Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bildungsstreik 2009
So, mich würde mal interessieren...
... Was ist bei euch die Woche los? Was wird organisiert, welche Aktionen laufen?
... Macht ihr überhaupt mit?
... Was haltet ihr von der ganzen Aktion? (dazu auch die Umfrage )
Für die, die damit nichts anfangen können...
http://bs.risiko09.de/
Die demo ist ja Mittwoch... Die ist bei uns auch!
Und bei uns wird eben von Montag bis Freitag die Uni bestreikt und irgendwelche Aktionen gemacht.
Jap ich werde meiner Schule per Fax mitteilen, das ich mindestens 3 Wochen lang streike werde :D: :hihi: :up:
Benjamin
11.06.2009, 01:00
Ich stehe solchen Aktionen immer äußerst skeptisch gegenüber, weil ich immer den Verdacht habe, dass die meisten da bloß mitmachen, um mal eine Woche lang faulenzen zu können. Denn sonst müsste so etwas ja nicht immer während der Schulzeit oder während dem Semester stattfinden.
Einzelne Forderungen halte ich zwar für sinnvoll (wie die Einstellung von mehr Lehrern oder die Rückkehr zum G) - aber die Forderung nach der Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems gefällt mir gar nicht.
Was für Repressionen gegen Schüler und Schülerinnen sind denn da bitte gemeint? Und wie soll eine Demokratisierung des Bildungswesens aussehen? Wenn die Mehrheit gegen Parabeln ist, werden sie nicht unterrichtet? Das sind alles so substanzlose Schlagworte.
Und was die Studenten betrifft: Hier wird es eben Zeit, dass manche Studenten mal einsehen, dass ein Studium eben keine staatlich finanzierte Dauerparty ist.
Mondfalke
11.06.2009, 03:21
Das ging mal wieder völlig an meinem Fachbereich vorbei und ich bin mir komplett sicher, dass niemand bei uns streiken wird oder auf die Demo gehen wird. Dazu haben wir einfach keine Zeit und ich denke, niemand wird das Semester wiederholen wollen wegen einer Demo.
Ich denke, an sich muss man das auch vorsichtig betrachten. Eine Demo ist sicher kein Problem und auch legitim. Aber einen Streik im Studium, dass ja eigentlich eigenständiges Lernen sein soll, finde ich irgendwie merkwürdig. Es ist eigentlich ja eh jeder dafür zuständig, wann er lernt etc.
Ich weiß noch, als in NRW die Streiks waren wegen Studiengebühren, für mich wars einfach ne Woche frei. Ich bin bei keiner Demo gewesen, bringt doch eh nix, ich hab lieber ne freie Woche genossen. Wobei, ganz frei war sie nicht, ein Prof hat ganz knallhart die Vorlesung durchgezogen, notfalls auch vor leerem Hörsaal. Und Ranga Yogeshwar hat ne Vorlesung gehalten, die war super interessant...
Ansonsten denke ich hat Benjamin recht, die meisten Studenten werden diese Woche einfach nutzen um faul zu sein statt zu demonstrieren, deswegen wird das ganze völlig an Wirkung verfehlen
und irgendwelche Aktionen gemacht
trifft den Nagel auf den Kopf! Da haben nämlich noch ne ganze Menge andere Leute keinen blassen Schimmer was an Aktionen geplant ist und warum und wieso und im Endeffekt sinds immer dieselben Nasen, die kluge Reden schwingen. Gabs zu meiner Zeit schon und wahrscheinlich auch in 20 Jahren noch geben.
so seh ich das auch. im jahrgang meiner schwester (9. klasse) wollen ganz viele auf die demo, weil sie dann nicht in die schule müssen :rolleyes:
vor diesem thread hier hab ich von der aktion gar nix gewusst. das mag zum einem daran liegen, dass ich mein studium abgeschlossen habe und es deshalb nicht mitbekommen habe, aber auch daran, dass nicht wirklich für diese aktion geworben wird.
und die forderungen scheinen mir doch alle recht fragwürdig. die scheinen ja einfach nur "dagegen" zu sein, ohne bessere ideen zu haben.
Mobgundi
11.06.2009, 14:41
Das ist an meiner Uni beschlossen worden und ich habe davon nix mitbekommen :hihi:
.... aber die Forderung nach der Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems gefällt mir gar nicht.....
es wird aber dennoch abgeschafft.
Benjamin
11.06.2009, 15:08
So? Wo steht das? Solange Baden-Württemberg diese Regierung besitzt, bin ich sicher, dass das dreigliedrige Schulsystem erhalten bleibt. Vielleicht an besonders schülerarmen Orten eine Zusammenlegung von Real- und Hauptschule. Wo bislang Wahlkampf mit der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems gemacht wurde, haben die entsprechenden Parteien verloren. Und das ist auch gut so - je größer die Unterschiede in einer Klasse, desto schwieriger wird das Unterrichten.
Beendet den Einfluss der Wirtschaft auf die Schulen!
wat will man bitte damit sagen?
Weltweit sind Umstrukturierungen aller
Lebensbereiche nicht mehr gemeinwohlorientiert, sondern den sogenannten Gesetzen des Marktes unterworfen. Seit ein paar Jahren ist auch das Bildungssystem in den Fokus solcher "Reformen" geraten: Bildungsgebühren und die Privatisierung treffen uns alle! einfach auf der seite weiterklicken (http://www.bildungsstreik2009.de/category/aktionsideen/)
Mondfalke
11.06.2009, 16:29
Ich hab heute den Demo-Wisch inklusive Grammatik- und Rechtschreibfehlern mal aus der Mensa mitgenommen. Zuhause dürft ihr dann auch mal lesen, kann das hier nicht scannen oder abtippen.
Hier am Fachbereich Lebensmittelchemie weiß davon auch niemand etwas und früher in der Chemie haben wir auch nichtsd mitbekommen. Und wir liegen nicht weit weg vom Campus, wenn auch nicht direkt drauf.
Ich beneide Studenten die mal eben eine Woche frei machen können um vielleicht auf eine Demo zu gehen oder auch sonstwohin. Mache ich das, kann ich das Semester auch gleich wiederholen denn die Zeit würde mir im Labor fehlen. Das ist vielleicht so nicht die Norm aber die Einstellung "mal eben frei" kanns auch nicht sein. Ich bin übrigens auch für die Abschaffung von Vorlesungspflicht, das hat dann mit Uni nichts mehr zu tun. Und ich hatte in meinem kompletten Hauptstudium nur Pflichtvorlesungen^^
http://www.youtube.com/watch?v=_VfIJANvmRs
Meiner Meinung ein sehr gutes Video zu dem Thema...
fraennie
11.06.2009, 18:23
In München laufen da, v.a. am Mittwoch alle möglichen Aktionen, insbesondere Demos, völlig an mir vorbei, da ich von 9 bis mindestens 11 Uhr 2 Klausuren schreiben muss und genau zu dieser Zeit findet die Demo statt. Finde es aber grundsätzlich sinnvoll, den Politikern zu zeigen, dass uns jüngeren Leuten eben nicht egal ist, was da zur Zeit so mit uns angestellt wird und war deswegen auch schon bei 2 oder 3 Demos gegen Studiengebühren mit dabei.
Benjamin
11.06.2009, 18:45
Das Video ist ganz nett gemacht.
Immer, wenn über diese ganzen Belastungen geklagt wird, frage ich mich allerdings, wie denn die Stundenpläne wirklich aussehen. Meine Schwester studiert im Moment einen geisteswissenschaftlichen Bachelorstudiengang und hat 15 oder 16 Semesterwochenstunden. Ich hatte damals im ersten Semester meines Lehramtsstudienganges 25 oder 26 SWS.
Wie gesagt, ich weiß nicht, wie im Schnitt bei den Bachelorstudiengängen aussieht (wenn jemand da Infos hat - her damit!) - aber ich bezweifle, dass es mehr ist als ich damals hatte. Und ich habe damals im ersten Semester auch nur die Standard-Vorlesungen besucht.
Der Kommentar der einen Dame zu Bachelor-Lehramtsstudiengängen ist auch interessant. Soweit ich weiß ist es zumindest an einigen Unis nach wie vor so, dass das Lehramtsstudium 10 Semester hat. Der andere Punkt ist, dass ich mich nicht erinnern kann, in den letzten vier Semestern irgendwas gelernt zu haben, was in irgendeiner Weise für den Lehrberuf sinnvoll ist.
Mobgundi
11.06.2009, 19:05
Immer, wenn über diese ganzen Belastungen geklagt wird, frage ich mich allerdings, wie denn die Stundenpläne wirklich aussehen. Meine Schwester studiert im Moment einen geisteswissenschaftlichen Bachelorstudiengang und hat 15 oder 16 Semesterwochenstunden. Ich hatte damals im ersten Semester meines Lehramtsstudienganges 25 oder 26 SWS.
Wie gesagt, ich weiß nicht, wie im Schnitt bei den Bachelorstudiengängen aussieht (wenn jemand da Infos hat - her damit!) - aber ich bezweifle, dass es mehr ist als ich damals hatte. Und ich habe damals im ersten Semester auch nur die Standard-Vorlesungen besucht.
In dem obligatorischen Beratungsgespräch nach der Einschreibung hat man uns geraten im Schnitt 20 SWS zu machen, also 10 Kurse pro Semester, wobei in jedem Kurs Anwesenheitspflicht herrscht...
also ob das jetzt der königsweg ist, weiß ich nicht, aber ich finde gut, dass wenigstens ein protest laut wird.
deutsches bildungssystem ist doch sehr verbesserungsbedürftig.
Eine Demo ist gut, weil das der einzige demokratisch legitimierte Weg ist, seine Meinung zu äußern. Und ja, das jetzige Schulsystem gehört geändert. Man muss zwar nicht die Dreigliedrigkeit komplett abschaffen, aber eine Verlängerung der Grundschulzeit auf 8 bis 10 Jahre wäre nicht schlecht.
Von den Ideen, die auf dem Bildungstreik vertreten werden, habe ich nicht viel mitbekommen. Bei den Demos gegen eine Verwaltungsgebühr vor 7 Jahren in Münster, bin ich auch auf einige Demos gegangen, aber nicht auf alle. Da gab es insgesamt, auch von den Professoren mitgetragen, verschiedene Veranstaltungen, z.B. Vorlesungen auf dem Domplatz oder in einem Kinosaal, Lichterkette ums Juridicum etc. Zu einigen Demos bin ich dann aber nicht mehr gegangen, weil ich schlussendlich für Studiengebühren bin, wenn es ein anständiges Stipendien/Bafögsystem gibt.
Einige Klagen höre ich auch hier in Oslo: Schlechte Ausrüstung der Kursräume (kein Whiteboard), es hängen Kabel aus der Belüftungsanlage, ob sie funktioniert, ist in einem Gebäude auch fraglich, schlechte Luft in den Lesesälen, alles ist heruntergekommen (neuer Anstrich ist notwendig), die Uni-Ubahnstation müsste renoviert werden. Die schlechte Luft ist wirklich ein Unding, wenn man mehrere Stunden lernen muss und die Belüftungsanlage unterdimensioniert ist und die Fenster nicht zu öffnen sind. Und das norwegische Bafög ist zu niedrig. Aus Sicht einer ehemaligen deutschen Studentin sind diese Klagen ziemlich lustig. Auf der anderen Seite möchte man aber auch, dass die Uni sich von einer schönen Seite zeigt und repräsentativ ist. Und das geht mit 'heruntergekommenen' Räumen nicht.
Mondfalke
16.06.2009, 21:54
Hier fordern sie den Hochschulzugang für alle ohne Abitur^^ Dann kann man das Abitur ja schon fast mitabschaffen^^
Benjamin
16.06.2009, 23:28
Tja, das ist es eben - gegen das bestehende System zu sein, ist immer leicht... da findet man in der Regel auch genügend Mitstreiter. Aber wenn es dann darum geht, wie ein alternatives System konkret aussehen soll, hat wieder jeder eine andere Meinung. Hochschulzugang für jeden, ohne irgendwelche Bedingungen? Und womöglich auch noch kostenlos? Na danke, das ist nichts anderes als eine gigantische Vergeudung von Geldern, denn man kann davon ausgehen, dass die meisten dieser Leute dann bald scheitern würden. es sei denn, man setzt auch noch durch, das Niveau der Einführungsvorlesung auf Grundschulniveau zu senken, damit jeder eine Chance hat. :rolleyes:
Ich fände es allerdings durchaus nicht schlecht, zumindest in den Fächern, in denen dringend Leute gebraucht werden, eine weitere Alternative bei der Hochschulzugangsberechtigung zu schaffen, beispielsweise in Form eines Einstellungstests oder so. Wer denn besteht, darf ein Studium aufnehmen. Aber ganz ohne Qualifikation geht es nicht.
Mondfalke
17.06.2009, 01:07
http://img.photobucket.com/albums/v641/mondfalke/Scannen0001-9.jpg
So, das ist das Hamburger Flugblatt zu dem ganzen Streik (sorry wenn es etwas groß ist, ich war mir nicht sicher wie gut der Scan lesbar ist).
Ich habe selber keine Ahnung wie ein Bachelor/Master-Studiengang aufgebaut ist aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass diese Studenten auch nicht bereit sind, so viel zu geben für ihr Studium wie das vielleicht einmal war. Ich möchte da jetzt keinen persönlich angreifen aber das ist auch der Eindruck den ich bei mir im Fachbereich habe.
Das Grundstudium der zukünftigen Lebensmittelchemiker liegt komplett mit dem der Chemiker zusammen. Der Abschluß der LC'ler ist ein Staatsexamen und die Chemie wurde hier jetzt auf Bachelor/Master umgestellt. So, das Hauptstudium eines LC'lers beinhaltet geschätzte 49 Semester-Labor-Wochenstunden. Diese Zahl ist natürlich für jeden etwas anders aber eigentlich braucht man die Zeit schon. Vorlesungen/Seminare sind da mit drin. Dazu kommen dann noch Protokolle die abends geschrieben werden müssen und Zwischenprüfungen für die abends gelernt werden muss (oder man macht auch mal eine Nacht durch). Das ist eigentlich kein Zustand aber es ist auch der Grund warum es kaum arbeitslose Lebensmittelchemiker gibt. Das man daran (und an den teilweise sehr schlechten Studiumsbedingungen) etwas ändern möchte, kann ich verstehen aber die jetzt nach meinem Semester gekommenen Studenten haben da Ansprüche, wo eigentlich das Niveau komplett den Bach runter geht. Und das Gefühl habe ich bei diesem ganzen Streik. Studieren kann halt nicht jeder und einer der nicht bereit ist sich für sein Abi hinzusetzen und zu lernen, der wird es wohl auch im Studium nicht machen. Abi in Deutschland ist auch nicht mehr so schwer wie es mal war und ich denke, fast jeder der will kann es auch schaffen.
Schön finde ich den letzten Teil den ich blau markiert habe, da wollen sie das Bafög an die Regelstudienzeit anpassen. Finde ich sehr sinnvoll, die Regelstudienzeit für mein Studium entspricht auch nicht der realen Situation aber unsere Studienordnung ist auch von 1978 ungefähr... Aber wie können man ein Bafög an eine Regelstudienzeit anpassen, die man eigentlich abschaffen möchte? Da ist dann nichts mehr zum Anpassen.
Ich finde, wie Benjamin auch meinte, dass man solche Forderungen erstmal überdenken muss und nicht einfach wirr Forderungen stellen kann.
Hochschulzugang ohne Abitur? In welchem Land gibt es das denn???
Man kann doch schon heute ohne Abi an die Uni. Man muss nur einen Meister machen. Und ohne bestimmte Vorkenntnisse kommt man in keinem Studienfach weiter. Warum will man diese Voraussetzungen abschaffen?
Edit: Nachdem ich mir das Flugblatt durchgelesen habe: Leben die auf dem Planeten Marx?
Mondfalke
17.06.2009, 01:27
Edit: Nachdem ich mir das Flugblatt durchgelesen habe: Leben die auf dem Planeten Marx?
Vielleicht, es klingt wie der komische andere Kram der immer in der Mensa ausliegt und der die Überschrift "Die Linke" trägt...
"Die Linke"
ich "liebe" zettel wo das drauf steht.... die wandern bei uns in der uni meist sofort im müll^^
ich weiß jetzt nicht alle forderungen die bei uns rumgeistern, aber einige finde ich gar nicht mal schlecht...
da wären das die studiengebühren gesenkt werden sollen und das bildung allen zugänglich gemacht werden soll. aber jetzt nicht in der form von wegen abi abschaffen und so, sondern eher im finanziellen sinn
Mondfalke
17.06.2009, 01:37
Unsere Studiengebühren wurden ja schon auf 375 Euro gesenkt und man kann sie dann nach dem Studium bezahlen wenn man einen gewissen Mindestbetrag verdient. Man kann aber auch jederzeit schon bezahlen wenn man das Geld zwischendurch doch hat.
Ich bin so selten in der Mensa, heute zum dritten Mal in diesem Semester, im letzten auch einmal im gesamten Semester weil ich keine Zeit habe. Aber da werden eben diese Zettel verteilt und liegen auf den Tischen. Wahrscheinlich werden sie auch irgendwann weggeworfen. Im Fachbereich kommt sowas nicht an, da kommt ausser uns eh niemand hin...
Na ja bei uns musst du die 500€ Studiengebühren ja gemeinsam mit den Semesterbeiträgen überweisen, so dass du halt gleich mal 700€ überweist... Das ist dann doch schon ganz schön happig *find*
Bei uns stehen die ja mit ihren Zetteln immer vor den VL-Räumen und dem Verfügungsgebäude, wo eben die meisten immer sind und verteilen dort diese dinger.
Mondfalke
17.06.2009, 01:47
250 Euro Verwaltungsgebühr kommen bei uns auch noch drauf und wir haben auch einige Semester mit 500 Euro hinter uns.
Gestern im Bus "traf" ich dann diesen Studenten:
- Was ist denn am Mittwoch?
- Ja, da ist Hupen gegen Moni um 9 Uhr
- Oh, das bestimmt lustig aber 9 Uhr ist mir irgendwie zu früh
Mit der Einstellung hat da keiner etwas zu suchen. Das sind doch nur Studenten die einen Grund suchen um nicht zur Vorlesung zu gehen oder zum Seminar...
Na ja bei mir hier "fallen" alle Seminare aus... Wir haben auf jeden Fall keine Anwesendheitspflicht diese Woche, aber es gibt auch Zweige (WiWi/BWL etc) wo es anders ausschaut....
Solche Leute gibt es aber überall... die nutzen es eben aus
Thema Flugblatt: Die Verantwortlichen hätten die Germanisten mal drüber schauen lassen sollen.
Nur so'n Tipp am Rande!;)
bei mir in der nähe fand gestern die zentrale demo statt.
es war ein weitgehend ruhiger protestmarsch durch die innenstadt. leider gab es aber wieder ein paar idioten (das waren allerdings keine schüler), die krawall machen mussten. die wollten ein einkaufszentrum attackieren, wurden aber vorher festgenommen.
es gab auch einen sitzstreik auf ner kreuzung, denn die polizei schließlich auflöste. die polizei muss wohl ziemlich grob vorgegangen sein:neinnein:
der stadtschülerrat hat wohl versucht, diese sitzblockade zu verhindern, aber ohne erfolg.
zeigt leider, dass nicht alle verstanden haben, worum es bei dem streik geht.
richtig wütend macht mich die aussage unseres kommunalpoltikers hermann ottto solms: schüler gehören nicht zum demonstrieren auf die straße, sondern zum lernen in die schule. demonstrieren könnten sie in ihrer freizeit.
und da wundern sich die politiker über die schlechte wahlbeteiligung:donk:
Also wenn ich ehrlich bin, dann seh ich das genauso wie der Politiker. An der Realschule, an der ich war, hätte man es sich sehr gut überlegt, während der Unterrichtszeit woanders zu sein. Das scheint heute irgendwie anders zu sein. Da gabs schon Ärger wenn man nur 5 Minuten zu spät kam, da stand nämlich die Direktorin an der Eingangstür.
Einige Argumente des Protests sind sicher nicht falsch, aber sowas wie zivilien Ungehorsam, diesen "Banküberfall" den die da planen, sowas finde ich nicht gut. Das macht man nicht.
Später wenn man arbeitet, kann man auch nicht während der Arbeitszeit auf die Straße gehen.
Ich finde den Streik ab sofort blöd :evil: :evil: ;)
Thema Flugblatt: Die Verantwortlichen hätten die Germanisten mal drüber schauen lassen sollen.
oh ja bei uns auch :D:
AUSUBILDENDE war noch der harmloseste fehler
schüler gehören nicht zum demonstrieren auf die straße, sondern zum lernen in die schule. demonstrieren könnten sie in ihrer freizeit.
Das hat sich die Polizei bei uns glaube auch gedacht und die eine Schule an der wir vorbei sind so versperrt das sich die Schüler nicht anschließen konnten...
Ich finde den Streik ab sofort blöd
Warum MArio?
Warum MArio?
Weil ich durch halb Würzburg laufen durfte, weil keine Strabas wegen der Demo fahren ;)
Später wenn man arbeitet, kann man auch nicht während der Arbeitszeit auf die Straße gehen.
klar kann man das. oder was machen die erzieher/innen gerade ?
die schule soll politische bildung vermitteln und die schüler zu mündigen bürgern erziehen. da ist die teilnahme an einer demo prinzipiell eine gute sache (dieser zivile ungehorsam gehört natürlich nicht dazu und ist ziemlich kontraproduktiv).
wenn gegen die bedingungen an deutschen schulen demonstriert wird, muss das während der schulzeit stattfinden.
(ich weiß natürlich auch, dass viele schüler nur hingegangen sind, um frei zu haben, aber das ist wieder ein anderes thema. mir geht es ums prinzip)
Weil ich durch halb Würzburg laufen durfte, weil keine Strabas wegen der Demo fahren ;)
Oh armes bedauerndwertes mariolein *IRONIEAUS*
Oh armes bedauerndwertes mariolein *IRONIEAUS*
ja mit meinem bein das wehtut ;)
Benjamin
17.06.2009, 18:19
Zu einem Zitat auf dem Flugblatt will ich doch auch nochmal Stellung nehmen:
Wir streiten dafür, dass an die Stelle starrer Module wieder eine freie Kurswahl ohne Anwesenheitszwang sowie zwei Nebenfächer treten, die der Erweiterung des Horizonts dienen.
Auch hier kann ich wieder aus dem Studium meiner Schwester berichten, die zwar ganz bestimmte Module durchlaufen muss - aber innerhalb eines Moduls hat man sehr wohl die Wahl zwischen verschiedenen Seminaren mit verschiedenen Themen. Es gibt Studiengänge, wo das sicher anders ist, zum Beispiel in Mathe, wo es einige Vorlesungen gibt, die jeder besuchen muss (bzw. die Übungen dazu, aber dazu gleich noch was). Aber da ist das auch sinnvoll, weil man im Mathestudium einfach ein paar Grundlagen braucht, die Voraussetzung für alle späteren Vorlesungen sind und die sich logischerweise jeder Student deshalb aneignen muss. Und das ist auch nicht erst seit der Einführung des Bachelors so.
Zum Anwesenheitszwang: Ich weiß nicht, inwiefern sich da etwas geändert hat... zu meiner Studienzeit war es so, dass die Vorlesungen selbst in Mathe und Physik grundsätzlich freiwillig waren. Es gab nur die Pflicht, die zugehörigen Übungen zu besuchen und eventuell eingeplante Klausuren zu schreiben. Wer meinte, dass er das auch ohne den Besuch der Vorlesung schaffen konnte, der konnte das tun - und so finde ich das durchaus auch richtig. In der Regel waren die Vorlesungen aber dennoch gut besucht, weil es für die meisten wohl doch die beste Möglichkeit war, sich den Stoff anzueignen.
Und zu den Nebenfächern: Also ich kenne viele Fächer, wo es nach wie vor Nebenfächer gibt, und es gibt oft auch die Wahl, ob man einen Ein-Fach- oder einen Zwei-Fach-Bachelor macht.
Da kriegt man langsam echt das Gefühl: Die vernünftigen Forderungen sind längst realisiert - und die, die noch nicht realisiert sind, sind unvernünftig.
So viel wie ich weiß darf in Vorlesung auch gar keine Anwesendheitspflicht sein... Die Abschaffung der Anwesendheitspflicht bezieht sich glaube eher auf die Seminare wo wir hier bei mir überall dies haben und maximal 2 mal fehlen dürfen (ausgenommen sind seminare die 2 mal wöchentlich sind, da dann 4 mal fehlen) da wir sonst nicht zur prüfung zugelassen werden.
Zu den Nebenfächern...
Also, so viel wie ich weiß gibt es hier bei mir nichts mehr mit Nebenfächern. Entweder du hast ein 1-fach BA oder 2-fach BA. Punkt. und im 2-fach BA hast du eben alles beides als hauptfach
Zu dem Modulkram kann ich nichts sagen, da ich momentan noch froh bin dass ich erst einmal nur die einführungsdinger machen muss und mich dann erst nächstes semester über die module schlau machen muss.
zu den modulen: ich hab nach diesem system grundschullehramt studiert. es gab pflichtmodule, die jeder belegen musste. dazu gehörte immer eine vorgeschriebene vorlesung und seminare, bei denen man aber wählen konnte (wobei immer nur 3-4 seminare zur auswahl standen). nach dem pflichtmodul kam das wahlmodul. da standen 2-3 module zur auswahl, man musste sich für eines entscheiden. innerhalb des moduls gabs dann wieder ne pflichtvorlesung und wahlseminare.
bei uns herrschte anwesenheitspflicht. auch in den vorlesungen gingen namenslisten rum. man durfte in jeder veranstaltung 2x fehlen.
In Würzburg wurden nach Angaben von Studentensprecher Claas Meyer bis zu 1500 Schüler, Studierende und Elternvertreter auch aus dem Umland zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt erwartet. «Wir haben gehört, dass einigen Schülern verschärfte Verweise angedroht wurden, wenn sie zu der Demo kommen», sagte Meyer.
Sollte das mit den Verweisen stimmen dann, :rolleyes:
Bei uns gibts keine Anwesenheitspflicht... das interessiert die Profs und Lehrkörper eben nicht. Sieht man dann auch in den Kursen, die sehr spärlich besucht sind. Was ich nicht verstehe, wie einige dieses dreigliedrige Schulsystem verteidigen können... schaut doch mal in Länder, in denen es eingleisig ist... wie Finnland zB. und die haben bekanntlich ja beim PISA Test am Besten abgeschnitten. Ich fine es einfach falsch Kinder nach der vierten Klasse vor die Wahl zu stellen, ob sie aufs Gymnasium gehen oder die Mittelschule besuchen wollen. Ich kenne so viele, die vom Gymnasium in Klasse 7 oder 8 wieder herunter sind... und auch so viele, die nach der 10 aufs Gymnasium gewechselt sind...
Man zerreißt einen Klassenverband der sich nach 4 Jahren gebildet hat und alles geht von vorne los. Das bricht manchen Schülern das Genick. Ich plädiere ebenso für das Eingleisige Schulsystem nach finnischem Vorbild. Alle Schüler erstmal 9 oder 10 Klassen in einer Gesamtschule und dann die Wahl zwischen dem Berufs- oder dem Bildungsweg.
Achso... ich habe 14 SWS und das reicht mir ^^
Mondfalke
17.06.2009, 21:33
Achso... ich habe 14 SWS und das reicht mir ^^
Sorry wenn ich lache :rolleyes:
Ich hatte im Grundstudium keine Anwesenheitspflicht und wir waren eigentlich immer recht viele in den Vorlesungen und auch in den freiwilligen Übungen. Die einzige Vorlesung die ich im Grundstudium nicht besucht habe, ist Mathe 1 gewesen weil das nur Schulstoff war und der Professor mal einfach unfähig war und es wohl auch immer noch ist. Die Klausur hab ich aber geschrieben und auch bestanden. Im Hauptstudium habe ich dann aber nur Pflichtvorlesungen gehabt und das ist schon nervig. Ich denke auch, dass jeder die Wahl haben sollte in welcher Weise er sich den Lernstoff aneignet. Wir hatten aber eine prozentuale Anwesenheitspflicht, ich glaube bei 75 %, was auch ungefähr zwei Vorlesungen entsprach (jede war einmal in der Woche).
Ich bin heute durch die Demo gelaufen weil mein Bus nicht fuhr und ich da gerade zur Uni bin... Und die Hälfte der Schüler kam mir unterwegs schon entgegen, von wegen wir machen mal schulfrei... Da war die Demo noch weit weg...
Benjamin
17.06.2009, 21:53
Tja, wie schon gesagt: Wenn für die Demo Unterricht geschwänzt wird, dann halte ich das einfach nicht für vertretbar. Die Schüler werden doch von den Veranstaltern dieser Demos instrumentalisiert und als billiges Stimmvieh missbraucht. Die Demos werden absichtlich in die Schulzeit gelegt, damit auch Schüler, denen das ganze eigentlich völlig egal ist teilnehmen, nur um die Schule schwänzen zu können.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass kein Schüler, der außerhalb der Unterrichtszeit eine solche Demo besucht, einen Verweis zu befürchten hat.
Dieser Finnland-Vergleich, der in einer Diskussion um das dreigliedrige Schulsystem fast zwangsläufig irgendwann auftaucht, hinkt an allen Ecken und Enden. Bei uns im Lehrerzimmer hängt ein interessanter Artikel, in dem das finnischen und das deutsche Schulsystem etwas ausführlicher miteinander verglichen werden. Klassen mit mehr als 20 Schülern seien dort eine Seltenheit, Schüler mit schlechteren Noten bekommen dort so eine Art kostenlose Nachhilfe statt dass man dies wie hierzulande privaten Nachhilfelehrern überlässt, die sich halt auf Dauer nicht jeder leisten kann. Es gebe außerdem mehr Schulpsychologen und "Lernassistenten".
Die finnischen PISA-Erfolge vor diesem Hintergrund mit der Einheitsschule zu begründen, ist ungefähr so, als würde man den Aufstieg Hoffenheims in die Bundesliga vor allem mit der Nachwuchsförderung erklären. Aber es ist eben bequemer, weil die anderen Maßnahmen natürlich mehr Geld kosten würden...
Ich behaupte, dass die Finnen aufgrund ihrer geringen Bevölkerungsdichte kaum eine andere Wahl als die Einheitsschule haben, weil es kaum möglich wäre, so viele dünn besiedelte Landstriche mit drei verschiedenen Schularten lückenlos abzudecken. In Deutschland ist das aber größtenteils gut möglich - und ich bin mir völlig sicher, dass man auch mit dem dreigliedrigen Schulsystem wesentlich besser bei PISA oder sonstwo abschneiden würde, wenn man einen ähnlichen finanziellen und personellen Aufwand betreiben würde wie in Finnland. Und dass die Finnen eher trotz als wegen ihrer Einheitsschule so gut sind.
Dafür spricht auch, dass innerhalb Deutschlands, wo die einzelnen Schulsysteme wesentlich besser miteinander vergleichbar sind als mit dem finnischen, die Länder mit klarem dreigliedrigem Schulsystem stets am besten abgeschnitten haben.
Status kwo in germany :neinnein: :neinnein: :down:
Benjamin
17.06.2009, 22:42
Hab' ich was von Status Quo gesagt? Aus meinem Beitrag ist doch mehr als deutlich hervorgegangen, dass ich mir durchaus Veränderungen in Sachen Klassengröße, Förderung benachteilter Schüler oder Schulpsychologen wünschen würde.
Ich habe nur etwas dagegen, dass bei so vielen Unterschieden zwischen dem finnischen und dem deutschen System immer das dreigliedrige Schulsystem fast als einzige Ursache bezeichnet wird.
Ich fine es einfach falsch Kinder nach der vierten Klasse vor die Wahl zu stellen, ob sie aufs Gymnasium gehen oder die Mittelschule besuchen wollen. Ich kenne so viele, die vom Gymnasium in Klasse 7 oder 8 wieder herunter sind... und auch so viele, die nach der 10 aufs Gymnasium gewechselt sind...
Also, ich finde das man die Orientierungsstufe - so schön wie es in niedersachsen hier - hätte lassen sollen. da sind die kinder nach der 4 klasse hingekommen, neu zusammen gemischt und gut war es.
In der 6. klasse kamen sie dann in englisch und mathe je nach können in
A, B oder C Kurs und dann ging es am ende auf die weiterführende schulen.
Das hatte in meinen augen noch hand und fuß. die kinder konnten reifen und man konnte besser abschätzen für welche schulform es gut genug sei.
wer schickt denn jetzt bitte schön sein kind nach der 4. klasse freiwillig auf die hauptschule? fast niemand, denn die eltern sind teilweise so ergeizig dass sie es sich und ihren kindern nicht eingestehen wollen das die höhere schulform nichts für das kind ist.
Ich kann Eltern verstehen, die ihr Kind nicht auf die Hauptschule schicken wollen. Lt. Medien haben die Kinder, die dort hingehen, sehr schlechte Aussichten. Obwohl es im deutschen System durchaus möglich ist, dieses angebliche Manko auszugleichen.
Gut am deutschen System ist, dass zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern getrennt wird. Damit sollen die leistungsschwachen und die leistungsstarken Kinder gefördert werden, damit keine von beiden Gruppen durchrutscht, d.h. die leistungsstarken langweilen sich nicht und schwachen sind nicht überfordert. Da die Leistungsfähigkeit so unterschiedlich ist, muss darauf auch in einer Einheitsschule Rücksicht genommen werden mit unterschiedlichen Kursen auf unterschiedlichem Niveau. Diese Unterscheidung wird es immer geben und ist nicht zu ändern, weil es immer Menschen gibt, die in bestimmten Bereichen unterschiedlich stark sind.
Das deutsche Schulsystem wird dafür kritisiert nicht durchlässig genug zu sein. Ein Kind kann z.B. sehr gut in Deutsch, aber vollkommen unbegabt in Mathe sein. In Deutschland landet so ein Kind schnell auf der Hauptschule. In einer Einheitsschule könnte es in Deutsch zumindest die Kurse auf höherem Niveau besuchen und in Mathe die Kurse auf niedrigerem Niveau. In Deutschland wäre das nicht möglich. Mit allen Konsequenzen für dieses Kind.
Ein anderes Ding ist, dass Gymnasiasten teilweise unerträglich arrogant sein können und Schülern von anderen Schulformen erklären, dass nur sie ein gutes Leben haben werden. Und von Haupt- und Realschülern stammt der Spruch: "Die Coolen besuchen eine Hauptschule, die Normalen die Realschule und die Streber das Gymnasium." Eine Einheitsschule würde zu mehr Verständnis füreinander führen.
Und nicht immer führt eine Einheitsschule zu guten Ergebnissen bei der Pisastudie. In Norwegen gehen die Schüler auch 10 Jahre zusammen auf eine Schule, die Pisaergebnisse sind aber nicht besser als die der deutschen Schüler.
das könnt ihr auch hier weiterdiskutieren: http://www.skispringen-com-forum.com/Forum/showthread.php?t=706
Also wenn ich ehrlich bin, dann seh ich das genauso wie der Politiker. An der Realschule, an der ich war, hätte man es sich sehr gut überlegt, während der Unterrichtszeit woanders zu sein. Das scheint heute irgendwie anders zu sein. Da gabs schon Ärger wenn man nur 5 Minuten zu spät kam, da stand nämlich die Direktorin an der Eingangstür.
nee, bei uns stand der Hausmeister neben der Tür und vor dem hatten alle VIEL mehr Angst als vor dem Direktor ;)
Später wenn man arbeitet, kann man auch nicht während der Arbeitszeit auf die Straße gehen.
Hier mal ein Beispiel aus Lateinamerika: Demos am Sonntag, da wird keine Arbeitszeit tangiert und jeder hat Zeit.
Achso... ich habe 14 SWS und das reicht mir ^^
wie lange studierst du? Bzw. hast es noch vor?
Bei uns gibts keine Anwesenheitspflicht... das interessiert die Profs und Lehrkörper eben nicht.
Kenn ich tw. noch ansers. Mehr als 2x gefehlt und du brauchtest zur Klausur gar nicht mehr erst erscheinen...
Hab' ich was von Status Quo gesagt? Aus meinem Beitrag ist doch mehr als deutlich hervorgegangen, dass ich mir durchaus Veränderungen in Sachen Klassengröße, Förderung benachteilter Schüler oder Schulpsychologen wünschen würde.
.....
Salamitaktik :rolleyes:
Wenn für die Demo Unterricht geschwänzt wird, dann halte ich das einfach nicht für vertretbar.
Stimmt man lernt ja nur und ausschließlich in der Schule und alles in dieser einen Woche.
Hab ich jetzt grad mal net gewusst.
Art. 8 GG - Grüße
Hier mal ein Beispiel aus Lateinamerika: Demos am Sonntag, da wird keine Arbeitszeit tangiert und jeder hat Zeit.
leider ist es hier aber so, dass demos, die in der freizeit stattfinden, kaum wahrgenommen werden.
in vielen städten gab es im vorfeld auch demos für bessere bildung außerhalb der schulzeit, aber niemand hat es mitbekommen.
es ist nunmal leider so: nur wenn gestreikt wird, gibt es aufmerksamkeit.
Benjamin
18.06.2009, 18:56
Naja, wenn die Demo in der Freizeit stattfindet, gehen eben die 1000 Leute hin, die sich wirklich für die Sache interessieren; das fällt weniger auf. Wenn sie während der Schulzeit stattfindet, sind auch noch 50000 Leute dabei, die bloß freimachen wollen.
Nein Nika. Gerade das ist nicht die Salamitaktik - sondern das sind die echten Reformen. Anders als die Schüler einfach nur durchzumischen.
Finnland fährt in Sachen Bildung einen blauen Porsche, Deutschland einen roten Fiat. Und manche denken, der wird schneller, wenn man ihn bloß blau anstreicht.
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Nein Nika. Gerade das ist nicht die Salamitaktik - sondern das sind die echten Reformen. Anders als die Schüler einfach nur durchzumischen.
Finnland fährt in Sachen Bildung einen blauen Porsche, Deutschland einen roten Fiat. Und manche denken, der wird schneller, wenn man ihn bloß blau anstreicht.
das ist der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.
die ZEIT zum Bildungsstreik (http://www.zeit.de/2009/27/01-Studium)
Kein Wunder, dass an den Universitäten Unmut gärt. Dass er sich nun in bundesweiten Protesten Tausender Studenten Luft gemacht hat, beeindruckt die Euphoriker des sogenannten Bologna-Prozesses aber keineswegs. Sie diffamieren die Protestierenden nicht nur als Verteidiger des Schlendrians, sondern erklären sie für zukunftsunfähig......
Tatsächlich haben europäische Hochschulpolitiker in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder als Prognostiker versagt. Sie sahen nicht, wie wichtig die Sinologie werden würde. Sie hielten Arabistik für abseitig..... Nun, da sich die Unverzichtbarkeit alten Kulturwissens erweist und das Zukunftspotenzial namentlich der Geisteswissenschaften zutage tritt, predigen die Bologna-Apostel schnelles, anwendungsorientiertes Studieren.
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Also abgesehen davon dass der Bildungsstreik an mir komplett vorbeigegangen ist, da ich in Österreich studiere und zur Zeit auch etwas andere Probleme habe glaub ich nicht, dass diese Demos sonderlich viel bewirken. Es gehen wie bereits gesagt die meisten ja eh nur hin, um auf diese Weise mal ein bisschen frei zu haben.
Zum Thema Bachelor und viel oder wenig Aufwand. Rein von der Anwesenheit her hatte ich wirklich wenig Aufwand. Konnte ich allerdings relativ selbst bestimmen. Ich habe insgesamt 88 SWS zu absolvieren in einer Regelstudienzeit von 6 Semestern. Hab aber rein interessehalber mehr gemacht und außerdem in den ersten Semestern mehr als vorgegeben. Deshalb hab ich zur Zeit nur noch montags und dienstags Uni, 3 Veranstaltungen oder 6 Stunden pro Woche. Da ist der Aufwand gleich Null. Leider setzen viele die Lehrveranstaltungszeit mit der Arbeits- oder Aufwandszeit gleich und daraus entsteht dann das Gerücht, der Bachelor sei ja nichts wert und das wären alles nur Studenten, die zu faul zum Diplom oder Magister sind. Darüber kann ich nur laut lachen. Das was ich neben den Anwesenheitszeiten zu tun hatte, da muss kein Diplomstudent mithalten. Ich war meistens zu müde noch irgendwie wegzugehen oder hatte überhaupt keine Zeit dazu, weil ich bis 2 und 3 Uhr nachts zu arbeiten hatte und von Ausschlafen war auch keine Rede. Liegt vielleicht auch daran, dass das Studium bei mir sehr praxisorientiert ist und ich eine Reihe von Konzepten usw. erstellen musste. Aber es nervt mich nichts mehr als diese Aussage, dass Bachelor-Studenten nichts zu tun hätten, nur weil die Stundenzahl gering ist. Abgesehen davon ist es bei mir so, dass ich nicht nur eine, sondern zwei Abschlussarbeiten schreiben muss. Darüber hinaus hatten wir gar keine Wahl, auf welchen Abschluss wir denn studieren wollen, denn KoWi gibt es nur noch im Bachelor/Master.
Im Übrigen läuft es bei uns genauso wie senryu auch geschrieben hat. Es herrscht Anwesenheitspflicht, zweimal fehlen und du bist raus. Ich hab auch desöfteren 7 Klausuren in einer Woche geschrieben, die ja auch sämtlich zur Abschlussnote zählen, im Gegensatz zu anderen Studiengängen.
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