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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Atomkraft - ja oder nein?


Benjamin
03.06.2009, 21:34
Inspiriert von einer Frage im Opportunistenquiz wollte ich euch mal fragen, was ihr eigentlich von der Atomkraft haltet - hier klaffen die Meinungen in der Bevölkerung ja doch weit auseinander. Die einen halten Atomkraftwerke wegen des im Vergleich zu Kohlekraftwerken geringeren CO2-Ausstoßes für eine wichtige und erhaltenswerte Energiequelle - die anderen würden die Atomkraftwerke wegen der Gefahren, die von einem Atomkraftwerk und von dessen Restmüll ausgehen, am liebsten so schnell wie möglich abschalten.

Wichtig: Gemeint sind Atomkraftwerke im heutigen Sinne, also solche, sie die Energie aus der Kernspaltung beziehen. Sollten wir in einigen Jahrzehnten eventuell doch über Kernfusionskraftwerke verfügen, ist das wieder ein anderer Punkt.

Nika
03.06.2009, 21:39
...der Gefahren, die von dessen Restmüll ausgehen.....
etwas euphemistisch *find*

atomkraft (http://www.uni-koeln.de/math-nat-fak/geomet/meteo/fachschaft/images/atomkraft-nein-danke.jpg)

Dominik
03.06.2009, 22:12
http://lachschon.pcgames.de/slides/da_rabbrdack-1173536306.jpg

Ich seh die Sache ein wenig zwiegespalten. Im Moment sind wir auf jeden Fall auf die Kernenergie angewiesen, da sie nicht komplett durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann.

So haben erneuerbare energien grade mal 10% Anteil am gesamten Energieverbrauch in Deutschland (Stand: Ende 2007), wobei auf Windenergie alleine 6,4% fallen (bei ca. 18.000 Windrädern).

Atomenergie hat dagegen einen Anteil von 22,7% (ebenfalls ende 2007)...Um den möglichen Wegfall aus dem Energiemix aufzufangen müssten beispielsweise 55000 neue Windräder gebaut werden...Weiterhin ist Kernenergie nach wie vor die günstigste Methode, Strom zu erzeugen...
Kernenergie 2,65 Cent/kWh (Braunkohle 2,40 Cent/kWh, Steinkohle 3,35 Cent/kWh, Wasserkraft 4,3 Cent/kWh und Erdgas 4,90 Cent/kWh, Windenergie 9 Cent/ KWh, Fotovoltaik 54 Cent/ KWh)...

Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist, ist die Tatsache, dass die Kernenergie in Deutschland doch sehr sicher ist...Trotz einiger kleinerer Zwischenfälle gab es in Deutschland keine personenschäden.

Contra Kernergie spricht natürlich vor allem die Entsorgung von Restmüll. Um der hohen Halbwertszeit entgegenzuwirken, müssen sehr sichere Lagerstätten errichtet werden. Dies ist zur zeit noch nicht der fall. So haben Untersuchungen gezeigt, dass auf kurz oder lang, Strahlung aus dem Endlager Gorleben in die Biosphäre gelangen wird.

Sollte in nächster Zeit Mittel gefunden werden, die eine Lagerung zu 100% sicher machen, bin ich der Meinung, dass man Atomenergie weiternutzen sollte..


(Die Zahlen stammen von:
http://www.erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ee_zahlen_update.pdf

http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/kernenergie)

Nika
03.06.2009, 22:20
was anderes, aber trotzdem interessant (http://www.zeit.de/2009/22/U-Elektromobilitaet?page=1)

die lagerung wird nie 100% sicher sein. die bewegungen im erdreich sind einfach zu groß, die behälter werden verschoben und beschädigt.

Dominik
03.06.2009, 22:23
was anderes, aber trotzdem interessant (http://www.zeit.de/2009/22/U-Elektromobilitaet?page=1)

die lagerung wird nie 100% sicher sein. die bewegungen im erdreich sind einfach zu groß, die behälter werden verschoben und beschädigt.

darum wird ja mittlerweile an anderen möglichkeiten, als der lagerung unter der erde geforscht...von den modellen wie Lagerung in der Antarktis, im All oder unter dem Meer halte ich nichts...dafür sind die Wiederverwertung des Mülles oder die Verkürzung der Halbwertszeit durch Transmutation ganz interessant...

Arwen
03.06.2009, 22:24
also für mich ist die sache eindeutig:
die gefahren sind einfach zu groß.

Benjamin
03.06.2009, 22:32
Die Frage ist eben: Was sind denn die Alternativen? Die Atomkraftwerke durch Energiegewinnung aus Kohle und Öl zu ersetzen ist erstens aufgrund der schädlichen Auswirkungen auf das Klime und zweitens aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit dieser Ressourcen langfristig nicht möglich. Alternative Energiequellen wie Solarenergie, Wasserkraft und Windkraft hören sich zwar immer gut an - aber wie realistisch ist es denn tatsächlich, dass wir in kurzer Zeit unseren Energiebedarf komplett auf diese Weise decken können?

Ich habe neulich mal eine Untersuchung gelesen, dass es zur Versorgung der Welt nur durch Sonnenenergie beim derzeitigen Verbrauch nicht einmal ausreichen würde, eine Fläche von der Größe der Sahara komplett mit Solarzellen zuzukleistern. Um die notwendige Fläche an Solarzellen bereitzustellen, bräuchte man so lange, dass die herkömmlichen Energiequellen bis zur Fertigstellung bereits erschöpft wären - wenn man auf Atomkraft verzichtet. Darum sei es geradezu notwendig, die Atomenergie als Übergangslösung so lange auszunutzen, bis eine Versorgung durch regenerative Energien möglich ist - oder bis Kernfusion massentauglich ist.

Möglicherweise sah der Autor dieses Artikels das Ganze etwas zu schwarz. Aber wenn uns irgendwann tatsächlich die Energie ausgehen sollte, dann werden Dinge passieren, die weitaus schlimmer sind als ein Dutzend Reaktorkatastrophen vom Typ Tschernobyl.

Nika
03.06.2009, 22:42
CO" FREIER ATOMSTROM - EIN MÄRCHEN??
Bei fossilen Energieträgern hängt der CO2-Ausstoss vom Kohlenstoffgehalt des Mediums ab, gleich ob man dieses in Heizkesseln oder Kraftwerken verbrennt. Mit steigendem Wirkungsgrad eines Erdgas-Kraftwerks sinken die spezifischen Emissionen sogar. Sie liegen heute bei 480 g CO2/kWh. Atomstrom ist dagegen indirekt durch Emissionen belastet, die bei den vielen Verarbeitungsschritten von der Uranerzgewinnung bis zum fertigen Brennelement freigesetzt werden.
Im Auftrag der Australischen Regierung haben die Wissenschaftler Marcela Bilek, Clarence Hardy und Manfred Lenzen der Universität in Sydney (November 2006) die Studie "Life-Cycle Energy Balance and Greenhouse Gas Emissions of Nuclear Energy in Australia" erarbeitet. In der sorgfältig recherchierten und dokumentierten 181-seitigen Arbeit wird für den geplanten Abbau von Erzen mit einem Urangehalt von lediglich 0,15% eine Belastung des Atomstroms mit 65 g CO2/kWh ermittelt. Schon in wenigen Jahren werden die meisten Kernkraftwerke Brennstoffe aus noch wesentlich schlechteren Erzen mit etwa 0,04 bis 0,08% Urangehalt beziehen müssen.KWELLE (http://www.eurosolar.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=725&Itemid=187)

yeti
03.06.2009, 22:56
Meine Meinung: Atomkraft ist sicherlich nicht das Beste was es gibt. Solang wir aber darauf angewiesen sind, sind mir dt. Kraftwerke immer noch lieber als irgendwelche Reaktorruinen im Osten.

Und die alternativen Sachen sind wohl weitgehend ausgereizt bei uns. Noch mehr Flüsse, die aussehen wie der Inn brauch ich auch nicht unbedingt.

Und diese Windräder, die kann man halt auch nur da aufstellen wo keiner wohnt. In MUC steht ja eins auf dem Berg an der Allianz Arena und da haben sich die Leute, die dahinter wohnen, wegen dem dauernden Licht-Schatten-Wechsel beschwert - es wird jetzt zur "Feierabendzeit" im Sommer ausgeschaltet.

Nadl
04.06.2009, 09:16
ich schließe mich da yeti an... zudem war ich selbst schon in einem atomkraftwerk und unsere deutschen sind wirklich sicher. noch dazu wennw ir sie absschalten änderts jha nix dran das wir strom brauchen und dann müssen wir ihn teuer bei unseren nachbarn einkaufen udn ihr glaubt ja wohl nicht ernsthaft das es dann KEIN atomstrom ist...
und mein letzter, ganz persönlicher punkt, mein freund arbeitet bei einer firma die unter anderen für atomkraftwerke kühlanlagen baut... gäbs die dinger nimmer gäbs seinen job nimmer...

Sternchen
04.06.2009, 12:12
Atomkraftwerke sind vielleicht sicher, aber ich finde die Gefahr, die vom Restmüll ausgeht ist definitiv zu hoch, egal wo er gelagert wird.

Nadl
04.06.2009, 12:16
unser normaler hausmüll ist auch eine gefahr und ist auch schlecht für die umwelt... trotzdem sagt keiner wollen wir den müll abschaffen... zudem rein von der umweltverschmutzung sind andere energien auhc nicht besser... mal ganz abgesehen davon das die herstellung von alternativen energiequellen ein haufen geld kostet (und energie ;-)) bzw schon alleine die forschung unmengen an geld verschlingt... ich denke man sollte da eben auhc ein bisschen wirtschaftlich denken weil wenn wir usnere atomkraftwerke schließen wird strom zu einem luxusgut... und es ist sicher nicht im sinne von einem von den atomgegnern selbst im dunkeln zu sitzen, keinen kühlschrank zu haben etc...

Nika
04.06.2009, 12:24
ähm wo is den mein beitrag.
dann halt nochmal.

die lagerung des radioaktiven mülls (klingt nicht so beschönigend) ist das größte problem.
ich bin absolut dafür, dass Deutschland beim atomausstieg bleibt.

Benjamin
04.06.2009, 12:36
ich schließe mich da yeti an... zudem war ich selbst schon in einem atomkraftwerk und unsere deutschen sind wirklich sicher. noch dazu wennw ir sie absschalten änderts jha nix dran das wir strom brauchen und dann müssen wir ihn teuer bei unseren nachbarn einkaufen udn ihr glaubt ja wohl nicht ernsthaft das es dann KEIN atomstrom ist...
Das ist der andere wichtige Punkt: Ein nationaler Alleingang bringt in diesem Fall erst recht nichts - für jedes Atomkraftwerk, das wir hier abschalten, reiben sich unsere Nachbarländer die Hände, denn die bauen dann neue, so dass sich die Zahl der Atomkraftwerke dadurch letztlich kaum ändert - nur die Industrie wird von hier ins Ausland verlagert.

Zu Nikas Zitaten: Was auch immer du damit sagen willst - es steht doch klar drin, dass Ergaskraftwerke 480 g CO2 pro Kilowattstunde austoßen, Kernkraftwerke hingegen nur 65 g CO2 pro Kilowattstunde, also nur gut ein Sechstel. Dass derselbe Artikel weiter unten selbst für Solarstrom noch einen Ausstoß von 60 g CO2 pro Kilowattstunde nennt, verschweigst du. Hinzu kommt, dass Erdgas im Vergleich zu Kohle noch verhältnismäßig sauber ist: Wikipedia gibt bei Steinkohlekraftwerken einen Ausstoß von 950 g, bei Braunkohlekraftwerken sogar einen Ausstoß von 1150 g pro Kilowattstunde an: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk

Im Übrigen will ich nicht bestreiten, dass aufgrund der begrenzten Uranvorräte auch die Kernspaltung die Energieversorgung der Welt nur über einen begrenzten Zeitraum aufrecht erhalten kann. Aber aufgrund ihrer Vorteile gegenüber fossilen Energieträgern bin ich dennoch der Meinung, dass man sie in diesem Übergangszeitraum auch nutzen sollte, damit wir mehr Zeit haben, um die wirklich dauerhaften Energieformen besser zu nutzen.

Arwen
04.06.2009, 15:13
ich schließe mich da yeti an... zudem war ich selbst schon in einem atomkraftwerk und unsere deutschen sind wirklich sicher.

und mein letzter, ganz persönlicher punkt, mein freund arbeitet bei einer firma die unter anderen für atomkraftwerke kühlanlagen baut... gäbs die dinger nimmer gäbs seinen job nimmer...

was nützt es uns, wenn deutsche akws sicher sind? es reicht schon aus, wenn eines in einem anderen land in die luft fliegt.
und außerdem: sind die wirklich so sicher? ich denke da nur an diverse störungsmeldungen bei biblis. die dinger werden ja auch nicht jünger.

außerdem: arbeitsplätze sind natürlich ein killer-argument.
es gibt aber auch leute, die unter der atomkraft leiden. bspw. diejenigen, die in der nähe eines akws wohnen. es gibt immer wieder berichte, dass die menschen dort häufiger an krebs erkranken...

Nadl
04.06.2009, 15:16
ja die berichte gibt es auch über leute die in der nähe von handymasxten wohnen aber das ist absoluter schwachsinn... man weiß ja noch nichtmal genau durch was welcher krebs ausgelöst wird wie will man dann ebweisen können das es durch ein atomkraftwerk ist?!
aber mal ernsthaft dein erstes argument bezüglich der nicht sicheren atomkraftwerke unserer nachbarländer: was bringt es da wenn wir deutschen unsere abschalten?!

Arwen
04.06.2009, 15:19
ich meine damit, dass die sicherheit deutscher akws kein generelles argument für atomkraft sein kann, weil es eben nicht auf alle weltweiten akws zutrifft.

Nadl
04.06.2009, 15:24
ja aber die anderen länder schließen ihre ja nicht nur wiel wir unsere dicht machen also laufen die unsicheren nach wie vor weiter... daher verstehe ich das argument nicht

senryu
04.06.2009, 15:31
was nützt es uns, wenn deutsche akws sicher sind? es reicht schon aus, wenn eines in einem anderen land in die luft fliegt.
und außerdem: sind die wirklich so sicher? ich denke da nur an diverse störungsmeldungen bei biblis. die dinger werden ja auch nicht jünger.


ja und? Können wir da gerade was dran ändern? Nö. Ich glaube nicht, dass bspw. irgendwelche Weissrussen interessiert was wir von deren AKWs halten.

Nika
11.06.2009, 13:49
Für den Verbraucher ist Atomstrom deshalb scheinbar preiswert, weil in die Berechnung des Strompreises nur ein Teil der tatsächlichen Kosten für den Atomstrom einfließen. Würden alle Kosten von der Planung der Kernkraftwerke, über den Bau, den Betrieb und den Rückbau der Anlagen sowie für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls mit einkalkuliert, dann wäre die Kernkraft schlicht und einfach am Markt nicht zu verkaufen, weil sie zu teuer wäre. Preiswert wird Atomkraft erst durch immense Subventionen aus den Staatskassen, die letztendlich alle Steuerzahler zahlen.kwelle (http://www.schwarz-j.de/tag/atomenergie/)
atomstrom :neinnein: :down:

Benjamin
11.06.2009, 15:13
Und Kohlestrom ist wiederum nur so billig, weil die langfristigen Umweltschäden durch den CO2-Ausstoß und den damit verbundenen Treibhauseffekt gern bei der Rechnung ignoriert werden.