberstufe lernt, hat nix mehr mit allgemeinbildung zu tun. besonders in mathe ist es doch spezialwissen. und ich finde dass sollte eher was für die schüler sein, die sich dafür interessieren und in diese richtung studieren wollen.
mathe verpflichtend zu machen, finde ich deshalb ziemlich unsinnig.
und zu den sprachen: was ich in der schule in den sprachfächern gelernt hab, hätte nicht ausgereicht, um tatsächlich im ausland durchzukommen.

ich bin heilfroh, dass ich mein abi vor der reform gemacht habe. was solche reformen bedeuten können, musste ich leider im studium 3 jahre lang erfahren. dort hat mich der bologna-prozess voll erwischt. und der hat zu einer starken verschulung und jeder menge chaos an der uni geführt.

Nadl
22.04.2009, 11:56
also ich halte nix von zentralen prüfungen

1. jede schule hat andere schüler, auch wenn es die gleiche schulform ist. die alle mit dem gleichen maß (sprich klausur) zu messen, halte ich für schwierig

2. an der erstellung der klausuren sind viel zu viele leute beteiligt. in nrw gibt es jetzt eine kommsion von über 100 personen, die die klausuren auf fehler überprüfen sollen. wie war das mit den vielen köchen...?

3. die fächerwahl: klar, es ist gut, dass bestimmte fächer pflicht sind. andererseits: vieles , was man in der oberstufe lernt, hat nix mehr mit allgemeinbildung zu tun. besonders in mathe ist es doch spezialwissen. und ich finde dass sollte eher was für die schüler sein, die sich dafür interessieren und in diese richtung studieren wollen.
mathe verpflichtend zu machen, finde ich deshalb ziemlich unsinnig.
und zu den sprachen: was ich in der schule in den sprachfächern gelernt hab, hätte nicht ausgereicht, um tatsächlich im ausland durchzukommen.

zu 1. klar hat jede shcule andere schüler aber es sollte doch ein ziel sein das alle überall das gleiche lernen und ein gleiches niveau haben KÖNNEN... das ist im moment in deutshcland nicht der fall weil die lehrer viel zu oft machen was sie interessiert... in vielen bundesländern ist ein abitur nix wert weil der lehrer an seinem lehrtempo angepasst selbst die prüfung machen kann... und genau da beisst sich doch die katze in dens chwanz weil jeder uni ist bekannt in welchen bundesländern es einfach ist das abi mit einer guten note zu bestehen.. diese schüler ahben dann natürlich weniger chancen irgendwo an einer rennomierten uni angenommen zu werden... da hat weder der schüler was davon noch der lehrer noch sonstwer... ausserdem sollte das abi ja auhc eine auszeichnung für gute schulische leistungen sein und (sorry ich will niemanden angreifen) aber inzwischen hab ich das gefühl heute kann jeder depp abi machen... udn genau dadurch zählen ja auch die anderen schulbildungen nimmer udn wir haben genau das problem das sich in deutshcland jetzt aufzeigt mit den hauptschülern die keine ausbildungsstelle bekommen weil viele mit abitur kein studium machen weil ja jedes jahr zig tausende schüler mit abitur vom gymnasium kommen... ich will mich da net ausschließen ich hab auhc abi gemahct udn danach eben net studiert aber eigentlich sollte das ja net die regel sein...

zu 2. arwen du hast geschrieben zum korrigieren der klausuren... wo ist da das problem? lieber schauen sowas doch 100 paar augen an als nur 2 oder?

**Lui**
22.04.2009, 11:58
Mein Beileid zum Deutsch-Abi in BRB in diesem Jahr... Wie viele Themen sinds? :irre:
Aber ich kann dich insofern beruhigen, dass die Themen bei uns so gestellt waren, dass sie sich größtenteils auf das schwerpunktmäßig behandelte buch bezogen. Die Frage ist dann eben nur, zu welchem die Analyse und zu welchem die Erörterung ist... Ich gehe mal davon aus, dass das auch in diesem Jahr so sein wird?
es sind, lass mich nachgucken, insgesamt 8 themen. dazu kommen 22 autoren und 5 werke ("wo warst du adam?" heinrich böll, "blechtrommel" grass, "jenny treibel" fontane, "minna von barnhelm" lessing und "der aufhaltsame aufstieg des arturo ui" brecht).. ja das ist schön viel^^ lief aber eben alles in 12 und 13.

genauso ist es dieses jahr auch. man weiß nicht, was man zu welchem thema machen muss (analyse, interpretation, erörterung, kreatives schreiben).. deswegen find ich es auch nicht gut, sich jetzt schon auf beispielsweise szenenanalyse festzulegen. denn man muss schon abwarten, welches thema rankommt und sich dann danach richten. ;)

was ich noch zur spezialisierung der schüler sagen wollte: es ist richtig, dass jede schule andere schüler hat und diese auch ihre indiviuellen schwächen und stärken haben. aber (das klingt jetzt vielleicht gemein) es sollte vielleicht nicht jeder abi machen. man muss schon vorher ein bisschen aussortieren und die spreu vom weizen trennen. nicht jeder ist für ein abitur oder studium gemacht und es ist sehr schade, wenn man die drei jahre dann "verschwendet" und nichts gutes bei rauskommt. ich seh das jeden tag in der schule... die meisten kriegen natürlich druck vom elternhaus und von den medien, was weiß ich nicht noch alles.. aber man kann auhc mit einem 10.klasse-abschluss was werden und gut geld verdienen...

Kaethe
22.04.2009, 12:04
Ich finde auch nicht, dass Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache bzw. Englisch Abifächer sein müssen (Bei mir war das so), aber bis zum Ende der 13 sollten sie schon unterrichtet werden.

Bei uns gab es auch bestimmte Vorschriften für die Sprachfächer. 2 Sprachen mussten in der Oberstufe belegt werden und eine Fremdsprache musste aus der Mittelstufe weitergeführt werden. Bei den meisten war das dann die Kombination Deutsch und Englisch. Das konnte aber auch Französisch oder Latein sein. Aber wenn man sich die Bewerbungsvoraussetzungen anschaut, da ist Englisch Standard und eine zweite oder dritte Sprache höchst erwünscht.

Und tut mir leid Arwen, ich muss dir widersprechen, in Mathe lernt man in der Oberstufe kein Spezialwissen, sondern Allgemeinwissen. Integrale muss man im Studium in Sport, Informatik und sämtlichen Naturwissenschaften beherrschen können. Das was ich von vielen höre, ist dass das Schulmathe, auch auf LK-Niveau kaum ausreicht, es sei denn man ist ein Mathegenie und kann mal kurz im besoffenen Kopp die Entfernung der Sonne am Horizont berechnen.

Und die unterschiedlichen Stärken und Schwächen führen nicht dazu, dass man bestimmte Dinge nicht lernen sollte. Es muss dann vielleicht anders gefördert werden und mehr innerhalb eines Kurses differenziert werden. Aber das jemand, der mehr sprachbegabt ist, kein Mathe können muss, halte ich für Quatsch.

Nadl
22.04.2009, 12:06
mal ne doofe frage... ist es net überall so das man englisch plus eine weitere fremdsprache mindestens 4 jahre jeweils gehabt haben muss um das abi zu bekommen? weil in bawü bekommt man ohne das nur fachhochschulreife...

**Lui**
22.04.2009, 12:12
mal ne doofe frage... ist es net überall so das man englisch plus eine weitere fremdsprache mindestens 4 jahre jeweils gehabt haben muss um das abi zu bekommen? weil in bawü bekommt man ohne das nur fachhochschulreife...
in brandenburg ist das auf jeden fall auch so!

Kaethe
22.04.2009, 12:16
mal ne doofe frage... ist es net überall so das man englisch plus eine weitere fremdsprache mindestens 4 jahre jeweils gehabt haben muss um das abi zu bekommen? weil in bawü bekommt man ohne das nur fachhochschulreife...

Ne, das muss nicht zwingend Englisch sein. Es gibt auch Schulen, die starten in der 5 mit Latein und dann gibt es erst Englisch ab der 7..

Nadl
22.04.2009, 12:18
ja okay ich hatte noch überlegt ob ich das mit englisch wegmachen soll aber das prinzip 2 fremdsprachen als pflicht gibts doch überall oder?

kirsten
22.04.2009, 12:22
Ja, aber reicht dann eben auch in der Mittelstufe, dann kannste ab der Oberstufe die 2. Fremdsprache abwählen...

Ich versteh Arwens 1. punkt sehr gut. Zentrales Abitur ist schon sinnvoll, es macht sinn, wenn in allen Bundesländern der selbe Standart herrscht.
ABER generelle zentrale Abschlüsse halte ich wie vorher schonmal gesagt für falsch. Ein Hauptschüler ist schon aus gutem Grund "nur" Hauptschüler, und nicht Realschüler oder gar Gymnasiast, wie soll er dann bitte nach der 10. Klasse eine Prüfung schaffen, die auch Gymnasiasten ablegen müssen?

Nadl
22.04.2009, 12:29
kirsten du verwirrst mich... wie lang geht bei euch die hauptschule? also bei uns nur bis zur 9 ... und zentrale klassenarbeit (so heisst der kaderadatsch bei uns in der 10.) ist halt sinnvoll für die die am gymi die sagen mir reichts ich mach was anderes und ne ausbildung beginnen wollen... wiel ohne die ZK hätten die ja keinen abschluß

kirsten
22.04.2009, 12:51
Also bei uns geht Hauptschule bis nach der 10. Klasse. Wenn man die 10 a macht, ist das das selbe wie Realschulabschluss, also mittlere Reife. Wenn man nur 10 b macht, ist es Hauptschulabschluss.
Und bei uns hatte man nach der 10. Klasse gymnasium automatisch mittlere Reife, auch ohne diese Abschlussprüfungen

Nadl
22.04.2009, 12:54
mhm das ist ja strange bei euch... bei uns kann man zwar ein jahr länger hauptschule machen das nennt sich dann aber werkrealschule... ich versteh nicht das dies net einfach hinbekommen ein einheitliches system für die deutschen shculen zu finden das dann in allen bundesländern umgesetzt werden muss... jeder mist wird einem vorgeschrieben (okay meisstens von der eu das geb ich zu) aber sowas wichtiges wie bildung wird irgendwie teilweise echt sehr stiefmütterlich behandelt... udn am ende wundert man sich dann wieder das man bei der pisa studie schlecht abschneidet

Paulinsche
22.04.2009, 12:58
Die mittlere Reife hatte man in BRB auch auf dem Gymnasim nach der 10. Klasse, in irgendeiner Form jedenfalls, aber das stand eben als solches nicht auf dem Zeugnis oben und / oder wurde nicht als solche anerkannt, darum wurden dann die zentralen Prüfungen nach der 10. Klasse eingeführt, damit auch die, die nach der 10. schon abgegangen sind, einen "echten" Abschluss hatten.

Diese zentrale Prüfung war zwar an allen Schulformen ungefähr gleich, aber durch das Hinzufügen / Weglassen bestimmter Teilaufgaben, war es an das Niveau angepasst. Auf dem Zeugnis stand dann eben auch die Schulform, was ich auch richtig finde, denn von einem Gymnasiasten und einem Hauptschüler (bei uns hieß das Gesamtschüler) kann man ja doch ein unterschiedliches Leistungsniveau erwarten...

Kaethe
22.04.2009, 12:59
In NRW kann man nach der 9. von Hauptschule abgehen und bekommt dann keinen Hauptschulabschluss, sondern nur ein Abgangszeugnis. Den Hauptschulabschluss gibt es erst nach der 10.

Das Problem mit bundesweit zentralen Abschlussaufgaben, um die Vergleichbarkeit zu gewæhrleisten, liegt auch woanders. Die Lænder haben die Kompetenzen fuer Bildung, der Bund kann da im Moment nichts machen. Um bundesweit eine einigermassen vernuenftige Vergleichbarkeit zu gewæhrleisten, gibt es die Kultusministerkonferenz, die sich da auf bestimmte Mindeststandards eventuell einigt oder auch nicht. Eine gewisse Zentralisierung gibt es doch auch schon jetzt bundesweit.

Beim Abi scheint es tatsæchlich bundesweit so zu sein, dass man wæhrend seiner Schullaufbahn 2 Fremdsprachen machen muss.

Paulinsche
22.04.2009, 13:02
Mir ist schon klar, dass die einzelnen Länder die Kompetenzen für Bildung haben, aber es muss ja möglich sein, ihnen diese zu entziehen, denn einige andere Sachen werden doch auch nur vom Bund geregelt...

Kaethe
22.04.2009, 13:08
Hm, ja, mit einer Verfassungsænderung ist das møglich. Da muss dann nur der Bundesrat zustimmen. Da wird dann beinhart verhandelt, weil die Lænder lt. Grundgesetz grundsætzlich erstmal alle Kompetenzen haben und nur ausnahmsweise der Bund den Kram regelt. Die Lænder møgen es nicht, wenn ihnen Kompetenzen geklaut werden, die wollen dann einen Ausgleich fuer Bildung haben, weil sie entmachtet werden. Das ist leider nicht ganz so einfach.

Paulinsche
22.04.2009, 13:20
Hm, das muss ich nicht verstehen oder? Denn eigentlich sollte es ja darum gehen, die bestmögliche Lösung für die Bevölkerung und damit für Deutschland zu finden. Dieses Kompetenzgerangel ist einfach nur lächerlich. Föderalismus gut und schön, aber was dann dabei rauskommen kann, sieht man ja gerade am Beispiel Bildung sehr schön...

Kaethe
22.04.2009, 13:31
Nø, verstehen musst du das nicht. Ich habe generell das Gefuehl, dass es vielen Politikern nicht darum geht, eine bestmøglichste Løsung fuer die Bevølkerung zu bekommen, sondern sich nur Macht zu sichern. Aber das ist ein anderes Thema.

Zu dem Problem, dass nicht jeder Abitur machen kann: Da kønnen wir einen eigenen Thread aufmachen.

Zu einheitlichen Abschlusspruefungen nach der 10.: In NRW gibt es das inzwischen, genauso wie irgendwelche Vergleichspruefungen in der 8. Klasse (oder so). Wenn man aber bei Realschulen zwischen Realschulen auf dem Land und Realschulen in der Grossstadt unterscheidet und erstere mit Gymnasien und letztere mit Hauptschulen vergleicht, dann ist das bescheuuert.

Zentrale Abschlusspruefungen machen hier auch Sinn, um eine Vergleichbarkeit zu gewæhrleisten. Manchmal bewirbt man sich fuer eine Ausbildung schon innerhalb eines Bundeslandes oder bei grossen Konzernen. Da ist eine Vergleichbarkeit zwischen den Bewerbern schon wichtig.

Paulinsche
22.04.2009, 13:42
Seh ich ganz genauso! Und mir scheint, dass sich das System in NRW und BRB ähneln...

Wie ich schon sagte, ich bin sehr für vergleichbarere Abschlüsse, vielleicht wird dann auch z. B. das Zulassungssystem der ZVS weniger kompliziert...

Arwen
22.04.2009, 15:59
Und tut mir leid Arwen, ich muss dir widersprechen, in Mathe lernt man in der Oberstufe kein Spezialwissen, sondern Allgemeinwissen. Integrale muss man im Studium in Sport, Informatik und sämtlichen Naturwissenschaften beherrschen können. Das was ich von vielen höre, ist dass das Schulmathe, auch auf LK-Niveau kaum ausreicht, es sei denn man ist ein Mathegenie und kann mal kurz im besoffenen Kopp die Entfernung der Sonne am Horizont berechnen.


das mag für diese bereiche ja richtig sein, aber wenn man später weder mit sport, informatik oder nw etwas zu tun hat, braucht man so was nicht.
aber schulmathematik ist ein thema für sich.

Kaethe
22.04.2009, 17:56
Nun, das waren lediglich Beispiele. In den Wirtschaftswissenschaften ist Statistik wegen dem ganzen Mathe, der darin vorkommt verhasst. Um Mathe mit Vektorrechnung, Integral- und Differentialrechnung kommt man nicht drum rum, weil dass fuer viele Studiengænge wichtig ist. Darauf soll das Abi vorbereiten und gerade nicht auf eine Ausbildung.

Franka
22.04.2009, 17:59
aaah was habt ihr denn für ein Thema? Das passt mir aber gerade überhaupt nicht in den Kram. ;)

Kerstin
22.04.2009, 22:20
Wow, das Thema ist ganz schön groß und es haben sich ziemlich viele Einzelaspekte ergeben. Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal meinen Senf dazu geben.

Ich bin grundsätzlich schon für ein Zentralabitur, weil es eine größere Vergleichbarkeit herstellt als das dezentrale Abi. Und solche Standards sind sinnvoll und wichtig, um zu gewährleisten, dass ein Schüler mit dem Abi auch an der Uni bestehen kann. Vollständige Chancengleichheit und objektive Bewertung wird man allerdings nie erreichen, aber das ist sicher allen bewusst. Und auf ein Deutschlandweites Zentralabi werden wir noch sehr lange warten müssen. Nicht nur, weil es aufgrund der Leistungsunterschiede zwischen den Ländern derzeit utopisch ist, sondern auch weil, wie Kaethe schreibt, Bildung eben Ländersache ist. Die Kultusminister haben gar kein Interesse daran, an einem Strang zu ziehen. Und zu einer Föderalismusreform, in der der Bund Bildungskompetenzen bekäme, wird es nicht kommen. In der letzten Föderalismusreform ist das genaue Gegenteil passiert.

Ich finde aber auch nach wie vor, dass ein Zentralabi, wie jede Form der Prüfung, ihre Schwächen hat. Ich hab selber vor 9 Jahren Abi gemacht, noch weit weg vom Zentralabi. Später habe ich mir bei einer bayrischen Freundin das Vorbereitungsbuch fürs Englisch-Abi angeschaut und ich fand die Aufgaben schon arg schematisiert. Ich kannte die Aufgabenstellung in Klausuren viel offener. Und genau mit einer solchen Schematisierung habe ich auch heute noch Probleme, weil sie es schwer macht, denken und beurteilen zu lernen. Bei uns hatte zum Beispiel eine Klausur in Englisch oder Deutsch ein Thema. Es gab ein Gedicht, einen Text oder ähnliches und dann meist 3 Fragen, zu denen man viel schreiben konnte. Und das war auch im Abi so. Weil ja der Lehrer seinen Schülern vorher den Stoffumfang eingrenzen konnte (auch wenn das eine rechtliche Grauzone war), mussten die nicht alles lernen und er nicht auf Gedeih und Verderb alles prüfen. Im Zentralabi hab ich dagegen den Eindruck, dass weil alles gelernt werden muss, auch möglichst viel geprüft wird. Dann hat eine Klausur 4 Themenbereiche, die nichts oder wenig miteinander zu tun haben, und bei keinem kann ich in die Tiefe gehen. Da habe ich Bedenken, dass es so vor allem darauf ankommt, bestimmte Wissensbestände abzufragen; und so wichtig eine bestimmte Allgemeinbildung auch ist, das kann nicht alles sein.

Und ich würde genau deswegen auch noch ein Fass aufmachen und fragen, was man eigentlich unter Bildung verstehen will. Reicht es denn aus, ein bestimmtes Konvolut an Wissensbeständen zu haben, oder ist Bildung nicht mehr als das? Sollte ein Abiturient nicht auch gelernt haben, wie man lernt - und das heißt mehr als für eine Prüfung auswendig lernen? Sollte er nicht wissen, wie man sich selbstständig neue Themen erarbeitet? Sollte er nicht über Problembewusstsein und kritisches Denken verfügen, das heißt auch, nicht alles glauben, was ihm gesagt wird und wenn es ein Professor sagt? Sollte er nicht auch Freude am Lernen haben, das heißt Neugierde und Faszination daran, sich mit unbekannten Fragen auseinander zu setzen? Das sind nur wenige Aspekte von dem, was ich auch unter Bildung verstehe, und all das bleibt viel zu leicht auf der Strecke. Vor allem weil man es ganz schlecht abprüfen kann und so auch nicht quantifizieren und vergleichen. Aber ich mag Bildung einfach nicht auf solche messbaren Dinge reduzieren, so wichtig ein bestimmter Grundbestand an Fachwissen auch ist.

Noch ein kurzer Absatz dazu, wem man ein Abi geben soll und wem nicht. Klar ist, dass Abi und Studium nicht für jeden das Richtige sind, aus ganz verschiedenen Gründen. Aber ich halte auch nichts davon zu sagen, Abi sei nur was für wenige, weil die meisten zu dumm dazu sind. Die meisten Schüler scheitern wohl weniger an ihrer Interlligenz als daran, dass das deutsche Schulsystem wahnsinnig gut darin ist, Schüler zu demotivieren, ihnen die Freude am Lernen zu nehmen und ihre individuellen Stärken und Schwächen zu Gunsten des Lehrplans zu ignorieren. Dass Klassenstärken von 30 Schülern es den Lehrern auch nicht leicht machen, will ich gern zugestehen. Aber ich glaube, die Pädagogik ist schon ein gutes Stück weiter als die Praxis im deutschen Bildungssystem und die Denkschemata von Bildungspolitikern.

Kaethe
22.04.2009, 22:39
Mit deinem letzten Teil können wir gerne ein neues Thema aufmachen, denn das deutsche Schulsystem ist von grund auf reformbedürftig. Nichts destoweniger heißt Bildung nicht nur, Werkzeug zu erlernen, mit dem lernt, sondern auch ein bestimmtes Wissen muss beherrscht werden, z.B. ohne lesen und schreiben kann man gar nicht lernen.

Kerstin
22.04.2009, 23:03
Ja, natürlich braucht man ein gewisses Wissen. Das habe ich ja nie bestritten. Lesen und Schreiben sind allerdings in meiner Sicht eher Werkzeuge als Wissen. Aber das ist vielleicht auch eine Definitionsfrage. Und man muss bei jeder Bildungsreform, die den Wissensbereich stärker abprüft, auch aufpassen, dass die Werkzeuge, Techniken oder wie immer man es nennen will, nicht auf der Strecke bleiben. Denn die brauche ich an der Uni auch. Ich habe in meinem Studium wenig von dem Wissen gebraucht, dass ich in der Schule gelernt habe, aber sehr viel von den anderen Dingen. Und ich würde meinen, das kann man mindestens auf alles Geisteswissenschaften ausdehnen. Mit Fachwissen und Allgemeinbildung allein komme ich dort nicht weit, obwohl ich die natürlich sehr wohl brauche, um einzelne Problemfelder angemessen bedenken zu können.

Wickie
23.04.2009, 00:07
Ich finde aber auch nach wie vor, dass ein Zentralabi, wie jede Form der Prüfung, ihre Schwächen hat. Ich hab selber vor 9 Jahren Abi gemacht, noch weit weg vom Zentralabi. Später habe ich mir bei einer bayrischen Freundin das Vorbereitungsbuch fürs Englisch-Abi angeschaut und ich fand die Aufgaben schon arg schematisiert. Ich kannte die Aufgabenstellung in Klausuren viel offener. Und genau mit einer solchen Schematisierung habe ich auch heute noch Probleme, weil sie es schwer macht, denken und beurteilen zu lernen. Bei uns hatte zum Beispiel eine Klausur in Englisch oder Deutsch ein Thema. Es gab ein Gedicht, einen Text oder ähnliches und dann meist 3 Fragen, zu denen man viel schreiben konnte. Und das war auch im Abi so. Weil ja der Lehrer seinen Schülern vorher den Stoffumfang eingrenzen konnte (auch wenn das eine rechtliche Grauzone war), mussten die nicht alles lernen und er nicht auf Gedeih und Verderb alles prüfen. Im Zentralabi hab ich dagegen den Eindruck, dass weil alles gelernt werden muss, auch möglichst viel geprüft wird. Dann hat eine Klausur 4 Themenbereiche, die nichts oder wenig miteinander zu tun haben, und bei keinem kann ich in die Tiefe gehen. Da habe ich Bedenken, dass es so vor allem darauf ankommt, bestimmte Wissensbestände abzufragen; und so wichtig eine bestimmte Allgemeinbildung auch ist, das kann nicht alles sein.

Also ich hatte den Eindruck dass unser bayerisches Zentralabi sehr viel wert darauf legt, nicht nur möglichst viel Wissen abzufragen sondern auch problemorierntiertes Denken und die Anwendung des gelernten Wissens verlangt. In Geschichte mussten wir zum Beispiel Karrikaturen und Qellen interpretieren und wenn ich so an mein Abi zurückdenke würde ich auch nicht sagen dass die sich besonders bemüht hätten möglichst viele Themen abzudecken. Und in Deutsch wüsste ich zum Beispiel auch nicht wie man die Aufgaben freier hätte formulieren können. Wir hatten immer einen Text den wir erst mal analysieren mussten und dann gabs noch einen zusatztfrage.

Arwen
23.04.2009, 11:29
Sollte ein Abiturient nicht auch gelernt haben, wie man lernt - und das heißt mehr als für eine Prüfung auswendig lernen? Sollte er nicht wissen, wie man sich selbstständig neue Themen erarbeitet? Sollte er nicht über Problembewusstsein und kritisches Denken verfügen, das heißt auch, nicht alles glauben, was ihm gesagt wird und wenn es ein Professor sagt? Sollte er nicht auch Freude am Lernen haben, das heißt Neugierde und Faszination daran, sich mit unbekannten Fragen auseinander zu setzen? Das sind nur wenige Aspekte von dem, was ich auch unter Bildung verstehe, und all das bleibt viel zu leicht auf der Strecke. Vor allem weil man es ganz schlecht abprüfen kann und so auch nicht quantifizieren und vergleichen. Aber ich mag Bildung einfach nicht auf solche messbaren Dinge reduzieren, so wichtig ein bestimmter Grundbestand an Fachwissen auch ist.

:up: da ist die notengebung ein großes problem. natürlich, im abi muss es noten geben. aber besonders in den jahren dafür wäre es möglich, ohne zensuren auszukommen und somit auch die von dir angesprochenen bildungsaspekte einzubeziehen.

senryu
23.04.2009, 12:36
Also ich hatte den Eindruck dass unser bayerisches Zentralabi sehr viel wert darauf legt, nicht nur möglichst viel Wissen abzufragen sondern auch problemorierntiertes Denken und die Anwendung des gelernten Wissens verlangt.

und so soll es ja eigentlich auch sein. Auswendig lernen ist ja keine Kunst und die einzige Aussagekraft ist, dass man sich eben hingesetzt hat. Gibt als m. E. höchstens ein Fleisskärtchen.

Nun soll aber die Schule, und gerade das Gymnasium auf das Leben danach vorbereiten und ein üblicher Weg lautet nun mal Studium. Und allerallerspätestens hier muss man analysieren bzw. Sachverhalte lösen und so zeigen, dass man Dinge verstanden hat

da ist die notengebung ein großes problem. natürlich, im abi muss es noten geben. aber besonders in den jahren dafür wäre es möglich, ohne zensuren auszukommen und somit auch die von dir angesprochenen bildungsaspekte einzubeziehen.

wo ist das Problem? Warum gehen nicht Bildungsaspekte und Noten zusammen? Ich halte es für falsch Noten erst im Abi zu geben. Je schneller man sich daran gewöhnt, dass im Leben nun mal verglichen wird desto besser.

Kaethe
23.04.2009, 13:16
Puh, es wird ja immer mehr hier, was hier diskutiert wird. Noten sind notwendig, aber nicht alles. Vor allem darf man Noten nicht mit Persønlichkeit verwechseln. Aber ob man das allen Eltern klar machen kann, ist eine andere Frage. Ganz ohne Zensuren kommt keine Schule aus, aber dazu muesste das gesamte Schulszstem in D geændert werden. Ich glaube, ich mach dazu einen neuen Thread auf.

urmelinchen
16.05.2009, 23:22
Also ich finde dass Zentralabitur eigentlich auch gerechter als wenn sich jeder Lehrer die Aufgaben für die Schüler selbst ausdenken würde. Weil es würde ja immer Lehrer geben die sich da an die Standards halten würden und das Abitur eher anspruchsvoll und so gestalten würden und natürlich die Lehrer die eher sehr einfache Fragen stellen würden damit ja kein Schüler durchfällt...
Aber auf der anderen Seite (ja ich bin dieses Jahr selbst betroffen als Abiturientin in Bayern) wenn ich mir da das Geschichte-LK Abitur anschaue...da hätte ich es doch lieber gehabt unser Lehrer hätte die Fragen gestellt...

caaro
19.05.2009, 00:18
Zentralabitur ist auf jedenfall gerechter. Bei uns ist jedes mal vor dem richtigen Abitur noch ein Vorabitur, das ist vom Umfang und den Anforderungen genauso, wie das richtige Abitur, wird aber im Gegensatz zum richtigen Abitur von jeder Schule selbst erstellt. Und der Unterschied war da schon deutlich zu merken. Bei uns gabs vorallen Dingen beim Mathe-Vorabi ein paar Streitereien. Wir hatten zwei Leistungskurse und eigentlich war der eine (in dem ich war) im Schnitt bei den Klausuren immer um einiges besser, obwohl die Klausuren schwerer waren. Beim Vorabi wars dann so, dass es eigentlich ziemlich einfach war und einige aus meinem Kurs fanden es sogar etwas zu leicht. Am ende war dann zum ersten Mal der andere Kurs besser und vor allem haben einige 12 oder 13 NP gehabt, die sonst bei 6 oder 7 NP waren und aus meinem Kurs hatten einige, die sonst 13-14 NP hatten da nur 9 oder 10 NP...

Eigentlich will ich ja nix mehr mit zu tun haben ;) bin jetzt fertig und Schluss :)