Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radikale Tierschutzgruppen
Ich weiss nicht, wie viel man in Deutschland davon mitbekommen hat, aber in der Schweiz wird Daniel Vasella, Chef des Pharmariesen Novartis, durch militante Tierschutzgruppen terrorisiert.
Bisschen was zu hier:
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Vasella-war-schon-laenger-im-Fadenkreuz-der-TierschutzTerroristen/story/10255638
bzw. Interview mit Vasella hier
http://www.blick.ch/news/schweiz/mein-leben-hat-sich-veraendert-125582 (http://www.blick.ch/news/schweiz/mein-leben-hat-sich-veraendert-125582)
Ich hielt bislang PETA schon für ziemlich radikal, aber SHAC toppt die sheinbar locker.
Dass Tierschutz generell ein gutes Anliegen ist, steht wohl ausser Frage, aber was haltet ihr von derlei Organisationen? Bringen die etwas ausser "15 Minuten Ruhm"?
Ich freue mich auf eure Meinungen.
fraennie
12.08.2009, 15:19
Ich find es natürlich grundsätzlich äußerst wichtig, auf Tierschutzthemen aufmerksam zu machen. Die breite Öffentlichkeit würde von vielerlei Geschichten ja gar nichts mitbekommen, wenn nicht Leute von PETA & Co. immer wieder Aktionen starten würden, über die dann in der Presse berichtet wird. Allerdings besteht natürlich ein großer Unterschied zwischen Plakataktionen, Ständen in Fußgängerzonen, usw. und Angriffen auf einzelne Personen. Ich kenne gerade in diesem konkreten Fall die genaueren Hintergründe nicht, aber Leute und vor allem deren Familie persönlich zu bedrohen, Gräber zu schänden und ähnliche Straftaten zu begehen kann wohl kaum der richtige Weg sein, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Natürlich sind Tierversuche nichts Schönes und ich würde mich unglaublich freuen, wenn es irgendwann mal einen sinnvollen Ersatz dafür geben würde, aber andererseits befürchte ich, dass es Medikamente gibt, die momentan anders nicht getestet werden können (ihr könnt mich da gerne korrigieren, weil ich mich in dieser Thematik nicht wirklich auskenne). Ist wirklich ein sehr schwieriges Thema, aber ich schweife ab...
Zurück zu Gruppen wie SHAC: Ich glaube nicht, dass die etwas Positives erreichen, denn wie man dem Interview entnehmen kann, verhärtet dieses Verhalten die Fronten ja noch eher, als dass es irgendwie zu einem Dialog und potentiellen Lösungsversuchen führt. Auch das Bild von Tierschützern allgemein nimmt durch solche Radikalen wahrscheinlich eher Schaden, als dass es irgendjemandem hilft. Und es ist doch wirklich schade, wenn ein grundsätzlich gutes Anliegen in den Hintergrund tritt, weil es plötzlich nur noch um Straftaten geht.
natürlich ist es wichtig, aufmerksam zu machen, aber die Frage ist doch wie mache ich das?
Was Tierversuche in der Medizin angeht, ich bin mir nicht sicher, ob ein 100% Verzicht möglich ist. Gerade was z. B. die Erprobung neuer Wirkstoffe angeht. Den Aufschrei möchte ich mal hören, wenn sich herausstellt, dass die zuerst an Menschen getestet werden.
Kosmetik ist, denke ich, ein anderes Thema. Da gibt es wohl mittlerweile etliche Richtlinien und als Konsument kann ich insofern beinflussen als dass ich eben Kosmetik kaufe von Unternehmen, die auf Tierversuche verzichten.
Aber Peta und Konsorten haben ja nicht nur die Themen im Visier. Sie gehen ja auch immer wieder gegen Nicht-Vegetarier an und das finde ich ebenfalls radikal. Der Mensch ist von seiner Veranlagung her nun mal kein "Pflanzenfresser". Und ich denke, es steht jedem persönlich frei zu entscheiden, ob man Fleisch/Fisch isst oder eben nicht. Ein bisschen mehr gegenseitige Toleranz wäre da angebracht.
Und zum Abschluss noch eine nette Idee aus dem Schweizer Sommerloch (gibts bestimmt auch anderswo)
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/27021885
Na wenn der Kerl sonst keine Probleme hat*seufz* Es ist nun wirklich jedem selbst überlassen, ob er Fleisch isst oder nicht. Da jemanden anzugehen wegen, find ich absolut daneben, es ist nichts verbotetes und es schadet niemandem...
Wo ich den tierschutz auch verschärfen würde ist bei der Tierhaltung, grade bei Zucht/Mastbetrieben, Leuten die Tiere zu Hauf in viel zu enge Käfige zwängen, nur weil es billiger ist. Ich kauf z.B. immer Eier aus Freilandhaltung, notfalls Bodenhaltung, niemals Käfighaltung. Denke aber, das wäre eine Sache der Regierung, da einzugreifen. Und nicht die einer Gruppe, die dann meint, da mal eben randalieren zu müssen
das tu ich allerdings auch, also Eier kaufen aus Freilandhaltung. Ich guck überhaupt sehr darauf WO die Produkte herkommen.
Marina86
16.09.2009, 19:22
Aber Peta und Konsorten haben ja nicht nur die Themen im Visier. Sie gehen ja auch immer wieder gegen Nicht-Vegetarier an und das finde ich ebenfalls radikal. Der Mensch ist von seiner Veranlagung her nun mal kein "Pflanzenfresser".
wer sagt das menschen von der veranlagung her fleichfresser sind?
und zum thema medizin an tieren testen: ich finde das unmöglich!!! tiere müssten meiner meinung nach mehr rechte bekommen. menschen könne sich wehren, tiere nicht!!!
na ja, die Begründung ist ja, der Mensch als intelligentes Wesen muss erkennen, dass er keine anderen Wesen essen darf. Oder so ähnlich. Ich käme nie auf die Idee jemanden zu verurteilen, weil er Fleisch isst. Ich selbst esse recht wenig (und auch selektiv), wer mehr isst, okay, wer nicht, mir auch egal. Das soll jeder halten wie er möchte.
Mir sind auch offen gesagt Pelzträger wurscht. Ich würde nie Pelz tragen. Das hat aber eher damit zu tun, dass ich der Meinung bin, dass a) nicht schön ist und b) hier nicht so kalt wird, dass wir einen Pelz überhaupt bräuchten.
und zum thema medizin an tieren testen: ich finde das unmöglich!!! tiere müssten meiner meinung nach mehr rechte bekommen. menschen könne sich wehren, tiere nicht!!!
ich glaube, wir freuen uns alle über neue medikamente im kampf gegen schwer heilbare krankheiten, oder? insofern finde ich tierversuche für medizinische zwecke sehr wichtig.
generell finde ich es gut, sich für tierschutz einzusetzen. massentierhaltungen auf höfen, pelzträgern oder elfenbeinjägern muss man die rote karte zeigen.
angriffe gegen nicht-veganer finde ich persönlich lächerlich... gott sei dank kann jeder mensch frei entscheiden, was er essen möchte und was nicht.
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