Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie sollte man mit Versprechen umgehen?
blackswan
23.06.2009, 22:56
Auf Wunsch eines einzelnen Herren und inspiriert durch ein Essay-Thema gibt es jetzt Platz für eine Diskussion?
Wie sollte man mit Versprechen umgehen?
Muss man Versprechen immer halten? Oder gibt es Situationen in denen es moralisch vertretbar ist, wenn man sie nicht hält?
Sollte man überhaupt Versprechen geben?
Immanuel Kant gibt das Beispiel eines armen Mannes, der sich Geld borgt und verspricht es zurückzugeben, obwohl er genau weiß, dass er es nicht kann.
Laut Kant, ist dies eine unmoralische Handlung!
Denn es ist nicht denkbar und "wollbar" dass diese Handlung zu einem allgemeinen Gesetz wird: Würde keiner mehr Versprechen halten, so wäre die Institution des Versprechens sinnlos geworden.
Was sagt denn eure moralische Intuition?
Wiederspricht sie dem ganzen? Oder würdet ihr so rigoros zustimmen?
Ich finde man sollte nur Sachen versprechen, die man auch halten kann.
blackswan
23.06.2009, 23:00
Und du bist jetzt arbeitslos und hast 7 Kinder und die haben nix zum essen! Du brauchst aber Geld. dann würdest du nicht versprechen es zurückzuzahlen, weil du es nicht halten kannst??
dann bekommst du aber kein geld und deine Kinder verhungern!
*Verena*
23.06.2009, 23:00
Ich finde man sollte nur Sachen versprechen, die man auch halten kann.
Diese Weisheit hat "posting des monats"-potenzial :jap: :hihi:
Gleich mal klarzustellen : Ich werde nie nie niemals 7 Kinder haben. ;)
Das dann eine extrem Situation.. normal verhungert in Deutschland keiner..
Benjamin
23.06.2009, 23:04
Im Allgemeinen stimme ich Mario zu.
Allerdings denke ich, dass es durchaus Einzelfälle gibt, in denen es moralisch nicht verwerflich ist, ein Versprechen zu brechen. Nehmen wir an, dein armer Mann aus dem Beispiel braucht das Geld so dringend, weil sonst seine eigene Gesundheit oder gar sein Leben (oder das seiner Familie) gefährdet ist. Denn das ist aus meiner Sicht ein noch höheres Gut als ein Versprechen.
Die andere Sache ist die: Wenn mich auf der Straße ein Bettler bitten würde, ihm für ein paar Tage 50 Euro zu leihen, dann wäre ich selbst Schuld, wenn ich ihm tatsächlich glauben würde, dass er mir das zurück zahlt. Da spricht eigentlich schon der gesunde Menschenverstand dagegen.
Die andere Sache ist die: Wenn mich auf der Straße ein Bettler bitten würde, ihm für ein paar Tage 50 Euro zu leihen, dann wäre ich selbst Schuld, wenn ich ihm tatsächlich glauben würde, dass er mir das zurück zahlt. Da spricht eigentlich schon der gesunde Menschenverstand dagegen.
Das trifft eben immer zu, wenn sich ein armer Mensch Geld leiht. Und jede Bank oder ähnliches wird überprüfen können, wie seine Verhältnisse aussehen, er wird da sicher nie nen kredit bekommen. Und wenn er sich das Geld bei Freunden leiht, könnte er von vorne rein so ehrlich sein und denen seine Situation schildern, ihnen sagen, dass er das Geld zurückzahlt, wenn es möglich ist. Dann sind es keine haltlosen Versprechungen.
Generell denke ich auch, versprechen sollte man nur Sachen, die man auch halten kann. Jemandem durch leer Versprechungen falsche tatsachen vortäuschen ist für mich moralisch nicht vertretbar.
Allerdings gibt es sicher Situationen, in denen sich die äußeren Umstände so ändern, dass ein Versprechen nicht gehalten werden kann.
Dummes Beispiel: Eltern versprechen ihrem Kind zu Beginn der Oberstufe eine Reise zum Abi. Jetzt werden innerhalb der 3 Jahre die Eltern arbeitslos und es ist kein Geld da, um die Reise zu zahlen. Dann ist es für mich nicht verwerflich, das Versprechen zu brechen oder die Einlösung zu verschieben, bis die äußeren Umstände es wieder zulassen
Wie sollte man mit Versprechen umgehen?
Muss man Versprechen immer halten? Oder gibt es Situationen in denen es moralisch vertretbar ist, wenn man sie nicht hält?
so wie Kirsten es bereits aufgeführt hat, wenn sich die Vorzeichen gravierend ändern, ist es durchaus vertretbar ein Vesprechen nicht zu halten
Sollte man überhaupt Versprechen geben?
Soll jeder halten wie er möchte. Ich persönlich gebe relativ wenige und auch nur dann, wenn ich mir sehr sicher sein kann, dass ich es halten kann. Andere gehen vielleicht anders damit um.
Wishmaster
10.08.2009, 23:42
Der Mensch kommt normalerweise einige (manchmal auch viele) Male in seinem Leben in eine Lage, wo er jemand anderem (Person A) verspricht, für (beliebiges Versprechen einsetzen) dies und jenes zu tun, sofern er von (Person A) jetzt und direkt dies und jenes erhält.
Natürlich mag es Ausnahmen geben, aber normalerweise läuft es wie folgt:
Wenn er es JETZT und HIER dringend braucht, dann wird er ALLES UND JEDES versprechen, was Gott und die Welt hergibt, ohne es wirklich ernstzunehmen bzw. in dem Moment des Versprechens über die Tragweite nachzudenken.
Beispiel: Ich verspreche meinem besten Kumpel, ihm die 200 Euro auf jeden Fall innerhalb der nächsten Woche wiederzugeben, die ich von ihm geliehen hatte als Anzahlung der nächsten Miete. Miete wird bezahlt, laufende Kosten sind eh wie immer, so geht das Versprechen irgendwann unter.
Beispiel 2: Ich verspreche einer Person, die haltlos in mich verliebt ist, mit ihr demnächst zusammenzukommen, weil die Person ansonsten damit droht sich das Leben zu nehmen. (dies ist beliebig ausweitbar: z.B. auf ---> ich verspreche einer Person mit ihr X und Y zu unternehmen, oder Person B und C zu meiden, oder zu heiraten oder mit ihr n (beliebige Zahl) Kinder zu kriegen.
Ich tue das nur, damit die Person in dem Moment B E R U H I G T wird.
Jeder wird das kennen.
Ein Versprechen an sich ist nichts wert, sein Wert muss sich erst erweisen. Dennoch hat es sich als recht wichtig erwiesen...... Es rettet
SITUATIONEN.
Soviel zu meiner Meinung.
(...)
Ich tue das nur, damit die Person in dem Moment B E R U H I G T wird.
Jeder wird das kennen.
Ein Versprechen an sich ist nichts wert, sein Wert muss sich erst erweisen. Dennoch hat es sich als recht wichtig erwiesen...... Es rettet
SITUATIONEN.
Soviel zu meiner Meinung.
Dummerweise kann genau diese Haltung zu einem Boomerang werden und eine Situation letzten Endes nur verschlimmern. Irgendwann merkt jemand, dass ein Versprechen nur zur Beruhigung da war und kann sich letztendlich belogen fuehlen.
Im uebrigen ist jeder Vertrag ein Versprechen eine Leistung zu erbringen und muss erstmal eingehalten werden, es sei denn es gibt schwerwiegende Gruende, die entgegenstehen.
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